Regimekritisches Videotagebuch des iranischen Filmregisseurs Jafar Panahi, der zu Haft und Berufsverbot verurteilt wurde. http://images.kino.de/flbilder/max12/auto12/auto20/12200419/b150x150.jpg Dies ist kein Film

Filmdetails

Dies ist kein Film

Regimekritisches Videotagebuch des iranischen Filmregisseurs Jafar Panahi, der zu Haft und Berufsverbot verurteilt wurde.


Dies ist kein Film

Originaltitel: In film nist

Dokumentarfilm

Iran 2011

Jafar Panahi

Regie: Jafar Panahi, ...

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Dies ist kein Film

Der iranische Filmregisseur Jafar Panahi wurde wegen Unterstützung der Oppositionsbewegung im Iran zu sechs Jahren Haft verurteilt. Zusätzlich verhängte die Regierung unter Ahmadinedschad ein 20-jähriges Berufsverbot. Kurz bevor Panahi die Haftstrafe antrat, konnte er ein regimekritisches Videotagebuch aus dem Land zu den Filmfestspielen von Cannes schmuggeln. Darin dokumentiert er einen emotional aufwühlenden Tag in seinem monatelangen Warten auf den endgültigen Urteilsspruch.


Jafar Panahi ist ein international erfolgreicher Filmregisseur aus dem Iran. Mit Hilfe seines Freundes Mojtaba Mirtahmasb, der ebenfalls Regisseur ist, gelingt es ihm, diesen Dokumentarfilm in einem Kuchen aus dem Land zu schmuggeln. Aufgenommen mit einer einfachen DV-Kamera und einer Handykamera behandelt das Videotagebuch von der Zensur im Iran und Panahis bevorstehender Verhaftung. Seit Monaten steht Panahi schon unter Hausarrest und wartet auf den Urteilsspruch, der ihm jeden Moment die Freiheit nehmen kann.

Der Dokumentarfilm "Dies ist kein Film" wurde im Mai 2011 bei den Filmfestspielen in Cannes uraufgeführt. Darin reflektiert Panahi einige seiner Filme, das Filmen im Allgemeinen und die iranische Zensur, unter der er beruflich und emotional leidet. In teilweise verwackelten und direkten Bildern bekommt der Zuschauer einen Eindruck von der Machtlosigkeit Panahis gegenüber dem übermächtigen iranischen Regime. Ironischerweise nennt er sein Werk "Dies ist kein Film", - eine eindrucksvolle Momentaufnahme der Lebens- und Arbeitssituation der unterdrückten iranischen Filmschaffenden "The reality of being alive and the dream of keeping cinema alive motivated us to go through the existing limitations in Iranian cinema." (Panahi)

Jafar Panahi ist einer der international bekanntesten unabhängigen iranischen Filmregisseure. Neben zahlreichen Dokumentationen und Kurzfilmen hat er einige Spielfilme geschaffen. Sein Debüt "Der weiße Ballon" (1995) wurde in Cannes mit der "Caméra d'Or" ausgezeichnet, "Der Kreis" (2000) mit dem Goldenen Löwen bei den Internationalen Filmfestspielen in Venedig, und "Offside" (2006) auf der Berlinale mit dem Silbernen Bären.
Das Thema seiner Filme sind die schwieriger werdenden Lebensumstände im Iran. Aufgrund seiner Unterstützung der Oppositionsbewegung "Grüne Bewegung" 2009 muss er derzeit eine Haftstrafe von sechs Jahren absitzen und darf für die nächsten 20 Jahre weder Filme drehen noch Drehbücher schreiben, das Land verlassen oder Interviews geben. 2011 wurde er als Jurymitglied zur Berlinale eingeladen. Die iranische Regierung verweigerte ihm jedoch die Ausreise. Sein Platz in der Jury blieb das Festival über unbesetzt als Zeichen der Anerkennung der Festivalleitung für Panahis Kampf um Freiheit.
Co-Regisseur Mojtaba Mirtahmasb, Panahis Vertrauter und Freund, muss wegen seiner regimekritischen Äußerungen eine Haftstrafe von sechs Monaten verbüßen.

Quelle: ARTE, www.arte.tv

Dies ist kein Film

Darsteller:  Jafar Panahi  
 
Regie:  Jafar Panahi  
  Mojtaba Mirtahmasb  
Drehbuch:  Jafar Panahi  
Produzent:  Jafar Panahi  
Kamera:  Jafar Panahi  
  Mojtaba Mirtahmasb  
Schnitt:  Jafar Panahi  
  Mojtaba Mirtahmasb  

Cannes-Splitter

Das 64. Festival de Cannes war ein wahrhaft großes Fest für den Film. Und obwohl gelitten, gestorben, gedemütigt und geweint wurde, schließlich sogar die Welt unterging und in Pressekonferenzen Unsinn verzapft wurde - was zurückbleibt von zehn Tagen voller Filme ist das Gefühl, Bedeutendes miterlebt zu haben. Bei etwas dabei gewesen zu sein, was zählt. Nicht nur bei den Filmen auf der Leinwand, sondern auch in den Momenten am Rande.

Großansicht Unvergessen: Jean-Paul Belmondo in Godards Meisterwerk "Außer Atem" (Foto: Neue Visionen)

Unvergessen: Jean-Paul Belmondo in Godards Meisterwerk "Außer Atem" (Foto: Neue Visionen)

Die bewegendsten Momente vor und auf der Leinwand

Er kam auf Krücken, erklomm am Arm seiner jungen, attraktiven Frau nur mühsam die wenigen Stufen zur Bühne, aber er hat nichts von seiner Anziehungskraft verloren: Jean-Paul Belmondo, Action-Star und Charakterkopf, nahm die Herzen im Sturm, wurde gefeiert wie ein Held. "Bébel", wie ihn die Franzosen liebevoll nennen, wurde mit einer Goldenen Palme für sein Lebenswerk geehrt.

Während der Aufführung einer neuen Doku über das Rauhbein mit dem weichen Kern gab es immer wieder bewegenden Szenenapplaus, wenn der Star, der auch die gefährlichsten Stunts selbst machte, an einem Hubschrauber hängend über ganz Venedig fliegt oder aus der Luft auf einem fahrenden Boot landet. Kaum zu glauben, dass dieser nach einem Schlaganfall vor zehn Jahren gebrechliche alte Mann diese Kunststücke vollbrachte.

Aber nicht nur für sie lieben und verehren ihn seine Landsleute noch heute: Er war das Gesicht der Nouvelle Vague, entdeckt von Jean-Luc Godard, der ihn und die gesamte neue, mächtige Welle mit Filmen wie "Außer Atem" und "Elf Uhr nachts" ins Bewusstsein des Weltkinos spülte, ehe er, in freundschaftlicher Rivalität mit Alain Delon, die Kinokassen klingeln ließ. Sein Publikum bescherte der Ikone des französischen Kinos, der sich in den letzten Jahren hauptsächlich dem Theater widmete, einen enthusiastischen Empfang.

Ebenso Bernardo Bertolucci, Meister großer Skandalfilme ("Der letzte Tango in Paris", 1972) und Epen ("1900", 1976), der im Rahmen der Eröffnungsgala ebenfalls für sein Lebenswerk geehrt wurde. Einige Tage später stellte er in der Reihe "Cannes Classics" "Der große Irrtum" von 1970 vor. Er kam im Rollstuhl, doch seine Worte und Gedanken sind ebenso hellwach wie einst. Die scharfsinnige Analyse von politischem Opportunismus, Faschismus und unterdrückter Sexualität geht heute noch genauso unter die Haut wie vor 40 Jahren. Echte Meisterwerke sind eben wirklich zeitlos. Leider scheint sich der Oscar-Preisträger ("Der letzte Kaiser") nach seinem letzten Film "Die Träumer" von 2003 zur Ruhe gesetzt zu haben.

Noch weiter zurück ging es bei den "Cannes Classics" mit Georges Méliès' "Die Reise zum Mond". Der 16-minütige Farbfilm von 1902, der lange als vermisst galt, wurde 1993 wieder aufgefunden und jüngst restauriert. Jetzt war er erstmals in den damals verwendeten, überraschend leuchtenden Farben zu sehen, mit einem neuen Soundtrack der französischen Popband Air.

Bilder zu "Die Reise zum Mond"

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Und dann sorgte am Ende doch ein ganz aktueller, eigentlich unspektakulärer Film für Furore, in einem Brot nach Cannes geschmuggelt: Mit "This is not a Film" beweist der iranische Filmemacher Jafar Panahi, vom Regime mit langjähriger Haft und 20jährigem Berufsverbot belegt, dass selbst brutalste Unterdrückung nicht mundtot machen muss.

Der "Nicht-Film" zeigt, wie Panahi in seiner Teheraner Wohnung, abgeschlossen von der Außenwelt, mit seiner Anwältin und Freunden telefoniert und im Wohnzimmer sein letztes Drehbuch nachstellt. Vorlesen und schauspielern ist nicht verboten - und wo es keinen Film gibt, wird auch gegen keine Auflage verstoßen. Doch irgendwann bricht er entmutigt ab: Filme sollte man inszenieren, nicht vorlesen - was hat das für einen Sinn? Das geht unter die Haut. Sein Akt großen Mutes, der die Aufmerksamkeit der Welt von der Sonne Cannes' an einen dunklen Ort richtete, wird in Erinnerung bleiben.

Ebenso wie die tollsten Film-Szenen dieses starken Jahrgangs:

Den stärksten Eindruck hinterließen auf jeden Fall Terrence Malicks Palmen-Gewinner "The Tree of Life" und "Melancholia". Ersterer stellt sich mit aller filmischen Wucht und optischen Opulenz den Fragen nach dem Wunder des Lebens, der Suche des Menschen nach Einheit mit sich selbst und mit der Natur.

Als dunkles Gegenstück quasi kann Lars von Triers ("Antichrist") großartiger, aufwühlender "Melancholia" (Start: 6. Oktober) gelesen werden, mit den eindringlichsten Bildern des Festivals, die man so schnell nicht vergessen wird, und einem wuchtigen Prolog, untermalt von Wagners "Tristan und Isolde"-Ouvertüre. Unvergesslich auch die Bilder vom Golfplatz, der das Anwesen umgibt, auf dem die Schwestern Justine (Darsteller-Preis für Kirsten Dunst) und Claire (Trier-Muse Charlotte Gainsbourg aus "Antichrist") der Weltuntergang ereilt. Auf den Grüns versinkt man knietief im Morast, und spätestens am 19. Loch (beim Golfsport gibt es nur 18) weiß man dann, dass es kein gutes Ende mit der Erde nehmen wird ...

Kurios, aber fantastisch: Sean Penn im italienischen Beitrag "This Must Be the Place" von Paolo Sorrentino: als stark überschminkter, auf Goth getrimmter alternder Rockstar rechnet er auf auf einer wahnwitzigen Odyssee durch die Vereinigten Staaten mit einem Kriegsverbrecher ab, der einst seinen Vater quälte, und kann so auch seine eigenen Dämonen bändigen. So hat man Sean Penn noch nie gesehen, so behält man ihn gern im Gedächtnis.

Bilder zu "Cheyenne - This Must Be the Place"

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Star

Jafar Panahi

* 11.07.1960

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