Originaltitel: De tweeling
Niederlande/Luxemburg 2002
Nadja Uhl
Thekla Reuten
Gudrun Okras
Regie: Ben Sombogaart
Verleih: Studiocanal
Nach dem Tod ihrer Eltern werden zwei sechsjährige Zwillingsschwestern 1926 brutal voneinander getrennt und kommen in die Obhut höchst unterschiedlicher Pflegefamilien. Ohne jeden persönlichen Kontakt zueinander wachsen sie zu jungen Frauen heran. Anna (Nadja Uhl), zunächst misshandelt und ausgenutzt, findet schließlich Anstellung bei einer gutmütigen Gräfin, holt versäumte Bildung nach und heiratet einen SS-Mann. Lotte (Thekla Reuten) wächst, als Kind wohlumsorgt, in Holland heran und findet ihr Glück an der Seite ihres jüdischen Verlobten. Der ausbrechende Krieg stellt die neugeknüpften Familienbande bald auf eine harte Probe.
Eine Oscar-Nominierung und eine handfeste gesellschaftliche Kontroverse begleiteten Ben Sombogaarts Verfilmung von Tessa de Loos Bestseller im Heimatland. Nadja Uhl stiehlt allen die Show im einfühlsamen Familiendrama vor historisch brisantem Hintergrund.
Drama um das Schicksal zweier getrennter, deutscher Zwillingsschwestern in den Niederlanden des Zweiten Weltkriegs.
Nach dem Tod der Eltern werden 1926 in Köln die deutschen Zwillingsschwestern Anna (Sina Richardt) und Lotte (Julia Koopmans) grausam getrennt. Während Anna auf einem Bauernhof schuftet und nach ihr vorenthaltener Bildung hechelt, wächst Lotte wohlbehütet bei einer niederländischen Familie auf.
Die jeweiligen Briefe der Schwestern werden abgefangen. Zehn Jahre später wird Anna (Nadja Uhl), in eine Haushaltsschule geschickt und arbeitet später für eine freundliche, ziemlich überspannte Gräfin (Barbara Auer). Lotte (Thekla Reuten) besucht Anna auf dem Gutshof und die beiden erleben glückliche Tage.
Im Krieg wird Lottes jüdischer Verlobter deportiert. Lotte macht Anna, die mit einem österreichischen SS-Soldaten verheiratet ist, dafür verantwortlich und bricht die Beziehung ab.
Ben Sombogaarts einfühlsame Verfilmung des Bestsellers von Tessa de Loo um Hassliebe, Vorurteile und die Last der Vergangenheit wurde in den Niederlanden heftig diskutiert. Hervorragende Schauspielerleistungen, insbesondere von Nadja Uhl, kurze prägnante Szenen und elegante Zeitübergänge halten die Spannung des zweisprachig gedrehten, gefühlvollen Dramas.
| Darsteller: | Nadja Uhl | als Anna (20 Jahre) | |
|---|---|---|---|
| Thekla Reuten | als Lotte (20 Jahre) | ||
| Gudrun Okras | als Anna (80 Jahre) | ||
| Ellen Vogel | als Lotte (80 Jahre) | ||
| Sina Richardt | als Anna (6 Jahre) | ||
| Julia Koopmans | als Lotte (6 Jahre) | ||
| Margarita Broich | als Tante Martha Bamberg | ||
| Ingo Naujoks | als Onkel Heinrich Bamberg | ||
| Roman Knizka | als Martin Grosalie | ||
| Barbara Auer | als Charlotte Falkenau | ||
| Markus von Lingen | als Bernd | ||
| Betty Schuurman | als Henriette Rockanje | ||
| Jaap Spijkers | als Ferdinand Rockanje | ||
| Jeroen Spitzenberger | als David De Vries | ||
| Hans Somers | als Bram | ||
| Hans Trentelman | als Herr De Vries | ||
| Marieke van Leeuwen | als Frau De Vries | ||
| Manfred-Paul Hanig | als Falkenau | ||
| Janine Horsburgh | als Frau Grossalie | ||
| Manfred Tornelli | als Offizier | ||
| Regie: | Ben Sombogaart | ||
| Drehbuch: | Marieke van der Pool | ||
| Produzent: | Hanneke Niens | ||
| Anton Smit | |||
| Koproduzent: | Jani Thiltges | ||
| Ausf. Produzent: | Madelon Veldhuizen | ||
| Buchvorlage: | Tessa de Loo | ||
| Kamera: | Piotr Kukla | ||
| Schnitt: | Herman P. Koerts | ||
| Musik: | Fons Merkies | ||
| Produktionsdesign: | Michel de Graaf | ||
| Petra Weber | |||
| Kostüme: | Linda Bogers | ||
| Ton: | Coen Gravendaal | ||
| Peter Flamman | |||
| Casting: | Heta Mantscheff | ||
| Jeannette Snik | |||
Jeder Schuss ein Treffer.
Nach diesem Motto verlief die Oscar-Nacht für Peter Jackson und den Tolkien-Tross: "Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs" hat alle 11 Oscars gewonnen, für die er nominiert war - das gab's noch nie. Während sich der Vorgänger "Die zwei Türme" noch mit Preisen in den kleineren Kategorien begnügen musste, räumte das Finale der Trilogie auch in den Königsklassen Bester Film und Beste Regie ab.
Damit verneigte sich die Oscar-Jury zum krönenden Abschluss vor Peter Jacksons Tour de Force, der 15 Monate lang über 25.000 Mitwirkende koordinierte, um über neun Stunden Kino zu schaffen.
Es ist das erste Mal, dass der Preis für den besten Film an ein Fantasy-Werk geht. Zudem spielt "Der Herr der Ringe 3" mit seinen ebenfalls 11 Oscars nun in einer Liga mit "Ben Hur" (1960) und "Titanic" (1998).
Bei den Darstellern setzten sich die Favoriten durch. Charlize Theron wurde für ihre mutige Rolle einer hingerichteten Serienmörderin im aufwühlenden Drama "Monster" als beste Hauptdarstellerin geehrt. Sean Penn siegte als vorschneller Racheengel seiner ermordeten Tochter im Soziodram "Mystic River".
Tim Robbins, dessen Figur im selben Film zu Unrecht Opfer der Selbstjustiz wird, erhielt den Oscar als bester Nebendarsteller. Renée Zellweger gewann, nachdem sie letztes Jahr für "Chicago" noch leer ausgegangen war, endlich den ersehnten Goldjungen für ihren resoluten Auftritt als Farmerin neben Nicole Kidman im Bürgerkriegsepos "Unterwegs nach Cold Mountain".
Die deutschen Hoffnungen erfüllten sich nicht: Florian Baxmeyers Kurzfilm "Die rote Jacke" musste sich ebenso wie Katja Essons Kurzfilmdoku "Ferry Tales" der Konkurrenz geschlagen geben. Auch Nadja Uhl, Hauptdarstellerin im niederländischen Kandidaten "Die Zwillinge" für die Kategorie bester nicht-englischsprachiger Film, ging leer aus.
Gastgeber Billy Crystal führte gewohnt gut gelaunt und bissig durch den Abend im Kodak Theatre zu Los Angeles. Der übliche Seitenhieb auf die Politik blieb natürlich nicht aus:
"Vor 13 Jahren habe ich zum ersten Mal die Oscars moderiert. Und es ist erstaunlich, wieviel sich seitdem verändert hat: Damals hieß unser Präsident Bush, die Wirtschaft war im Eimer und wir hatten gerade einen Krieg mit dem Irak hinter uns..."
Engagierte Worte sprach Tim Robbins, der in "Mystic River" einen gebrochenen Mann darstellt, der als Kind entführt, misshandelt und missbraucht wurde: "Allen, die etwas Derartiges erlebt haben, möchte ich sagen: Hilfe zu suchen, ist nichts, wofür man sich schämen muss - sondern das Beste, was ein Mensch tun kann, um die Spirale der Gewalt zu stoppen."
Auch Charlize Theron hielt eine bewegende Dankesrede. Als sie 15 Jahre alt war, hatte ihre Mutter vor Charlizes Augen in Notwehr ihren Mann erschossen, der beide bedroht hatte: "Danke, Mom, Du hast soviel geopfert um mir zu ermöglichen, dass ich heute hier sein kann. Und ich werde jetzt nicht weinen!" Sie sagte es unter Tränen.
Sean Penn, dessen Erscheinen bis zuletzt unklar war, wurde erwartungsgemäß nicht so richtig warm mit der Oscar-Verleihung. Dreimal war er zuvor schon nominiert gewesen und hatte sich nie zur Zeremonie blicken lassen. Diesmal meinte er, den Goldjungen in der Hand: "Jeder, der diesen Beruf ausübt, weiß, dass es so etwas wie den besten Schauspieler eigentlich gar nicht gibt." Die Jury war da anderer Meinung.
Deutsche Schauspielerin. Vielseitig, wandlungsfähig, intelligent und natürlich, gehört Nadja Uhl zu den herausragenden deutschen Schauspielerinnen,...
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