Rotzfreche Satire über Gott und die Welt und die Kirche von "Clerks"-Regisseur Kevin Smith. http://images.kino.de/flbilder/max00/bf00/bf18/b0018989/b150x150.jpg Dogma

Filmdetails

Dogma

Rotzfreche Satire über Gott und die Welt und die Kirche von "Clerks"-Regisseur Kevin Smith.


Dogma
Start: 20.04.2000

Komödie

USA 1999
Laufzeit: 128 Min.
FSK: ab 16 Jahre

Ben Affleck
Matt Damon
Linda Fiorentino

Regie: Kevin Smith
Verleih: Studiocanal

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
(1 Bewertung)

Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

Die in einer Abtreibungsklinik Angestellte Bethany fühlt sich zum Kreuzritter berufen und versucht die Welt vor dem Untergang zu bewahren, den die zwei gefallenen Erzengel Loki und Bartleby beschwören, wenn sie durch ein bestimmtes Kirchentor in New Jersey schreiten sollten. Lokis und Bartlebys Weg zum Tor ist mit Leichen gepflastert.


Kritik

Dogma

Gott ist eine Frau, Jesus war ein schwarzer Mann und die unbefleckte Empfängnis ist Humbug. Regisseur Kevin Smith ("Clerks", "Chasing Amy"), schon immer für seinen bissig-frischen Humor bekannt, legt sich in seiner neuesten Satire mit der katholischen Kirche an. Aufgrund des respektlosen Materials bekamen Produktionsfirma Miramax und vor allem Disney (waren schon 1994 mit dem kontroversen Drama "Priest" in des Teufels Küche geraten) kalte Füße. Und so landete Smith' teils komische, teils peinlich platte und biblisch lange Glaubensbestandsaufnahme im rotzfrechen Comicstil bei Lions Gate, die sich in den USA über einen Hit freuen dürfen: Mit einem Boxoffice von 21 Mio. Dollar nach drei Wochen hat "Dogma" bereits mehr eingespielt als Smith' drei vorangegangene Filme zusammen.

Dabei ist Smith' verworrenes Plotpourri keineswegs gotteslästerlich ausgefallen - im Gegenteil: Er gibt sich durchaus als Glaubender an eine höhere Macht zu erkennen. Lediglich organisierte Religion und falsche Frömmelei sind dem eloquenten Mann aus New Jersey ein Dorn im Auge. Als direkte Repräsentanten des Katholizismus treffen seine satirischen Spitzen eine zur Vergnügungssucht erwachte Nonne und einen geschäftstüchtigen Kardinal, der versucht, das Interesse an der Kirche mit einem jugendlichen Slogan und Fast-Food-Restaurant-ähnlichen Maskottchen zu steigern. Die restlichen Figuren sind neben der zur Kreuzritterin berufenen Abtreibungsklinikangestellten Bethany (Linda Fiorentino) und zwei "Propheten" in Gestalt von Jason Mewes und Kevin Smith (in den Rollen, die sie bereits in Smith' Jersey-Trilogie gespielt hatten) in erster Linie mystische Wesen. Bethany soll den Universumsuntergang verhindern, der eintreten würde, wenn die beiden gefallenen Engel Loki (Matt Damon) und Bartleby (Ben Affleck) durch ein bestimmtes Kirchentor in New Jersey schreiten. Damit würden alle ihre Sünden vergeben sein und sie könnten in den Himmel zurückkehren. Da Gott sie jedoch für ewige Zeiten aus dem Paradies vertrieben hatte, würde seine Fehlbarkeit bewiesen werden und die Welt aufhören zu existieren. Auf dem Weg zu ihrer Absolution beginnen die beiden Engel eine blutige Abschlachtkampagne, die in den USA in Anbetracht der Highschool-Massaker säuerlich aufstoßen könnte. Zum Gore & Guts regnenden Finale tritt Gott denn höchstpersönlich in Gestalt von Alanis Morrisette auf und wird dabei als ebenso albern wie allmächtig skizziert.

Weitere Mitspieler umfassen Janeane Garofalo als Abtreibungsärztin, Chris Rock als 13. schwarzer Apostel Rufus, Salma Hayek als strippende Muse Serendipity, Alan Rickman als Engel, der die Stimme Gottes verkündet, und Jason Lee als Dämon Azrael. Der Ton reicht von ungeniert ultra-vulgär zu philosophisch-sinnierend - eine direkte, aber inhaltlich doch auch tiefsinnigere Fortsetzung des gewohnten Smith-Stils. Natürlich ist "Dogma" starker Tobak, über den sich mancher echauffieren dürfte. Aber letztlich ist der wild ausufernde und nicht immer treffsichere Film auch erfrischend und liebenswert. Gerade Jugendliche könnten Gefallen daran finden - und sich unvermittelt mit Dingen auseinandersetzen, die sie als langweilig und unzeitgemäß empfinden. ara.

Dogma

Darsteller:  Ben Affleck   als Bartleby
  Matt Damon   als Loki
  Linda Fiorentino   als Bethany
  George Carlin   als Cardinal Glick
  Salma Hayek   als Serendipity
  Jason Lee   als Azrael
  Jason Mewes   als Jay
  Alan Rickman   als Metatron
  Chris Rock   als Rufus
  Bud Cort   als John Doe Jersey
  Alanis Morissette   als Gottesmutter
  Kevin Smith   als Stiller Bob
  Jeff Anderson   als Waffenhändler
  Brian O'Halloran   als Reporter
  Janeane Garofalo   als Klinikschwester
  Betty Aberlin   als Nonne
  Dan Etheridge   als Priester in St. Stephens
  Guinevere Turner   als Angestellte im Busbahnhof
  Barret Hackney   als Stygian Triplets
  Jared Pfennigwerth   als Stygian Triplets
  Kitao Sakurai   als Stygian Triplets
 
Regie:  Kevin Smith  
Drehbuch:  Kevin Smith  
Produzent:  Scott Mosier  
Koproduzent:  Laura Greenlee  
Kamera:  Robert Yeoman  
Schnitt:  Kevin Smith  
  Scott Mosier  
Musik:  Howard Shore  
Produktionsdesign:  Robert Holtzman  
  Elise G. Viola  
Kostüme:  Abigail Murray  
Ton:  Whit Norris  

Bruce Willis in Film von "Clerks"-Macher

Wenn Kevin Smith mit an Bord ist, gibt es jede Menge cooler Sprüche.

Großansicht Bruce Willis ist bald auf der Jagd nach einer Baseballkarte (Foto: Kurt Krieger)

Bruce Willis ist bald auf der Jagd nach einer Baseballkarte (Foto: Kurt Krieger)

Bruce Willis soll die Hauptrolle in der neuen Komödie von "Clerks"-Erfinder Kevin Smith spielen. "A Couple of Dicks" dreht sich um einen Polizisten, der eine gestohlene Baseballkarte aus dem Jahr 1952 wiederbeschaffen soll. Eigentlich will er die Karte aber lieber verkaufen und mit dem Erlös die Hochzeit seiner Tochter finanzieren.

"A Couple of Dicks" ist Smiths erster Film, bei dem er das Drehbuch nicht selbst schreibt. Es stammt von zwei TV-Autoren, die mit dem Skript jedoch schon auf Hollywoods so genannter "Schwarzen Liste der besten unveröffentlichten Drehbücher 2008" landeten.

Smith, von dem auch "Dogma" und "Chasing Amy" stammen, ist für seine Liebe zu Szenen voll genialer Geschwätzigkeit und derbem Humor bekannt. In seinen Filmen sagen die desillusionierten Helden dann auch mal Dinge wie: "Ich glaube an Herrscher seit ich herrsche" - für "Yippie ya yay, Schweinebacke"-Willis also die Gelegenheit, nach "Stirb langsam" mal wieder echt coole Sprüche zu klopfen.

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