Exzentrische Dramödie über eine Familie von ehemaligen Wunderkindern und den entfremdeten Vater, der sich mit ihnen versöhnen will. http://images.kino.de/flbilder/max02/bf02/bf04/b0204989/b150x150.jpg Die Royal Tenenbaums

Filmdetails

Die Royal Tenenbaums

Exzentrische Dramödie über eine Familie von ehemaligen Wunderkindern und den entfremdeten Vater, der sich mit ihnen versöhnen will.


Die Royal Tenenbaums
Start: 14.03.2002

Originaltitel: The Royal Tenenbaums

Komödie / Drama

USA 2001
Laufzeit: 110 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Gene Hackman
Anjelica Huston
Ben Stiller

Regie: Wes Anderson
Verleih: Buena Vista

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
(0 Bewertungen)

Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

Das ist doch tröstlich: Auch Genies haben dieselben Alltagssorgen wie Du und ich. Bei den Tenenbaums, einem wirklich skurrilen Familienclan, tritt beides gehäuft auf: Alle Kinder haben ungewöhnliche Talente und zutiefst menschliche Probleme. Patriarch Royal Tenenbaum kehrt nach Jahren auf dem Ego-Trip in den Schoß der Familie zurück und findet eben keine Genies vor, sondern ausgesprochen exzentrische Zeitgenossen. Neben Gene Hackman als Royal glänzen in Wes Andersons brillanter Ensemble-Komödie u.a. Anjelica Huston, Ben Stiller, Gwyneth Paltrow und Bill Murray.


Kritik

Die Royal Tenenbaums

Der Glanz des Hauses Tenenbaum ist verblasst, seit die drei genialen Kinder vom Leben in die Normalität zurückgestoßen wurden und nun enttäuscht über nicht eingehaltene große Erwartungen in einem Zustand stiller Isolation und seelischer Erstarrung verharren. Wie man aus dieser frustrierenden Selbstwahrnehmung kollektiven Versagens ein sanftes und charmant verrücktes Familiendrama machen kann, das trotz ernsthafter Beobachtungen zwischenmenschlicher und psychologischer Dynamik mit lakonischem Witz brilliert, zeigt dieser Film, der wie seine Protagonisten jede Umarmung verdient.

Die Tradition dieser exzentrischen Dramödie ist literarisch. Es gibt einen personalen Erzähler, eine Strukturierung in Kapitel, einen thematischen Faden (Versagen und Vergeben) und schillernde Charaktere, die die Aufmerksamkeit trotz der zentralen Position des Patriarchen Royal (Gene Hackman) auf mehrere Personen verteilen. Hackmans Figur, gelebte Verantwortungslosigkeit und Egoist im Ruhestand, ist die treibende Kraft der Handlung. Denn er verließ zwei Söhne, Adoptivtochter und Frau (Anjelica Huston) früh und bemüht sich nun spät um Versöhnung und Eingliederung in eine Familie, zu der er in seinen Augen nie wirklich gehörte. Weil er bei seinem Comebackversuch nicht mit großer Euphorie rechnen kann, simuliert er den Todkranken und zieht in das alte Heim, wo Ehefrau Ethel mittlerweile alle Kinder wieder um sich geschart hat. Was sich dem lebenslustigen Schlitzohr dann präsentiert, sind gequälte Existenzen, die gestern brillierten, aber heute stagnieren. Finanzgenie Chas verachtet seinen Vater und ist gerade dabei, seine jungen Söhne zu verängstigten Früherwachsenen zu machen. Bruder Richie leidet unter seinem Einbruch als Tennischamp (verlor gegen Court-Legende Gandhi!) und seiner unerfüllten Liebe zu Adoptivschwester und Ex-Starliteratin Margot (Gwyneth Paltrow), die nach zahlreichen Affären mit Männern und Frauen schließlich ehelich bei Bill Murray landete, was vielleicht zwingend erklärt, warum sie ihr restliches Leben im Schutz ihres Badezimmers verbringen will. So exzentrisch diese Figuren mit ihren Ticks auch wirken, hat ihr Verhaltensknick doch einen ernsten Kern. Die größte Leistung von Regisseur Wes Anderson, der wie schon bei "Rushmore" mit Akteur Owen Wilson das Drehbuch schrieb, ist das Einhalten einer harmonischen Balance zwischen verspielt und ernsthaft, komisch und tragisch. Immerhin gibt es in "The Royal Tenenbaums" einen Selbstmordversuch, den Tod und die Unmöglichkeit einer Liebe, einen abgehackten Finger, Drogensucht und die frustrierende Erkenntnis, dass ein chronischer Trauerkloß wie Paltrows Margot selbst bei engagierten lesbischen Französinnen kein Glück finden kann. Man versteht das Leid dieser Figuren, aber man leidet nicht - darin besteht wohl das Geheimnis dieses prominent besetzten Films, der seine Versöhnung mit dem Leben in einen märchenhaften Raum platziert, in dem New York mit falschen Straßennamen und anderen Realitätsverzerrungen konsequent eingepasst ist. Sowohl im Sentiment als auch seiner Komik ist Andersons Film ein Triumph in Understatement, der vielleicht nicht massentauglich ist, aber ohne Plakatives viel stärker nachwirkt. Unvergesslich, wie Chas ungerührt Zeitung liest, als Hackman von seinem Krebs erzählt, Paltrow nach ihrer echten Familie sucht und Zivilisationsadel Marke "Deliverance" vorfindet, wie Richie mit seinem Stirnband stets die Vergangenheit im Gesicht trägt oder Hackman mit dem umwerfenden Hausdiener Pagoda Cocktails im Schrank einnimmt. "The Royal Tenenbaums", Wettbewerbsbeitrag auf der Berlinale, ist Kino gepflegter Ausgefallenheit, wirkt versponnen, doch sichtbar von klaren, klugen Köpfen kreiert. kob.

Die Royal Tenenbaums

Darsteller:  Gene Hackman   als Royal Tenenbaum
  Anjelica Huston   als Etheline Tenenbaum
  Ben Stiller   als Chas Tenenbaum
  Gwyneth Paltrow   als Margot Tenenbaum
  Luke Wilson   als Richie Tenenbaum
  Owen Wilson   als Eli Cash
  Bill Murray   als Raleigh St. Clair
  Danny Glover   als Henry Sherman
  Seymour Cassel   als Dusty
  Kumar Pallana   als Pagoda
  Alec Baldwin   als Erzähler
  Grant Rosenmeyer   als Ari Tenenbaum
  Jonah Meyerson Dudley   als Uzi Tenenbaum
  Aram Aslanian-Perisco   als junger Chas
  Irene Gorovaia   als junge Margot
  Amedeo Turturro   als junger Richie
  Stephen Lea Sheppard   als Dudley Heinsbergen
  James Fitzgerald   als junger Eli Cash
  Larry Pine   als Peter Bradley
 
Regie:  Wes Anderson  
Drehbuch:  Wes Anderson  
  Owen Wilson  
Produzent:  Wes Anderson  
  Barry Mendel  
  Scott Rudin  
Ausf. Produzent:  Rudd Simmons  
  Owen Wilson  
Kamera:  Robert Yeoman  
Schnitt:  Dylan Tichenor  
Musik:  Mark Mothersbaugh  
Produktionsdesign:  David Wasco  
  Carl Sprague  
Kostüme:  Karen Patch  
Ton:  Pawel Wdowczak  

Sofia Coppola dreht in Tokio

Kirsten Dunst ließ sich in "The Vigin Suicides" von der Coppola-Tochter in Szene setzen

Kirsten Dunst ließ sich in "The Vigin Suicides" von der Coppola-Tochter in Szene setzen

Der Tochter des großen Francis Ford fehlen in Tokio die Worte: Sofia Coppola ist "Lost in Translation" ("Verloren in der Übersetzung"). So lautet zumindest der Titel ihres neuen Films mit Bill Murray (zuletzt in "Die Royal Tenenbaums") und Scarlett Johansson ("The Man Who Wasn't There").

Sofia wird dabei nicht nur im Regiestuhl Platz nehmen, sie schrieb auch das Drehbuch selbst: Es erzählt die Geschichte zweier verlorener Seelen - ein Schauspieler und eine verlassene Frau - die gemeinsam eine Woche in der japanischen Metropole verbringen.

Ihr Regiedebut gab Sofia 1999 mit "The Virgin Suicides", einem sensiblen und dabei durchaus schwarzhumorigen Film über vier Schwestern, die einen gemeinsamen Selbstmord planen.

Als Darstellerin war sie schon im zarten Alter von 12 Monaten auf der Leinwand zu sehen: In Daddys großartigem "Der Pate" war sie der Täufling. Ihren letzten Auftritt vor der Kamera hatte sie in "Star Wars: Episode 1": Sie spielte Sache, die Zofe von Prinzessin Amidala.

Star

Gene Hackman

Seitdem Gene Hackman 1961 in "Der Tollwütige" als Polizist sein Debüt gab und 1967 mit seinem Part in "Bonnie und Clyde" den schauspielerischen...

Star

Anjelica Huston

Als mörderische Gangsterbraut, die den Clan der Mafiosi in "Die Ehre der Prizzis" beherrscht, erhielt die 1951 geborene und in Irland...

Top-Filme der Woche

 

kino.de kompakt

In der aktuellen Ausgabe: Katherine Heigl im Trailer zur Actionkomödie "Einmal ist keinmal".

Zum Magazin

Das interaktive Kinomagazin jede Woche kostenlos per Mail - jetzt registrieren!

GO

Ähnliche Filme auf DVD & Blu-ray

 

Service

kino.de mobil

kino.de mobil

Das aktuelle Programm Ihres Lieblingskinos haben Sie überall dabei - kostenlos auf Ihrem Handy.