Stine Fischer Christensen
Ulrich Noethen
Dagmar Manzel
Regie: Christian Schwochow
Verleih: Falcom (24 Bilder)
Einer jungen Schauspielschülerin fehlt die nötige Ausstrahlung, sie gilt bei ihren Lehrern als "unsichtbar". Nur wenn nachts ihre behinderte Schwester keine Ruhe findet, traut sie sich, bei Gesang, Tanz und Spiel aus sich herauszugehen. Beim Vorsprechen entdeckt ein fanatischer Regisseur ihr Talent hinter der Schüchternheit und gibt ihr die Hauptrolle als Männer verschlingender Vamp, treibt sie psychisch und physisch an ihre Grenzen. Sie streunt mit blonder Perücke wie eine Fremde durch die Stadt, gewinnt an Selbstbewusstsein und taucht gleichzeitig ein in eine Welt der Selbstzerstörung.

Porträt einer jungen Schauspielstudentin, die für ihre erste große Bühnenrolle an die Grenzen ihrer psychischen Kraft geht.
Das Streben nach Perfektion zu verfilmen - nach "Black Swan" liegt die Latte hoch. Davon lässt sich Christian Schwochow nicht einschüchtern, nach seinem Debüterfolg "Novemberkind" geht er das Thema mutig an und setzt auf die traditionelle Karte des fanatischen Regisseurs, der eine junge Schauspielstudentin gnadenlos an die Grenzen und darüber hinaus treibt. Seine Heldin Fine muss mit dem für eine Schauspielerin vernichtenden Urteil leben, nahezu unsichtbar zu sein. Nur wenn ihre geistig behinderte Schwester nachts mit dem Kopf gegen die Wand knallt, bricht sie heraus aus ihrem Kokon und bringt die Kleine mit Gesang, Spiel und Tanz zur Ruhe. Beim Vorsprechen entdeckt ein bekannter Regisseur die Verletzbarkeit und die Abgründe hinter der unauffälligen Fassade und engagiert das schüchterne Mädchen für die Hauptrolle des männermordenden Vamps, für den Sex "wie Kuchenessen ist". Immer mehr verfällt sie dem Theatermacher und lässt sich manipulieren, streunt mit blonder Perücke durch die Stadt und macht Männer an, gewinnt an Selbstbewusstsein und taucht gleichzeitig ein in eine Welt der Selbstzerstörung.
Das psychologisch komplizierte Drama spielt vorwiegend in dunklen Räumen und beklemmender Atmosphäre als Spiegelbild innerer Mauern und verbindet zwei Angst besetzte Bereiche, den des Erwachsenwerdens und den des Hungers nach Anerkennung. Dabei werden drei in sich verlorene und bindungsunfähige Individuen zusammen geführt - die sich selbst fremde junge Frau, ein 30Jähriger, den sie in Bann zieht und den besessenen Egomanen, der Schauspieler als seine Geschöpfe betrachtet. Das wäre genug Gefühlsdynamit gewesen für eine runde Geschichte, bei der Leben auf der Bühne und in Wirklichkeit kollidieren. Schwochow packt noch das familiäre Unheil obendrauf, die Verwundungen in der Kindheit, das Alleingelassensein durch eine Mutter, die sich nur um die kranke Schwester kümmert. Das ist manchmal etwas dick aufgetragen, aber Unstimmigkeiten und Klischees werden von einer grandios aufspielenden, von Schuldgefühl, Verantwortungsdruck und Mordlust geplagten Stine Fischer Christensen weggefegt. mk.
| Darsteller: | Stine Fischer Christensen | als Josephine Lorentz | |
|---|---|---|---|
| Ulrich Noethen | als Kaspar Friedmann | ||
| Dagmar Manzel | als Susanne Lorentz | ||
| Christina Drechsler | als Juliane Lorentz | ||
| Ronald Zehrfeld | als Joachim Bamberg | ||
| Anna Maria Mühe | als Irina | ||
| Ulrich Matthes | als Ben Kästner | ||
| Matthias Weidenhöfer | als Christoph Werner | ||
| Gudrun Landgrebe | als Vera | ||
| Corinna Harfouch | als Nina | ||
| Regie: | Christian Schwochow | ||
| Drehbuch: | Christian Schwochow | ||
| Heide Schwochow | |||
| Produzent: | Jochen Laube | ||
| Kamera: | Frank Lamm | ||
| Schnitt: | Jens Klüber | ||
| Musik: | Can Erdogan | ||
| Produktionsdesign: | Kobita Syed | ||
| Kostüme: | Kristin Schuster | ||
| Maske: | Michael Faralewski | ||
| Ton: | Günter Friedhoff | ||
| Casting: | Anja Dihrberg | ||
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