Originaltitel: Blindness
USA 2008
Julianne Moore
Mark Ruffalo
Danny Glover
Regie: Fernando Meirelles
Verleih: Studiocanal
Ohne Vorwarnung gerät eine Stadt in den Griff einer schrecklichen Seuche: Nach und nach erkranken die Menschen an einer Blindheit, die sie nur noch Weiß sehen lässt. Auch der Arzt des ersten Opfers (Mark Ruffalo) erblindet, allein seine Frau (Julianne Moore) scheint gegen die rätselhafte Krankheit immun. Um nicht von ihrem Mann getrennt zu werden, stellt sie sich blind und wird mit anderen Betroffenen interniert, während die Stadt im Chaos versinkt.
Die apokalyptische Verfilmung des Romans von Nobel-Preisträger Jose Saramago ist eine Intellektuellen-Version von "I am Legend". Fernando Meirelles ("Der ewige Gärtner") hält der Menschheit gnadenlos den Spiegel vor und bedient sich der Instrumente des Seuchenthrillers.
Was wäre wenn Blindheit plötzlich ansteckend wäre?
Nobelpreisträger José Saramago hat in seinem Roman "Die Stadt der Blinden" ein intensives Schreckensszenario entworfen. Lange galt das Buch als unverfilmbar, doch dann wagte sich "City of God"-Regisseur Fernando Meirelles an die schwierige Aufgabe, im Film allgegenwärtige Blindheit darzustellen.
In einer Stadt breitet sich rasant eine Krankheit aus, die Menschen innerhalb von kurzer Zeit das Augenlicht raubt. Um die Ausbreitung der Epidemie zu verhindern, werden die Betroffenen in Quarantäne gesperrt und dort sich selbst überlassen. Schon bald eskaliert die Situation, die Sitten verrohen und neue Rangordnungen entstehen. Mittendrin gibt es allerdings eine Frau, die gegen das seltsame Virus immun ist. Sie hatte sich nur blind gestellt, um ihren erkrankten Mann zu begleiten und muss tief in die Abgründe menschlicher Existenz blicken.
Julianne Moore legt als Sehende unter Blinden eine Glanzleistung hin - ungeschminkt, verletzlich und zugleich unglaublich stark. Aber auch Mark Ruffalo als ihr hilfloser Gatte und Gael García Bernal in einer äußerst diabolischen Rolle können überzeugen.
Insgesamt ist die düstere Inszenierung von "Die Stadt der Blinden" keine leichte Unterhaltung, auch wenn Fernando Meirelles den Film in einen weißen Schleier hüllt. Bei mehreren Perspektivenwechseln ist Aufmerksamkeit gefragt, doch angesichts der packenden Handlung ist das kein Problem. Die Gefahr dieses Dramas besteht vielmehr darin, dass es den Zuschauer auch nach dem Abspann nicht loslässt...
| Darsteller: | Julianne Moore | als Frau des Arztes | |
|---|---|---|---|
| Mark Ruffalo | als Arzt | ||
| Danny Glover | als Mann mit Augenklappe | ||
| Alice Braga | als Frau mit Sonnenbrille | ||
| Gael García Bernal | als Barkeeper / König von Block 3 | ||
| Don McKellar | als Dieb | ||
| Maury Chaykin | als Buchhalter | ||
| Yusuke Iseya | als Der erste Blinde | ||
| Yoshino Kimura | als Frau des ersten Blinden | ||
| Regie: | Fernando Meirelles | ||
| Drehbuch: | Don McKellar | ||
| Produzent: | Andrea Barata Ribeiro | ||
| Niv Fichman | |||
| Sonoko Sakai | |||
| Koproduzent: | Bel Berlinck | ||
| Sari Friedland | |||
| Ausf. Produzent: | Gail Egan | ||
| Simon Channing Williams | |||
| Tom Yoda | |||
| Akira Ishii | |||
| Victor Loewy | |||
| Buchvorlage: | José Saramago | ||
| Kamera: | César Charlone | ||
| Schnitt: | Daniel Rezende | ||
| Musik: | Marco Antonio Guimaraes | ||
| Produktionsdesign: | Tulé Peake | ||
| Kostüme: | Renée April | ||
Noch nie waren sich unsere Filmredakteure so einig!
Normalerweise diskutieren wir uns in der Redaktion von KINO.DE leidenschaftlich die Köpfe heiß, wenn's um Filmgeschmack geht. Doch dieses Jahr waren wir uns nicht nur untereinander einig. Wir mussten beim Vergleichen der Stimmen für die Top Ten unseres Teams auch noch entsetzt feststellen, dass wir derselben Meinung sind, wie die Oscar-Jury - über die wir uns in der Vergangenheit schon oft gewundert bis schwarz geärgert hatten.
Doch "No Country for Old Men", die genial absurde Killer-Groteske der Coens gewann 6 Oscars - und 6 Top Ten-Erwähnungen unserer acht stimmberechtigten Redaktionskritiker (Michaela, Natalie, was ist eigentlich mit Euch los?). Zwar hatte nur einer den Film zu seinem absoluten Liebling erkoren (Bravo, Alex!), doch jeder, der "No Country" in der Liste hatte, platzierte ihn in den Top 3. Besonders beliebt war auch das Indie-Juwel "Juno" um einen schwangeren Teenager - und natürlich das Eventmovie des Jahres: "The Dark Knight". Hier die komplette Liste unserer Lieblingsfilme 2008:
Wir wünschen wundervolle Feiertage!
Das Team von KINO.DE
Die fast transparente Haut betont die zerbrechliche wirkende Erscheinung der rothaarigen Julianne Moore. Hinter dem zarten Naturell...
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