Heidemarie Wenzel
Günter Naumann
Andreas Gripp
Regie: Iris Gusner
Verleih: defa-spektrum
Linda Hinrichs arbeitet im Süden der DDR auf einer Großbaustelle für Plattenbauwohnungen als Bauleiterin. Dort arbeitet auch Student Daniel als Azubi, dessen Ausbildung von der Kranführerin Erika überwacht wird. Linda und Daniel fangen eine Beziehung an. Doch auch Hans Böwe, der ältere Baubrigadier, ist an Linda interessiert und macht ihr einen Heiratsantrag, den diese aber ablehnt.

Verbotener, verschollener und rekonstruierter Defa-Klassiker über eine Dreiecksgeschichte auf einer Großbaustelle in der DDR.
Zu den trotz liberaler Kulturpolitik der Ära Honecker verbotenen DDR-Filmen gehört Iris Gusners "Die Taube auf dem Dach", der von den Leitungsgremien der Defa nach Fertigstellung 1973 nicht abgenommen wurde. 1990 erlebte der Film, dessen Farbnegativ erhebliche Schäden aufwies, eine zweimalige Kinoaufführung. Das Auffinden des schwarzweißen Dup-Negativs, ermöglichte 2009 Restaurierung und Wiederaufführung.
Auf einer Großbaustelle im Süden der DDR, wo Plattenbauwohnungen entstehen, erweist sich die junge, aus Mecklenburg stammende schlagfertige Linda Hinrichs (Heidemarie Wenzel) als tatkräftige Bauleiterin. Sie beginnt ein Verhältnis mit Student Daniel (Andreas Gripp) und wird von dem älteren Baubrigadier Hans Böwe (Günter Naumann) umworben. Linda weist Böwes Heiratsantrag zurück. Das Ende bleibt offen.
Die Dreiecksgeschichte auf einer Großbaustelle ist typisch für Defa-Filme von "Auf der Sonnenseite" bis "Spur der Steine" (mit Manfred Krug), die spannungsvoll Diskrepanzen zwischen Alltagsrealität, Arbeit, Konflikten in der Materialwirtschaft und privaten Glücksvorstellungen, Zukunftsträumen, Beruf und Privatleben beschreiben. So setzt "Taube" Daniels von Kranführerin Erika (Erika Köllinger) überwachte Ausbildung, Szenen von dessen Idealen (Weltraumfahrt) entgegen, und konterkariert Böwes Erfahrung als Brigadier, der überall Neues aus dem Boden gestampft hat, mit dessen privaten Unsicherheiten. Die realistisch illusionslose Beschreibung, in der Kritik an den herrschenden Verhältnissen und Defiziten angelegt ist, reichte für ein Verbot.
Filmisch ist "Taube" wegen der offenen Dramaturgie interessant, die in kurzen prägnanten Szenen Schlaglichter setzt und Mitarbeit des Zuschauers fordert. Zu entdecken ist Heidemarie Wenzel, die in Filmen dieser Jahre, so in "Zeit der Störche" und als Pauls Ehefrau in "Die Legende von Paul und Paula", moderne selbstbewusste Frauen spielte. ger.
| Darsteller: | Heidemarie Wenzel | als Linda Hinrichs | |
|---|---|---|---|
| Günter Naumann | als Hans Böwe | ||
| Andreas Gripp | als Daniel | ||
| Wolfgang Greese | als Richter, Forstwirtschaftsleiter | ||
| Herbert Köfer | als Sturm, Glaskugelfabrikant | ||
| Christian Steyer | als Lene,Trompeter | ||
| Annalene Hischer | als Frau in der Bar | ||
| Erika Koellinger | als Erika, Kranführerin | ||
| Monika Lennartz | als Schallplattenverkäuferin | ||
| Lotte Loebinger | als Lindas Mutter | ||
| Heinz Scholz | als Lindas Vater | ||
| Chista Löser | als Sekretärin von Linda | ||
| Katrin Martin | als Steffi | ||
| Hilmar Baumann | als Absatzleiter im Plattenwerk | ||
| Eva-Maria John | als Frau Kramer | ||
| Helmut Gauß | als Herr Kramer | ||
| Simon Harik | als Kerim | ||
| Iren Sütö | als Dr. Sommer | ||
| Werner Heitel | als Bernd | ||
| Katrin John | als Freundin von Bernd | ||
| Jürgen Karl Klauß | als Fernando | ||
| Margarete Taudte | als Daniels Mutter | ||
| Willi Neuenhahn | als Arthur | ||
| Günter Rüger | als Günter | ||
| Inken Gusner | als Elke, jung | ||
| Amina Gusner | als Sabine, jung | ||
| Regie: | Iris Gusner | ||
| Drehbuch: | Iris Gusner | ||
| Regine Kühn | |||
| Kamera: | Roland Gräf | ||
| Jürgen Lenz | |||
| Schnitt: | Helga Krause | ||
| Musik: | Gerhard Rosenfeld | ||
| Kostüme: | Günther Pohl | ||
| Maske: | Gerhard Petri | ||
| Franciska Zorn | |||
| Ton: | Werner Schulze | ||
| Klaus Wolter | |||
| Helga Kadenbach | |||
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