Verstörend realistischer Actionthriller über den rücksichtslosen Umgang mit hilflosen Aliens, die eine mysteriöse DNA besitzen. http://images.kino.de/flbilder/max09/auto09/auto33/09330080/b150x150.jpg District 9

Filmdetails

District 9

Verstörend realistischer Actionthriller über den rücksichtslosen Umgang mit hilflosen Aliens, die eine mysteriöse DNA besitzen.


District 9
Start: 10.09.2009

Science Fiction

USA 2009
Laufzeit: 112 Min.
FSK: ab 16 Jahre

Sharlto Copley
David James
Jason Cope

Regie: Neill Blomkamp
Verleih: Sony Pictures

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
(2 Bewertungen)

Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
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Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

Als vor über 28 Jahren erstmals Außerirdische über Johannesburg auftauchen, ist man nicht sicher, ob dies in feindlicher oder friedlicher Absicht geschieht. So werden die Aliens übergangsweise in einer speziellen Notunterkunft, dem District 9, untergebracht. Als die Regierung nach fruchtlosen Verhandlungen die Verantwortung für die hilflosen Wesen einer privaten Firma übergibt, will diese sie für Waffenexperimente missbrauchen. Dazu werden sie umgesiedelt, wobei sich ein Mitarbeiter mit einem mysteriösen Virus ihrer DNA infiziert.


Kritik

District 9

Mit Peter Jackson als Produzent im Rücken realisierte der 29-jährige südafrikanische Effektespezialist Neill Blomkamp ein effektives Regiedebüt, das in Fankreisen schon jetzt als moderner Klassiker gefeiert wird.

"District 9" ist der persönliche Triumph, der auf eine schmerzhafte Niederlage folgt: Neill Blomkamp war von Peter Jackson eigentlich als Regisseur der aufwändigen Videogame-Verfilmung "Halo" ausgewählt worden. Als das Projekt von Universal nach halbjähriger Entwicklung abgeblasen wurde, ließ Jackson seinen Protegé nicht fallen: Er sicherte ihm 30 Mio. Dollar Budget zu, um aus der Prämisse seines sechsminütigen Kurzfilms "Alive in Joburg" von 2005 einen Science-Fiction-Stoff in Spielfilmlänge zu machen, in dem es um das nicht ganz so harmonische Zusammenleben von Menschen und Außerirdischen im Johannesburg der Gegenwart geht. Die Mischung aus Fantasy und Realität, um eine als alltäglich empfundene Unmöglichkeit in einem wiedererkennbaren, nachvollziehbaren Hier und Jetzt, ist denn auch der Clou, das gewisse Etwas, das District 9 bereits konzeptionell aus dem Gros vergleichbarer Genreprodukte, ganz besonders J.J. Abrams ähnlich gestricktem, aber längst nicht so überzeugenden "Cloverfield", herausragen lässt.

Blomkamps Film ist durchdachter, runder, mit mehr Selbstbewusstsein und klar definierter Vision realisiert. Er nutzt seinen Lo-Fi-Look gezielt zu seinem Nutzen, denn die Effekte sind in die aus der Hüfte geschossenen Action so brillant und souverän integriert, dass man sie als solche gar nicht wahrnimmt. Tatsächlich wäre es gar nicht nötig gewesen, die erste Hälfte als Pseudodokumentation im Stil von "Mann beißt Hund" oder "Blair Witch Project" zu inszenieren, um das Publikum von der Unmittelbarkeit des Gezeigten zu überzeugen. Der zweite Teil, mehr im Stil eines "RoboCop" oder "Starship Troopers" gedreht, entfaltet eine deutlich höhere Sogwirkung und ist stellenweise einfach richtig gut. Da hat man dann auch längst die etwas mühsame Exposition hinter sich gelassen, in der Blomkamp sein Filmuniversum erklärt.

28 Jahre sind vergangen, seitdem ein gewaltiges Raumschiff über Johannesburg strandete, das seither wie ein kleiner Bruder der Zerstörungsmaschinen aus Independence Day im Himmel hängt. Seine Insassen, ein insektenartiges Volk ohne erkennbare Anführer oder Hierarchie, werden in einem Township - dem District 9 - angesiedelt, wo sie sich rasend vermehren, ohne jemals soziale Strukturen zu entwickeln. Den Menschen sind die Fremden ein Dorn im Auge, gewaltsame Übergriffe sind an der Tagesordnung, bis die "Prawns" (Garnelen), wie die Außerirdischen abschätzig getauft wurden, in ein neues Lager weit außerhalb Johannesburgs gebracht werden sollen. Die eigentliche Handlung setzt mit dieser gewaltsamen Deportation ein, mit der der unscheinbare Regierungsagent Wikus van der Merwe beauftragt wurde, ein kleines Licht im Gefüge der undurchsichtigen Multi-National United, der seine Aufgabe nicht hinterfragt und so ernst nimmt wie er seine Frau und Kinder liebt. Als er mit einer ungewöhnlichen Substanz in Verbindung kommt, setzt ein Mutationsprozess ein, der sich am ehesten mit der Verwandlung von Jeff Goldblum in "Die Fliege" vergleichen lässt, ohne allerdings David Cronenbergs Aids-Metapher zu vertiefen: Blomkamp spielt eher mit grundlegenden Gedanken von Anderssein und Menschlichkeit. Van der Mewe wird fortan von den eigenen Leuten und einer Gruppe nigerianischer Gangster gejagt und findet Zuflucht ausgerechnet im District 9.

Was gerade noch als menschliches Drama ebenso gut funktionierte wie als - bisweilen heikle - soziopolitische Satire im Stil der Hollywood-Filme Paul Verhoevens, wandelt sich nun in einen kompromisslosen Überlebenskampf, der genug Überraschungen bereit hält, um sich seine Originalität bis zum letzten Dreh bereit zu halten, obwohl offensichtlich wird, dass Blomkamps Mühen um Authentizität sich auf ein Weltverständnis beruft, das weniger mit der Realität als mit seinen einschneidenden Filmerlebnissen seiner Jugend zu tun hat. Dennoch ist "District 9" ein Erlebnis, zumal Hauptdarsteller Sharlto Copley, ein enger Freund Blomkamps ohne vorherige Darstellererfahrung, als kafkaesker Sympathieträger in den Mühlen höherer Gewalten - ähnlich wie Jonathan Pryces Sam Lowry in Brazil, aber mit dem Aussehen des jungen Robert De Niro - ausgezeichnet ist. Weil ein durchschlagender Welterfolg zu erwarten ist, darf man sich jetzt schon auf Blomkamps angekündigte Fortsetzung (und ein mögliches Prequel) freuen: Aliens sind die besseren Menschen. Und Filmhelden. ts.

District 9

Darsteller:  Sharlto Copley   als Wikus Van De Merwe
  David James   als Koobus Venter
  Jason Cope   als Christopher Johnson
  Vanessa Haywood   als Tania
 
Regie:  Neill Blomkamp  
Drehbuch:  Neill Blomkamp  
  Terri Tatchell  
Produzent:  Peter Jackson  
  Carolynne Cunningham  
Ausf. Produzent:  Bill Block  
  Ken Kamins  
Kamera:  Trent Opaloch  
Schnitt:  Julian Clarke  
Musik:  Clinton Shorter  
Produktionsdesign:  Philip Ivey  
Kostüme:  Dianna Cilliers  

Matt Damon beweist Mut zur Glatze

Echte Profis bringen jedes Opfer, wenn ein Job zu erledigen ist. Für seine neue Rolle als harter Kerl trennte sich Matt Damon tapfer von seiner Matte.

Großansicht Jetzt gibt's Matt ohne Matte: Matt Damon trägt ab sofort Glatze (Foto: Warner)

Jetzt gibt's Matt ohne Matte: Matt Damon trägt ab sofort Glatze (Foto: Warner)

"Bourne"-Star Matt Damon hat sich den Schädel rasiert. Der Superstar wurde in Vancouver mit Glatze gesichtet. Damon dreht dort den von Neill Blomkamp inszenierten Science Fiction-Thriller "Elysium" und spielt darin einen beinharten Hund.

"Elysium" ist 150 Jahre in der Zukunft angesiedelt und beackert, wie es heißt, zahlreiche sozialpolitische Themen. Den Kniff, aktuelle Gesellschaftskritik in Science Fiction zu verpacken hat Regisseur Blomkamp bereits in seinem Erstling "District 9" angewandt.

Von dort brachte er auch für "Elysium" "seinen" Star Sharlto Copley mit. Außerdem sind Jodie Foster ("Der Biber") und Alice Braga ("Predators") mit von der Partie.

Luftiger Hollywood-Trend: Kurz- und Keinhaarstars

Matt Damon ist dabei nicht allein mit polierter Platte unterwegs. Auch Jake Gyllenhaal und Channing Tatum sind derzeit "oben ohne". Gyllenhaal für seine Rolle in "End of Watch", Tatum angeblich für seinen zweiten Einsatz als "G.I. Joe". Auch prominente Mädels haben ganz uneitel alte Zöpfe abgeschnitten: Dakota Fanning und Vanessa Hudgens tragen gerade ultrakurz für ihren neuen Filme.

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