Alice Dwyer
Dagmar Manzel
Mateusz Damiecki
Regie: Anna Justice
Verleih: Movienet (24 Bilder)
Die Jüdin Hannah und der Pole Tomasz lernen sich 1944 im Konzentrationslager kennen und verlieben sich ineinander. In ihrer verzweifelten Lage stiehlt Tomasz die Unifom eines Gefängniswärters und kann so mit Hannah fliehen. Eine beschwerliche Reise zu Tomasz Elternhaus beginnt, doch sie kommen wohlbehalten an. Als Tomasz der polnischen Widerstandsbewegung beitritt und von einem Einsatz nicht mehr zurückkehrt, glaubt Hannah ihn tot. Erst 32 Jahre später sollen sich durch einen Zufall wieder die Wege der beiden kreuzen.

Einfühlsam schildert Anna Justice das Schicksal einer Jüdin und eines Polen, die sich in der KZ-Hölle verlieben und von einer eifersüchtigen Lüge drei Jahrzehnte getrennt werden.
Es sind wahre Begebenheiten, die Anna Justice ("Max Minsky und ich") und ihre Drehbuchautorin Pamela Katz ("Rosenstraße") zu diesem Melodram inspiriert haben. Da aber auch Versatzstücke anderer Biographien mit einflossen, bleiben die Schicksale letztlich konstruiert in dem ambitionierten, mehrere Dekaden umspannenden Film, der verschiedene, mitunter gar disparate Phasen vereint: KZ-Ausbruchsthriller, Kriegsdrama, Charakterspiel und Liebes-Melo.
Am meisten elektrisiert die Liebesgeschichte im KZ, wo zwischen der atemlosen Schinderei das Unwahrscheinliche geschieht: Die Berliner Jüdin Hannah und der Pole Tomasz (berührend: Alice Dwyer und Mateusz Damiecki) haben sich dort 1944 verliebt und planen mit einem einfachen Trick die Flucht aus der Hölle, die realistisch wie selten geschildert wird. Eine nervöse Kamera folgt beiden durch den gnadenlos unmenschlichen Lageralltag, zeigt die permanente Todesangst, erkundet die Nischen, in denen sich ausharren lässt. Eine rohe und düstere Ästhetik prägt diese Szenen, die an Suspense schwer zu überbieten sind.
Mit der heimlich schwangeren Geliebten flieht Tomasz in die Wälder, aber in Sicherheit ist das Paar nie: Die Bevölkerung hilft nicht, selbst Tomaszs Mutter (ambivalent: Susanne Lothar) ist schockierend antisemitisch und es wird ihre eifersüchtige Lüge sein, nach der sich beide, als sie sich in den Kriegswirren verloren haben, gegenseitig für tot halten. Zuerst sind die Polen den Deutschen, nach Kriegsende den Russen ausgeliefert. Darin entfaltet die Tragödie einer Frau, die ihre Habe und Kinder die Besatzer verliert, einen fatalen Nebeneffekt, der weiteres Leiden erzeugt.
Diese Überlebens-Geschichte, für die Kamera-Legende Michael Ballhaus als Associate Producer fungiert, erzählt Justice nicht chronologisch, sondern als Geflecht von Erinnerungen. Mitten in Spannungsszenen stattfindende Zeitsprünge in eine fast surreal banale Privatparty von 1976 unterstreichen zwar den Anspruch, drosseln aber die emotionale Kraft. Hier - im friedlichen New York - beginnt Hannahs Suche nach der verlorenen Zeit. Zwar nutzt Justice melodramatische Wendungen, verzichtet aber auf Sentimentalitäten und wagt viel, wenn sie sich der innerlich zerrissenen Hannah (spröde: Dagmar Manzel) nähert, die um ihre Liebe betrogen wurde.
tk.
| Darsteller: | Alice Dwyer | als Hannah Silberstein | |
|---|---|---|---|
| Dagmar Manzel | als Hannah Levine, geb. Silberstein | ||
| Mateusz Damiecki | als Tomasz Limanowski, jung | ||
| Lech Mackiewicz | als Tomasz Limanowski | ||
| David Rasche | als Daniel Levine | ||
| Shantal van Santen | als Rebecca Levine | ||
| Susanne Lothar | als Stefania Limanowska | ||
| Joanna Kulig | als Magdalena Limonowska | ||
| Adrian Topol | als Czeslaw Limanowski | ||
| Florian Lukas | als Hans von Eidem | ||
| Anja Antonowicz | als Ewa Limanowska | ||
| Adam Markiewicz | als Henryk | ||
| Miroslaw Zbrojewicz | als Janusz | ||
| Janina Lissovskaja | als Mrs. Górska | ||
| Pawel Burczyk | als Mirek | ||
| Petra Hartung | als SS Frau | ||
| Karina Krawczyk | als Róza | ||
| Joachim Paul Assböck | als SS Mann Krause | ||
| Sebastian Hülk | als SS Wachmann | ||
| Regie: | Anna Justice | ||
| Drehbuch: | Pamela Katz | ||
| Produzent: | Sven Woldt | ||
| Ausf. Produzent: | Michael Ballhaus | ||
| Kamera: | Sebastian Edschmid | ||
| Schnitt: | Uta Schmidt | ||
| Musik: | Julian Maas | ||
| Christoph M. Kaiser | |||
| Produktionsdesign: | Andreas Olshausen | ||
| Kostüme: | Beate Scheel | ||
| Maske: | Kerstin Gaecklein | ||
| Heiko Schmidt | |||
| Ton: | Olaf Mehl | ||
| Casting: | Simone Bär | ||
Deutsche Schauspielerin. Eine der aufregenden Nachwuchsschauspielerinnen des deutschen Films, die auch ohne Schauspielschulausbildung mit...
Die Schauspielerin Dagmar Manzel feierte zunächst große Erfolge auf der Theaterbühne, bevor sie regelmäßig auch in Kino- und...
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.