Film noir um die unerfüllten Beziehungen und emotionalen Niederungen dreier Menschen im kriminellen Milieu. http://images.kino.de/flbilder/max97/bf97/bf13/b9713020/b150x150.jpg Diebe der Nacht

Filmdetails

Diebe der Nacht

Film noir um die unerfüllten Beziehungen und emotionalen Niederungen dreier Menschen im kriminellen Milieu.


Diebe der Nacht
Start: 24.04.1997

Originaltitel: Les voleurs

Drama / Kriminalfilm

Frankreich 1996
Laufzeit: 118 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Daniel Auteuil
Catherine Deneuve
Laurence Côte

Regie: André Téchiné
Verleih: Concorde

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Inhalt

Ein Polizist beginnt ein Verhältnis mit einer kleinen Gaunerin, die zur Bande seines kriminellen Bruders gehört. Gleichzeitig lernt er deren lesbische Freundin, eine sensible Philosophie-Professorin, kennen. Als das Mädchen nach einem mißlungenen Coup untertaucht und verschwindet, versuchen beide, damit fertigzuwerden. Während der Polizist zu altem Diensteifer zurückfindet, zerbricht die Frau an der verlorenen Liebe.


Kritik

Diebe der Nacht

Der Film noir als Schaubühne emotionaler Abgründe hat im französischen Kino eine lange Tradition, und so ist es kein Zufall, daß André Téchiné dieses Genre für seinen Exkurs in die Düsternis menschlichen Zusammenlebens wählte: Vom Leben und von der Liebe in der Halbwelt der Diebe und Polizisten erzählt "Les Voleurs", ein komplex strukturierter, mit sozialen Statements beschwerter Cop-Thriller, der im Wettbewerb von Cannes lief.

Wie schon in "Meine liebste Jahreszeit" beginnt Téchiné damit, durch das sorgfältige Vorstellen der Figuren ein grobes Exposé zu zeichnen, ehe er aus dem Miteinander der Charaktere die Story sich entwickeln läßt. Das zentrale Ereignis in "Les Voleurs" ist der Tod des erfolgreichen Autodiebs Ivan (Didier Bezache), der bei einem fehlgeschlagenen Coup erschossen wird. In einzelnen, zeitlich vor oder nach Ivans Tod spielenden Kapiteln erzählen die anderen Personen aus ihrer eigenen Perspektive die Geschichte des Films: Alex (Daniel Auteuil) ist Polizist und seinem Bruder Ivan in Haßliebe verbunden. Als Alex die Straßengöre Juliette (Laurence Côte), die zu Ivans Bande gehört, aufgreift und mit ihr ein Verhältnis beginnt, lernt er auch Juliettes lesbische Freundin, die Philosophie-Professorin Marie (Catherine Deneuve), kennen. Während Marie in Juliette ihre große Liebe gefunden hat, reduziert Alex seine Beziehung zu dem Mädchen auf das rein Sexuelle. Der Tod Ivans treibt Juliette schließlich aus der Stadt und aus dem Leben der beiden.

Die Facettenartigkeit der Geschichte erlaubt es Téchiné einerseits, ein enorm dichtes Milieubild zu zeichnen: Da sind die professionellen Diebe mit ihren burgeouisen Träumen von sozialem Aufstieg und gesicherten Familienverhältnissen, die über drei Generationen hinweg ihr Gewerbe organisieren. Da ist der innerlich wie äußerlich verhärtete Polizist, der selbst seine späten Erkenntnisse von Liebe und Verantwortung nicht mit seinem gesellschaftlichen Auftrag kollidieren läßt. Und da ist die sensible Intellektuelle, die an ihrer Vorstellung von selbstloser Aufopferung und Glück zerbricht. Der Titel des Films, "Die Diebe", umfaßt alle diese Figuren und drückt Téchinés brutale und zugleich genreübliche Überzeugung von der Schlechtheit der Menschen aus.

Andererseits verlangt "Les voleurs" dem Zuschauer auch einige Geduld ab, sich von dem dichten Netz der Handlung einfangen und bis zum bittersüßen Ende tragen zu lassen. Vor allem die Leistung der fabelhaften Schauspieler lassen allerdings die Faszination an diesem dunklen, kantigen Film nie schwinden. "Les voleurs" mag als Genrebeitrag mit einigen Sehgewohnheiten brechen. Als Schauspielerfilm ist er schlicht großes französisches Kino. evo.

Diebe der Nacht

Darsteller:  Daniel Auteuil   als Alex
  Catherine Deneuve   als Marie
  Laurence Côte   als Juliette
  Benoît Magimel   als Jimmy
  Julien Riviere   als Justin
  Didier Bezace   als Ivan
  Fabienne Babe   als Mireille
  Ivan Desny  
  Pierre Perez  
  Regis Betoule  
 
Regie:  André Téchiné  
Drehbuch:  André Téchiné  
  Gilles Taurand  
Produzent:  Alain Sarde  
Kamera:  Jeanne Lapoirie  
Schnitt:  Martine Giordano  
Musik:  Philippe Sarde  

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