Sozialdrama um eine junge Bauleiterin zwischen zwei Männern, das 1973 in der DDR verboten wurde, verschwand, als Schwarz-Weiß-Kopie wiedergefunden und rekonstruiert wurde. http://images.kino.de/flbilder/max10/auto10/auto30/10300161/b150x150.jpg Die Taube auf dem Dach

Filmdetails

Die Taube auf dem Dach

Sozialdrama um eine junge Bauleiterin zwischen zwei Männern, das 1973 in der DDR verboten wurde, verschwand, als Schwarz-Weiß-Kopie wiedergefunden und rekonstruiert wurde.


Die Taube auf dem Dach
Start: 09.09.2010

Drama

DDR/Deutschland 1973-2009
Laufzeit: 82 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)

Heidemarie Wenzel
Günter Naumann
Andreas Gripp

Regie: Iris Gusner
Verleih: defa-spektrum

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Inhalt

Linda Hinrichs arbeitet im Süden der DDR auf einer Großbaustelle für Plattenbauwohnungen als Bauleiterin. Dort arbeitet auch Student Daniel als Azubi, dessen Ausbildung von der Kranführerin Erika überwacht wird. Linda und Daniel fangen eine Beziehung an. Doch auch Hans Böwe, der ältere Baubrigadier, ist an Linda interessiert und macht ihr einen Heiratsantrag, den diese aber ablehnt.


Kritik

Die Taube auf dem Dach

Verbotener, verschollener und rekonstruierter Defa-Klassiker über eine Dreiecksgeschichte auf einer Großbaustelle in der DDR.

Zu den trotz liberaler Kulturpolitik der Ära Honecker verbotenen DDR-Filmen gehört Iris Gusners "Die Taube auf dem Dach", der von den Leitungsgremien der Defa nach Fertigstellung 1973 nicht abgenommen wurde. 1990 erlebte der Film, dessen Farbnegativ erhebliche Schäden aufwies, eine zweimalige Kinoaufführung. Das Auffinden des schwarzweißen Dup-Negativs, ermöglichte 2009 Restaurierung und Wiederaufführung.

Auf einer Großbaustelle im Süden der DDR, wo Plattenbauwohnungen entstehen, erweist sich die junge, aus Mecklenburg stammende schlagfertige Linda Hinrichs (Heidemarie Wenzel) als tatkräftige Bauleiterin. Sie beginnt ein Verhältnis mit Student Daniel (Andreas Gripp) und wird von dem älteren Baubrigadier Hans Böwe (Günter Naumann) umworben. Linda weist Böwes Heiratsantrag zurück. Das Ende bleibt offen.

Die Dreiecksgeschichte auf einer Großbaustelle ist typisch für Defa-Filme von "Auf der Sonnenseite" bis "Spur der Steine" (mit Manfred Krug), die spannungsvoll Diskrepanzen zwischen Alltagsrealität, Arbeit, Konflikten in der Materialwirtschaft und privaten Glücksvorstellungen, Zukunftsträumen, Beruf und Privatleben beschreiben. So setzt "Taube" Daniels von Kranführerin Erika (Erika Köllinger) überwachte Ausbildung, Szenen von dessen Idealen (Weltraumfahrt) entgegen, und konterkariert Böwes Erfahrung als Brigadier, der überall Neues aus dem Boden gestampft hat, mit dessen privaten Unsicherheiten. Die realistisch illusionslose Beschreibung, in der Kritik an den herrschenden Verhältnissen und Defiziten angelegt ist, reichte für ein Verbot.

Filmisch ist "Taube" wegen der offenen Dramaturgie interessant, die in kurzen prägnanten Szenen Schlaglichter setzt und Mitarbeit des Zuschauers fordert. Zu entdecken ist Heidemarie Wenzel, die in Filmen dieser Jahre, so in "Zeit der Störche" und als Pauls Ehefrau in "Die Legende von Paul und Paula", moderne selbstbewusste Frauen spielte. ger.

Die Taube auf dem Dach

Darsteller:  Heidemarie Wenzel   als Linda Hinrichs
  Günter Naumann   als Hans Böwe
  Andreas Gripp   als Daniel
  Wolfgang Greese   als Richter, Forstwirtschaftsleiter
  Herbert Köfer   als Sturm, Glaskugelfabrikant
  Christian Steyer   als Lene,Trompeter
  Annalene Hischer   als Frau in der Bar
  Erika Koellinger   als Erika, Kranführerin
  Monika Lennartz   als Schallplattenverkäuferin
  Lotte Loebinger   als Lindas Mutter
  Heinz Scholz   als Lindas Vater
  Chista Löser   als Sekretärin von Linda
  Katrin Martin   als Steffi
  Hilmar Baumann   als Absatzleiter im Plattenwerk
  Eva-Maria John   als Frau Kramer
  Helmut Gauß   als Herr Kramer
  Simon Harik   als Kerim
  Iren Sütö   als Dr. Sommer
  Werner Heitel   als Bernd
  Katrin John   als Freundin von Bernd
  Jürgen Karl Klauß   als Fernando
  Margarete Taudte   als Daniels Mutter
  Willi Neuenhahn   als Arthur
  Günter Rüger   als Günter
  Inken Gusner   als Elke, jung
  Amina Gusner   als Sabine, jung
 
Regie:  Iris Gusner  
Drehbuch:  Iris Gusner  
  Regine Kühn  
Kamera:  Roland Gräf  
  Jürgen Lenz  
Schnitt:  Helga Krause  
Musik:  Gerhard Rosenfeld  
Kostüme:  Günther Pohl  
Maske:  Gerhard Petri  
  Franciska Zorn  
Ton:  Werner Schulze  
  Klaus Wolter  
  Helga Kadenbach  

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