Originaltitel: Le dîner des cons
Frankreich 1998
Jacques Villeret
Thierry Lhermitte
Francis Huster
Regie: Francis Veber
Verleih: Tobis
Ein ausgewachsener Trottel wird wöchentlich zum "Dinner für Spinner" serviert, bei dem sich Pierre Brochant und seine Freunde auf Kosten des arglosen Gastes zu Tode amüsieren. Jüngster Kandidat ist Pignon, der seine Qualitäten als Nervensäge exklusiv Brochant demonstriert, als dieser, von frischem Trennungsschmerz gequält, Pignon ausgeliefert ist.

Wenn eine französische Komödie über acht Millionen Zuschauer in die Kinos lockt, werden in Hollywood die Messer zum Duell über Remake-Rechte gewetzt, und hoffen deutsche Verleiher, daß sich trotz jüngst gefloppter gallischer Hits ("Die Zeitritter", "Taxi") endlich auch im Humor europäische Einheit realisieren läßt. Ähnlich hoher Zulauf wie in seinem Produktionsland steht für "Dinner für Spinner" nicht auf der Karte, aber Francis Vebers neueste Produktion durchbricht immerhin die erfahrungsgestützte Faustregel, daß der Amüsierwert französischer Komödien sich umgekehrt proportional zu ihrem Einspiel verhält.
Nach eher enttäuschenden Jahren in Hollywood, in denen der Autor selbst ("Das Bankentrio") wie auch Kollegen (etwa Nadia Tass mit "Reine Glückssache") vergeblich versuchten, seine Erfolge für den US-Markt zu adaptieren (Ausnahme: Mike Nichols' "Ein Käfig voller Narren"), landete der Vielschreiber in der alten Heimat bereits seinen zweiten Hit in Folge, mit einem ihm vertrauten Komödienrezept (etwa in "Die Filzlaus"), das einen halbwegs normalen Vertreter der Spezies Mensch mit einer Aberration paart, die auch als Idiot deklariert werden könnte. Vebers Variation ist dabei so originell wie einfach und trägt seinen in der Beschränkung auf einen zentralen Schauplatz, in Sets und Dramaturgie an ein Boulevardstück erinnernden Film recht vergnüglich über die mit 80 Minuten geraffte Laufzeit. Der titelgebende Abendspaß ist der wöchentliche Höhepunkt für Pierre Brochant (Thierry Lhermitte) und seine solidarisch sadistischen Freunde, die sich ausgewählte Paradetrottel zum Essen laden, um sich auf deren Kosten zu amüsieren. Daß Francois Pignon (Jacques Villeret) all seine Vorgänger in den Schatten stellen wird, erfährt Brochant am eigenen Leib. Denn nach einem Hexenschuß sagt er zwar das Dinner ab, ist aber den gutgemeinten, doch Chaos im Akkord produzierenden Aktionen Pignons im eigenen Appartement ausgeliefert, wobei sich in der Flut der abendlichen Probleme (Schmerz im Rücken, Nymphomanin am Hals und die davongelaufene Frau noch im Herzen) Pignon als das hartnäckigste herausstellt. "Der läuft außer Konkurrenz", zieht Brochants Freund Leblanc (ansteckend komisch: Francis Huster) ein prustendes Fazit, das man unterhaltungsmäßig, verglichen mit jüngeren französischen Komödienhits, auch auf "Dinner für Spinner" übertragen kann. Obwohl sich Vebers vor allem von Situationskomik lebender Film durchaus seine Auszeiten nimmt. kob.
| Darsteller: | Jacques Villeret | als François Pignon | |
|---|---|---|---|
| Thierry Lhermitte | als Pierre Brochant | ||
| Francis Huster | als Leblanc | ||
| Alexandra Vandernoot | als Christine | ||
| Daniel Prévost | als Cheval | ||
| Catherine Frot | als Marlene | ||
| Regie: | Francis Veber | ||
| Drehbuch: | Francis Veber | ||
| Produzent: | Alain Poiré | ||
| Buchvorlage: | Francis Veber | ||
| Kamera: | Luciano Tovoli | ||
| Schnitt: | Georges Klotz | ||
| Musik: | Vladimir Cosma | ||
| Produktionsdesign: | Hugues Tissandier | ||
| Kostüme: | Jacqueline Bouchard | ||
| Ton: | François Groult | ||
| Bruno Tarrière | |||
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