Bazarbai Matei
Serikbai Khulan
Mardan Matei
Regie: Rene Bo Hansen
Verleih: Movienet
Der 13-jährige Bazarbai lebt mit seiner Nomadenfamilie im westlichsten Teil der Mongolei. Eigentlich würde er gerne wie sein älterer Bruder die Einöde verlassen und sein Glück in der Hauptstadt Ulan-Bator suchen. Doch sein Vater will ihn der Familientradition entsprechend zum Adlerjäger ausbilden. Als der Adler durch Bazarbeis Unachtsamkeit davonfliegt, gerät die Suche nach ihm zum Abenteuer. Er wird von Wölfen bedroht, landet bei einem skrupellosen Zirkusdirektor und flüchtet mit einem Mädchen in ein Kloster, bis er sogar seinen großen Bruder retten kann, der bei einem Minenunfall verschüttet wurde.

Mit der teils prächtig bebilderten Selbstfindungsreise eines mongolischen Nomadenjungen versucht sich der norwegische Dokumentarfilmer Rene Bo Hansen erstmals an einem Spielfilm.
Nach Byambasuren Davaa und Luigi Falorni, die 2003 mit "Die Geschichte vom weinenden Kamel" einen künstlerischen wie kommerziellen Überraschungserfolg feiern konnten, ist nun auch der Norweger Rene Bo Hansen der Faszination der mongolischen Wüste und ihrer Bewohner erlegen. Die Coming-of-Age-Story "Die Stimme des Adlers" erzählt vom 13-jährigen Bazarbai, der mit seiner Nomadenfamilie im westlichsten Teil der Mongolei lebt. Eigentlich würde er die triste Einöde zu gern verlassen und wie sein großer Bruder in die Hauptstadt Ulan-Bator gehen, wo das Leben tobt, man ordentlich Geld verdienen kann und die westliche Zivilisation bereits Einzug gehalten hat. Doch sein Vater hat "Besseres" mit ihm vor. Bazarbai soll einmal in seine Fußstapfen treten und - einer alten Tradition folgend - Adlerjäger werden. Da begeht der junge Nomadensohn wenig später einen folgenschweren Fehler. Durch eine Unachtsamkeit fliegt der ihm anvertraute Adler seines Vaters davon. Die Suche nach dem zahmen Tier gerät zu einer Odyssee, die Bazarbai einige aufregende Abenteuer (unter anderem mit Wölfen und einem skrupellosen Zirkusdirektor) bestehen lässt und bis nach Ulan-Bator führt, wo der Bub und der Adler, dessen Vertrauen er inzwischen gewonnen hat, sogar zum Lebensretter des großen Bruders avancieren.
"Die Stimme des Adlers" hat seine Stärken in den imposanten Aufnahmen der rauen, kargen und unendlich weiten mongolischen Landschaft sowie in der Beobachtung des Alltagslebens der Nomaden. Das kommt nicht von ungefähr, schließlich hat Regisseur Hansen sein Handwerk bei Dokumentationen gelernt und bereits dort gedreht ("Street Children in Mongolia"). Dass die Handlung des Spielfilms, die weitgehend dem wahren Leben des Protagonisten entspricht, für Erwachsene dennoch ein wenig hölzern daherkommt, liegt zum einen am minimalistischen Spiel der Laiendarsteller, zum anderen an der zurückhaltenden Inszenierung der dramaturgischen Höhepunkte. Manche Mängel mögen dem niedrigen Budget geschuldet sein, doch als Selbstfindungsreise, als Initiationsfilm sowie als Porträt einer Kultur und eines Landes, die für westliche Augen immer noch höchst befremdlich wirken, funktioniert "Die Stimme des Adlers" ganz wunderbar. lasso.
| Darsteller: | Bazarbai Matei | als Bazarbai | |
|---|---|---|---|
| Serikbai Khulan | als Inaara | ||
| Mardan Matei | als Bazarbais Vater | ||
| Asilbek Badelkhan | als Khan | ||
| Regie: | Rene Bo Hansen | ||
| Drehbuch: | Stefan Karlsson | ||
| Produzent: | Hannes Stromberg | ||
| Staffan Julén | |||
| Per Forgsen | |||
| Christoph Fisser | |||
| Dr. Carl Woebcken | |||
| Kamera: | Dixie Schmiedle | ||
| Schnitt: | André Bendocchi-Alves | ||
| Jana Musik | |||
| Musik: | Sebastian Pille | ||
| Steffen Kaltschmid | |||
| Ton: | René Göckel | ||
| Peter Knutas | |||
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