Molotowcocktail aus bluttriefender Popcorngewalt, plakativer Gesellschaftssatire und triefendem gallischen Zynismus . http://images.kino.de/flbilder/max03/mbiz03/mbiz31/z0331516/b150x150.jpg Dobermann

Filmdetails

Dobermann

Molotowcocktail aus bluttriefender Popcorngewalt, plakativer Gesellschaftssatire und triefendem gallischen Zynismus .


Dobermann
Start: 07.05.1998

Thriller

Frankreich 1997
Laufzeit: 103 Min.
FSK: ab 18 Jahre

Vincent Cassel
Monica Bellucci
Tchéky Karyo

Regie: Jan Kounen
Verleih: Senator

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
(0 Bewertungen)

Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

Dobermann und seine fünfköpfige Gang sind von Beruf Bankräuber. Keiner konnte die schrillen sechs je dingfest machen, auch wenn sie ihre Freizeit in einem angesagten Pariser Techno-Tempel verbringen. Da wird Inspektor Christini, ein echter Bluthund, auf sie angesetzt. Nicht eben zimperlich zwingt er einen mit Dobermann befreundeten Transvestiten, ihn zu verraten...


Kritik

Dobermann

Kein Tierhorrorfilm aus dem "Anaconda"-Kielwasser, und auch kein

weiteres Beziehungsdrama aus den Hinterhöfen von Paris erwartet den Zuschauer im Kinodebüt des jungen Franzosen Jan Kounen. Statt dessen

wirft der freche Neuling einen Molotowcocktail aus bluttriefender Popcorngewalt, plakativer Gesellschaftssatire und triefendem gallischen

Zynismus auf die Leinwand. Und im Gegensatz zu den Gehversuchen anderer Tarantino-Epigonen hat er damit sogar Erfolg.

Dobermann, bürgerlicherseits Yann Lepentrec, hat es für seine jungen Jahre weit gebracht. Sein Unternehmen ernährt fünf Mitarbeiter, setzt jährlich etliche Millionen um und beschäftigt praktisch alleine eine komplette staatliche Behörde. Dobermann ist nämlich von Beruf

Bankräuber und als solcher sehr erfolgreich. So erfolgreich, daß ihm die Polizei immer noch keine Handschellen anlegen konnte, obwohl sein

Anwesen rund um die Uhr aus allen Perspektiven beobachtet wird und der

gesuchte Staatsfeind numero uno für jeden Szenegänger offenkundig im schrillsten Techno-Bunker zu Paris residiert. Das kann natürlich auf Dauer nicht gut gehen, zumal Vater Staat soeben den rechten Mann zum

Ermittlungsleiter im Fall Dobermann beordert hat: Inspektor Christini, ein wahrer Terminator in Polizeiuniform, der verdächtigen Familienvätern

zur Beschleunigung der Aussage schon mal mit plötzlichem Kindstod droht, nimmt den Verdächtigen ins Visier und verspricht binnen kürzester Zeit Nägel mit Köpfen. Ein Bankraub, von dem die Fahnder wissen, daß er stattfinden wird (nur wo, wissen sie leider nicht), entpuppt sich erst einmal als verheerender Fehlschlag. Dobermann und seine Gang drehen den Flics mit der Beute eine lange Nase, während mehrere tote Kollegen buchstäblich auf der Strecke bleiben. Von nun an werden keine Gefangenen

mehr gemacht: Mit Brachialgewalt foltert sich Christini quer durch Dobermanns polizeibekannten Freundeskreis, bis das Versteck endlich herausgequetscht ist und mitten im buntesten Pariser Nachtleben das

blutigste Feuergefecht seinen Lauf nimmt, das die französische Filmgeschichte trotz vereinzelter Abstecher in den Splatterfilm je

gesehen hat. Inhaltlich hat Jan Kounen mit seinem Erstling gewiß nicht das Rad erfunden, aber das erwartet von einem Genrefilm mit dem

Exploitationquotienten von "Dobermann" ja auch keiner. Daß es nach "Love and a 45", "True Romance" und "Natural Born Killers" trotzdem soviel Spaß macht, nun auch noch diese Meditation zum strapazierten Thema

amoklaufendes Gangsterpärchen anzusehen, liegt nicht nur an den engagierten Darstellern und der technischen Klasse, die für ein Debüt

geradezu erschreckend gelackt wirkt. Vielmehr sind es die vielen kleinen Abweichungen von der amerikanischen Schablone, die "Dobermann" erst zu jenem Erfolgsgemisch veredeln, das ein eingeschworenes Genrepublikum alle Contenance vergessen und mitten im dunklen Saal lauthals losjubeln läßt (so geschehen zuletzt beim Fantasy Filmfest in München). Für jeden Geschmack ist das freilich nicht. Die FSK-Dame, die sich bei "Mann beißt Hund" übergeben mußte, darf die Papiertaschentücher schon einmal in Reichweite legen. ab.

Dobermann

Darsteller:  Vincent Cassel   als Dobermann
  Monica Bellucci   als Nat la Gitane
  Tchéky Karyo   als Christini
  Antoine Basler   als Moustique
  Dominique Bettenfeld   als Abbe
  Chick Ortega   als Pitbull
  Stéphane Metzger   als Sonia
  Marc Duret   als Inspecteur Baumann
  Romain Duris  
  Patrick Rocca  
  François Levantal  
  Ivan Merat-Barboff  
  Roland Amstutz  
  Pascal Demolon  
  Florence Thomassin  
  Jean Lescot  
 
Regie:  Jan Kounen  
Drehbuch:  Joel Houssin  
Produzent:  Frédérique Dumas-Zajdela  
  Éric Névé  
Ausf. Produzent:  Marc Baschet  
Kamera:  Michel Amathieu  
Schnitt:  Bénédicte Brunet  
Musik:  Schyzomaniac  
Produktionsdesign:  Michel Barthélémy  

Scott Thomas verführt Meisterdieb

Nach ihrem beeindruckenden Auftritt in "Gosford Park" kehrt Kristin Scott Thomas wieder auf die große Kinoleinwand zurück. In "Arsene Lupin" stiehlt sie einem waschechten Meisterdieb das Herz.

Großansicht Betörende Venusfalle in "Arsene Lupin": Kristin Scott Thomas

Betörende Venusfalle in "Arsene Lupin": Kristin Scott Thomas

Kristin Scott Thomas spielt in der französischen Actionkomödie "Arsene Lupin" die verführerische Gräfin Cagliostro, in die sich der Titelheld verliebt. Natürlich hat es die durchtriebene Adelige nicht auf eine gemeinsame Zukunft mit Lupin abgesehen. Sie will sich nur der einzigartigen Fähigkeiten des Langfingers bedienen, um einen wertvollen Kunstschatz in ihre Gewalt zu bringen.

In die Rolle des Arsene Lupin schlüpft Romain Duris ("Dobermann"). Die Chance für den französischen Leinwand-Star, auch international auf sich aufmerksam zu machen. Er wirkte bereits in "Le Divorce" von James Ivory mit - allerdings hatte er neben Stars wie Kate Hudson, Glenn Close und Naomi Watts nur in einen Mini-Auftritt.

Um sich für größere Projekte zu empfehlen, ist "Arsene Lupin" sicherlich ein gutes Karriere-Sprungbrett: Denn der geniale Verbrecher wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Maurice Leblanc erfunden und erfreut sich seitdem größter Beliebtheit. Über die Figur existieren bereits mehrere Fernsehserien, Comics und sogar ein Kinofilm ("Gezeichnet: Arsène Lupin" von Yves Robert).

Jetzt muss also nur noch Regisseur Stephane Marsil ganze Arbeit leisten. Denn falls die Actionkomödie ein Erfolg wird, kann sich Romain Duris auf rosige Zeiten freuen.

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