Maja Beckmann
Laurens Walter
Cathérine Seifert
Regie: Florian Mischa Böder, ...
Verleih: Zorro
Die bislang angepasste Julia (Maja Beckmann) drängt es unvermittelt, eigene Seelenabgründe zu erforschen, weshalb sie nachts in eine Skihalle einbricht und volltrunken den Selbstmord probt. Nicht wesentlich optimistischer gestaltet sich die Lage bei den Fischers: Psychologe Roman (Michael Abendroth) lädt seine Patientin und Geliebte (Susanne Buchenberger) zum Diner mit Gattin Carmen (Susanne Lothar) ein, die den beiden zufällig auf die Schliche kommt.
Fünf durch Montage ineinander verkeilte Episoden rund um partnerschaftliche und seelische Extremsituationen bilden das Gemeinschaftswerk eines ehemaligen Kölner Filmhochschul-Quintetts. Suizid ist ein Fluchtpunkt der düster-grotesken Bestandsaufnahme heutiger Beziehungsruinen.

Das Kollektiv fünf junger deutscher Regisseure zeichnet ein finsteres Bild von Partnerschaften, deren akute Zerfallserscheinungen in miteinander verwobenen Episoden bisweilen schnurstracks auf den Suizid zusteuern.
Österreichische Methode heißt eine schmerzfreie Art des Selbstmords: Sich betrinken und dann in einer Winternacht in den Schnee legen, um im Schlaf zu erfrieren. Julia (Maja Beckmann), die in den gefährlichen Sog eigener grenzüberschreitender Gedanken gerät, nimmt sich genau das vor - mit zwei Kästen Bier und dem Einbruch in eine norddeutsche Skihalle fällt ihr Plan jedoch weit kläglicher und damit glimpflicher aus, als beabsichtigt. Ihr Schicksal ist Teil von fünf formal ans Experimentelle grenzenden Episoden - gedreht wurde auf HD -, die sich binnen eines Tages abspielen und ein wenig schmeichelhaftes Schlaglicht auf heutige Partnerschaften werfen: Zersetzung allenthalben, Verhältnisse im Endstadium, Drogenmissbrauch, psychische Instabilitäten und Zusammenbrüche prägen den Reigen.
Betrug zerfrisst die Ehe eines Psychologen, als seine Frau seine Patientin als Geliebte entlarvt. Selbstmordabsichten hegt die an einem Gehirntumor erkrankte Clara, wodurch sie an einen charmanten Studenten gerät. Eine Sängerin will die Krise zu ihrem Freund überwinden und löst mit vergifteten Pillen einen medizinischen Notfall aus. Ein Drogendealer hält eine ans Bett gefesselte Studentin als seine Gefangene - das allein endet tödlich, alle anderen Situationen lassen (nur) verunsicherte Menschen zurück. Deren Spannweite reicht von bürgerlich bis bizarr, stets versehen mit seelischen Abgründen. Das verstört mitunter, schlägt aber oft rechtzeitig ins Groteske um, was ein befreiendes Lachen ob der Absurdität der Verzweiflung erlaubt. Durch eine radikale Montage werden die Geschichten mit ihren Berührungspunkten zunächst in unzusammenhängende Splitter zerlegt, die sich nach und nach zu einem gelungenen Gesamtbild fügen. Naturgemäß schwankt die Qualität der Episoden, die dennoch ein reizvolles Spektrum heutiger Beziehungsnotstände samt Krisenüberwindung eröffnen. tk.
| Darsteller: | Maja Beckmann | als Julia | |
|---|---|---|---|
| Laurens Walter | als Tim | ||
| Cathérine Seifert | als Clara | ||
| Carlo Ljubek | als Wolfgang | ||
| Juan Carlos López | als Dr. Decker | ||
| Lilia Lehner | als Maleen | ||
| Arno Frisch | als Sascha | ||
| Susanne Buchenberger | als Eva | ||
| Susanne Lothar | als Carmen | ||
| Michael Abendroth | als Roman | ||
| Julie Bräuning | als Mona | ||
| Johann von Bülow | als Hans | ||
| Janin Reinhardt | als Lara | ||
| Regie: | Florian Mischa Böder | ||
| Gerrit Lucas | |||
| Erica von Moeller | |||
| Peter Bösenberg | |||
| Alexander Tavakoli | |||
| Drehbuch: | Florian Mischa Böder | ||
| Peter Bösenberg | |||
| Erica von Moeller | |||
| Gerrit Lucas | |||
| Alexander Tavakoli | |||
| Produzent: | Tobby Holzinger | ||
| Thomas Wöbke | |||
| Jakob Claussen | |||
| Uli Putz | |||
| Kamera: | Matthias Schellenberg | ||
| Schnitt: | Andreas Menn | ||
| Musik: | Andreas Wodraschke | ||
| Produktionsdesign: | Christiane Krumwiede | ||
| Kostüme: | Martina Jeddicke | ||
| Elena Wegner | |||
| Ton: | Michael Bartylak | ||
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