Originaltitel: A Christmas Carol 3D
USA 2009
Jim Carrey
Gary Oldman
Colin Firth
Regie: Robert Zemeckis
Verleih: Walt Disney
Der selbstsüchtige und eigenbrötlerische Geizhals Ebenezer Scrooge lebt ein zurückgezogenes Leben als Misanthrop und führt seit dem Tod seines Partners sein Geschäft allein. Profitgier ist seine dominierende Eigenschaft. An Heiligabend bekommt er jedoch Besuch von den drei Geistern der vergangenen, der gegenwärtigen und der zukünftigen Weihnacht, die ihm sein Leben in all seiner Trostlosigkeit vor Augen führen. Mit einem Mal wird sich Scrooge seiner eigenen Kaltherzigkeit und deren Folgen bewusst und beginnt, sich zum Besseren zu wandeln.

Robert Zemeckis und Jim Carrey bringen den Weihnachtsklassiker schlechthin erstmals als 3-D-Erlebnis auf die große Leinwand und setzen vor allem auf die Schauwerte der Technik.
Es ist die Optik, die Zemeckis Neuinterpretation von Charles Dickens "Weihnachtsgeschichte" von seinen Vorgängern unterscheidet. Denn wie bei "Der Polarexpress" und "Die Legende von Beowulf" entwickelt der Regisseur, Produzent und Drehbuchautor in Personalunion sein derzeitiges Lieblingsspielzeug, das Motion-Capture-Verfahren, bei dem Mimik und Gestik der Schauspieler in Computeranimationen übersetzt werden, und deren 3-D-Darstellung weiter. In der Tat versetzen die Bilder den Zuschauer teilweise in Staunen. Gerade die Szenen zu Beginn des Films, in denen das London Mitte des 19. Jahrhunderts zum Leben erweckt wird, zeigen eindrucksvoll die Möglichkeiten der modernen 3-D-CGI-Techniken. Problematischer wird es, je näher der Film physisch und psychisch an die Figuren heranrückt.
Erzählt wird die Geschichte des verbitterten alten Mannes Ebenezer Scrooge, der es als Geldverleiher zu Wohlstand gebracht hat, darüber aber zum herzlosen Geizhals und Misanthropen wurde. Er hasst die Kinder, die auf der vereisten Straße spielen, die Sänger, die ein Weihnachtslied trällern, seinen Buchhalter Bob Cratchit, der es sich erlaubt, an Weihnachten einen Tag frei zu nehmen und natürlich die Vertreter der Fürsorge, die ihn um eine Spende für die Armen bitten. Doch da Weihnachten ist und somit auch der größte Griesgram eine zweite Chance verdient hat, erscheinen ihm nacheinander die drei Geister der vergangenen, der gegenwärtigen und der zukünftigen Weihnacht. Diese führen ihm vor Augen, wo er herkommt, wo er steht und wo er hingeht, wenn er sich nicht schnell ändert. Und da vor allem die Zukunft sehr düster aussieht, hat es dieser Geist besonders in sich. Einige der Schockmomente, die der an Gevatter Tod erinnernde Geist auffährt, um Scrooge den heilsamen Schrecken in die Glieder fahren zu lassen, dürften den kleinsten Kinozuschauern etwas zu sehr zusetzten. Gut, dass sich der Horror in einem weihnachtlich versöhnlichen und die Lust am Leben zelebrierenden Ende auflöst.
Der Kniff der Handlung, die vielen geläufig sein dürfte, besteht natürlich in der glaubhaften Darstellung von Scrooges emotionalem Wandel. Und Jim Carrey legt sich mächtig ins Zeug, nicht nur dessen böse Eigenschaften, sondern auch seine Reue deutlich zu machen. Hilfreich ist dabei, dass die Animatoren Scrooges Gesicht besonders viel Zeit gewidmet haben. Seine Mimik wirkt im Gegensatz zu anderen Figuren, z.B. dem des Geistes der gegenwärtigen Weihnacht - der wie die anderen Weihnachtsgeister ebenfalls von Carrey verkörpert wird -, lebendig und trotz aller Überzeichnungen realistisch. Dennoch schafft die künstliche Optik insgesamt ein Gefühl der Distanz und präsentiert mehr, als dass sie erlebbar macht. So findet man wie bei "Beowulf" auch hier keine Antwort auf die Frage, warum der Film nicht mit realen Schauspielern (vielleicht sogar besser) hätte funktionieren können. mahe.
| Darsteller: | Jim Carrey | als Ebenezer Scrooge | |
|---|---|---|---|
| Gary Oldman | als Bob Cratchit/Tiny Tim / Marleys Geist | ||
| Colin Firth | als Scrooges Neffe | ||
| Robin Wright | als Belle | ||
| Bob Hoskins | als Mr. Fezziwig/Joe | ||
| Cary Elwes | als Dick Wilkins | ||
| Molly C. Quinn | als Belinda Cratchit | ||
| Regie: | Robert Zemeckis | ||
| Drehbuch: | Robert Zemeckis | ||
| Produzent: | Robert Zemeckis | ||
| Jack Rapke | |||
| Steve Starkey | |||
| Buchvorlage: | Charles Dickens | ||
| Kamera: | Robert Presley | ||
| Schnitt: | Jeremiah O'Driscoll | ||
| Musik: | Alan Silvestri | ||
| Casting: | Victoria Burrows | ||
John Lasseter ist ein Mann mit extralanger Visitenkarte: Der Chief Creative Office Pixar Animation Studios & Walt Disney Studios platzte fast vor Stolz, als die Filmpläne der nächsten Jahre in London vorstellte.
"Animation war immer das Herz und die Seele von Disney und wird das auch in Zukunft sein", machte John Lasseter während seiner Präsentation in London deutlich. Wie die Zukunft aussieht, demonstrierte er auf der Leinwand des legendären Londoner "Odeon"-Premierenkinos. Teils ganze Szenen, teils erste 3D-Einblicke, teils nur erste Skizzen hatte er mitgebracht, um das Disney- und Pixar-Filmangebot der nächsten drei Jahre anzukündigen. Die Highlights: In Europa startet am 17. September "Oben" in den Kinos, einschließlich einer 3D-Fassung. Der Film hat in den USA bereits 300 Millionen Dollar eingespielt. Ebenfalls in 3D kommt am 12. November "Eine Weihnachtsgeschichte, eine geniale neue CGI-Verfilmung des Dickens-Klassikers mit Jim Carrey als fiesem Geizhals. Noch in iesem Jahr werden auch "Toy Story" und "Toy Story 2" in 3D folgen. Im Kino gibt es ab 10. Dezember das jazzige New Orleans-Märchen "Küß den Frosch".
Im nächsten Jahr soll "Toy Story 3 in Disney Digital 3D" den Kinosommer aufmischen. Synchronsprecher sind hier u. a. Tom Hanks und mit einer schrägen Igel-Figur Timothy Dalton. Der zweite große Disneytitel 2010 ist "Rapunzel", der im Winter in die Kinos kommen wird. Hier schwingt die Hauptfigur ihre Märchenmatte wie einst "Indiana Jones" seine Peitsche. Neues von einem echten Klassiker gibt's im Frühjahr 2011: "Winnie the Pooh" wird auch neu verfilmt. Dabei werden laut Lasseter fünf Geschichten zu einem großen Film verknüpft. Im Sommer 2011 wird Disney mit "Cars 2" in den Kinos Gas geben. "Lightning McQueen" muss dabei Rennen in fünf unterschiedlichen Ländern bestehen, vier davon in Europa. Auch Deutschland ist mit einer Rally im Schwarzwald vertreten, nebenbei gibt es im Film noch einen sehr amüsanten Abstecher aufs Oktoberfest. Im Winter 2011 kommt mit "The Bear and the Bow" der nächste große Pixarfilm in die Kinos. Das wird ein actionreiches Epos in den schottischen Highlands sein.
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