Originaltitel: Les filles du botaniste
Frankreich/Kanada 2006
Mylène Jampanoi
Li Xiaoran
Wei Dong Wang
Regie: Dai Sijie
Verleih: Universum (24 Bilder)
Die junge Waise Min Li (Mylène Jampanoi) möchte bei dem berühmten Botanik-Professor Chen (Ling Dong Fu) ein Praktikum absolvieren. Der lebt zurückgezogen auf einer Insel inmitten einer prachtvollen Pflanzenwelt und führt ein strenges Regiment über seine Tochter An (Li Xiaoran), die unter Vereinsamung leidet. Entsprechend erfreut ist sie über Lis Gesellschaft und aus anfänglicher Sympathie wächst erotische Anziehung, aus der Liebe wird - eine streng verbotene Beziehung. Um bei An bleiben zu können, heiratet Li ihren Bruder Dan (Wang Weidong).
In berauschend schöne Bilder getauchte Geschichte um eine verbotene gleichgeschlechtliche Romanze im China der 1980er-Jahre. Sensibel greift Dai Sijie nach seinem Erfolg "Balzac und die kleine chinesische Schneiderin" abermals ein Tabuthema seiner Heimat auf.
Poetisches Drama über eine homosexuelle Liebe in China vom "Balzac und die kleine Schneiderin"-Regisseur.
Die junge Waise Li (Mylène Jampanoi) will bei dem berühmten Botaniker Chen (Ling Dong Fu) studieren. Der strenge Vater lebt äußerst zurückgezogen mit seiner Tochter An (Li Xiaoran) auf einer kleinen Insel. An ist mehr als begeistert, dass sie in ihrer Abgeschiedenheit endlich Gesellschaft bekommt.
Aus der anfänglichen Freundschaft zwischen Li und An wird bald Liebe, die in der chinesischen Gesellschaft jedoch nicht geduldet wird. Die beiden jungen Frauen müssen sich etwas einfallen lassen, um zusammenbleiben zu können. Doch ihr Plan, dass Li Ans Bruder Dan (Wei Dong Wang) heiraten soll, führt direkt in die Katastrophe.
Nach seinem internationalen Arthouse-Erfolg "Balzac und die kleine chinesische Schneiderin" verfilmt Romanautor und Filmemacher Dai Sijie einen weiteren eigenen Stoff und präsentiert seine gefühlvolle Geschichte erneut vor berauschend schönen Bildern chinesischer Landschaft.
| Darsteller: | Mylène Jampanoi | als Li Ming | |
|---|---|---|---|
| Li Xiaoran | als An Cheng | ||
| Wei Dong Wang | als Dan Chen | ||
| Nhu Quynh Nguyen | als Schulleiterin | ||
| Van Quang Nguyen | als Meister Wang | ||
| Ling Dong Fu | als Mr. Chen | ||
| Regie: | Dai Sijie | ||
| Drehbuch: | Dai Sijie | ||
| Nadine Perront | |||
| Produzent: | Lise Fayolle | ||
| Koproduzent: | Roger Frappier | ||
| Luc Vandal | |||
| Mario Sotela | |||
| Ausf. Produzent: | Lise Fayolle | ||
| Maurice Illouz | |||
| Kamera: | Guy Dufaux | ||
| Schnitt: | Jean-François Bergeron | ||
| Musik: | Eric Levi | ||
| Produktionsdesign: | Alain Veyssier | ||
| Kostüme: | Wang Xiaoyan | ||
| Ton: | Wu Lala | ||
Noch in den 80er-Jahren galt Homosexualität in China als Geisteskrankheit und auf entsprechende "Vergehen" stand die Todesstrafe. Vor diesem Hintergrund erzählt Dai Sijie nach dem Welterfolg "Balzac und die kleine chinesische Schneiderin" nun in "Die Töchter des chinesischen Gärtners" (Kinostart 28.6.) die Geschichte einer Liebe, die trotzdem keine Grenzen kennt.
Wo die Liebe hinfällt, ist selbst die drohende Todesstrafe kein Hindernis (Foto: Universum (24 Bilder))
» Ihr Film zeigt viel nackte Haut. Das bedeutet für Filmemacher und Darstellerinnen aus China ein großes Risiko...
DAI SIJIE: Es sind ja eigentlich nur zwei oder drei Nacktszenen. Natürlich ist auch das für chinesische Verhältnisse sehr riskant. Die zwei jungen Frauen sind sich ihrer Homosexualität gar nicht bewusst, als sie sich treffen - sie sehnen sich einfach nach Liebe. Daher geht es in den Nacktszenen auch nicht so sehr um Erotik als um die Ästhetik einer starken Liebessehnsucht.
» Es gab jedenfalls in China seitens der Obrigkeit einigen Aufruhr um Ihren Film, was genau ist da vorgefallen?
Ich hatte mit Zhou Xun "Balzac und die kleine chinesische Schneiderin" gedreht. Ihr wurde nahegelegt, besser nicht in meinem neuen Film "Die Töchter des chinesischen Gärtners" mitzuwirken. Es ist nämlich so, dass das Thema Homosexualität in China schlicht verboten ist. Deswegen haben mir die chinesischen Behörden auch nicht erlaubt, dort zu drehen, es wäre ein Tabubruch gewesen. Also musste ich nach Vietnam ausweichen, um die passende Umgebung für die Szenen in der Natur und in den Gärten zu finden.
Vollständig mit der Figur identifizieren: Dai Sijie mit Li Xiaoran am Set (Foto: Universum (24 Bilder))
» Ihre Hauptdarstellerinnen sprechen nicht dieselbe Sprache, da Mylène Jampanoi in Frankreich aufgewachsen ist. Wie hat sich das auf den Film ausgewirkt?
Der Film basiert auf einer Begebenheit, die sich tatsächlich in China zugetragen hat. Wir fanden in einer Tageszeitung eine Notiz unter der Rubrik "Vermischtes". Allerdings war dies die Geschichte zweier echter Chinesinnen.
Ich habe mich aber entschieden, das zweite Mädchen keine echte Chinesin sein zu lassen, sondern stattdessen eine Frau mit russischer Mutter und chinesischem Vater. Da ich seit über zwanzig Jahren in Frankreich lebe, kann ich mich leichter mit einer Person identifizieren, die einen solchen kulturellen Hintergrund hat. Und eine glaubhafte Figur entsteht nur in Einklang zwischen Regisseur und Schauspieler und zwischen den Darstellern selbst. Und das wiederum ist keine Frage der Sprache.
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