Originaltitel: The Ugly Truth
USA 2009
Katherine Heigl
Gerard Butler
Eric Winter
Regie: Robert Luketic
Verleih: Sony Pictures
TV-Produzentin Abby ist eine Powerfrau, die hohe Ansprüche an den seit langem gesuchten idealen Mann stellt. Mike, der sich mit derb-drastischen Einblicken in die Natur der Geschlechterbeziehung als neues Quoten-Wunder ihres Senders bewiesen hat, erfüllt als Supermacho nicht eines von Abbys Kriterien. Und doch nähern sich die inkompatiblen Streithähne an, als Abby mit Mikes Methoden ihren soeben entdeckten Traummann erobert. Ist das Glück also wirklich Planung oder eine Zufallsreaktion von Abstoßung und Anziehung?

Nach "27 Dresses" braucht Katherine Heigl nun 10 Kriterien, um den idealen Mann zu finden. Keine erfüllt Gerard Butler im post-spartanischen Macho-Modus.
1937, während der Regentschaft der Screwball-Stars Cary Grant und Irene Dunne, war die Wahrheit schrecklich und der Geschlechterkampf geistreich und zauberhaft überdreht. Diesen führt die romantische Komödie der Gegenwart einige Nuancen derber weiter, besonders seit die Komödien von Judd Apatow damit neue Zuschauerschichten erschlossen. Erwachsener geworden sind die Filme dabei nur im Rating, ansonsten dominiert bei allen Hauptfiguren ein verzögerter Reifeprozess.
Abby beispielsweise ist eine smarte, erfolgreiche und attraktive TV-Produzentin, die trotzdem allein geblieben ist. Denn Männer müssen in 10 Punkten als kompatibel und beziehungstauglich erkannt werden. Mike gehört definitiv nicht dazu, gibt vor der Kamera drastisch-direkte Einblicke ins maskuline Gehirn und Triebleben und hat nicht einmal "Der große Gatsby" gelesen. Natürlich lässt Kodrehbuchautorin Karen McCullah Lutz, seit "10 Dinge, die ich an dir hasse" Expertin in solchen Konstellationen, die Fee vom Fernsehen und den romantischen Rüpel kollidieren, als Newcomer Mike für Abbys Morningshow Quote bringen soll. Ein Clash, bei dem wirklich die Funken sprühen, bis das Skript das ungleiche Duo einen merkwürdigen Deal schließen lässt. Abby gibt ihren Konfrontationskurs auf, wenn es ihr mit Mikes Methoden gelingt, den gerade entdeckten, scheinbar perfekten Wohnungsnachbarn zu erobern. Von diesem Zeitpunkt an wird Mike zu einer Variante des Cyrano, während Powerfrau Abby eine Regression zum verwirrten Teenager erlebt, der sich von Mike nicht nur in der BH-Auswahl beraten lassen muss.
Müßig zu diskutieren, ob diese Menschen wirklich auf diesem Planeten leben, denn es sind Kino-Kunstfiguren in Reagenzglas-Situationen. Dabei wird Butler, das Tier, graduell humanisiert, während Heigl sich nach "Beim ersten Mal" erneut in Apatow-Terrain bewähren darf, beim Baseball als Handjobberin missverstanden oder beim Geschäftsessen vom vibrierenden Slip beglückt wird. "Die nackte Wahrheit" ist: Stimulation und Situation brauchen einander nicht, bissige Dialoge, platter Witz und satirische Elemente können nebeneinander existieren und Zuschauer sich im neuen Film von RomCom-Spezialist Robert Luketic ("Natürlich blond") amüsieren, wenn sie vor allem den beiden Stars vertrauen. Denn Heigl und Butler sind starke Unterhaltungswaffen in dieser sehr ansehnlich fotografierten Komödie, auch wenn sie nicht immer die passende Munition bekommen. kob.
| Darsteller: | Katherine Heigl | als Abby Richter | |
|---|---|---|---|
| Gerard Butler | als Mike Chadway | ||
| Eric Winter | als Colin | ||
| John Michael Higgins | als Larry | ||
| Nick Searcy | als Stuart | ||
| Kevin Connolly | als Jim | ||
| Cheryl Hines | als Georgia | ||
| Bree Turner | als Joy | ||
| Regie: | Robert Luketic | ||
| Drehbuch: | Nicole Eastman | ||
| Karen McCullah Lutz | |||
| Kirsten Smith | |||
| Produzent: | Gary Lucchesi | ||
| Steven Reuther | |||
| Tom Rosenberg | |||
| Deborah Jelin Newmyer | |||
| Kimberly di Bonaventura | |||
| Ausf. Produzent: | André Lamal | ||
| Eric Reid | |||
| Katherine Heigl | |||
| Nancy Heigl | |||
| Karen McCullah Lutz | |||
| Kirsten Smith | |||
| Ryan Kavanaugh | |||
| Kamera: | Russell Carpenter | ||
| Schnitt: | Lisa Zeno Churgin | ||
| Musik: | Aaron Zigman | ||
| Produktionsdesign: | Missy Stewart | ||
| Kostüme: | Betsy Heimann | ||
Die nackte Wahrheit…
Immer schön lächeln, auch wenn's mal peinlich wird: Schottenrock-Opfer Gerard Butler (Foto: Kurt Krieger)
Auch wenn es nur die deutsche Übersetzung des englischen Originaltitels "The Ugly Truth" war: "Die nackte Wahrheit", Gerard Butlers Komödie um einen Supermacho, hat sich als peinliche Prophezeiung herausgestellt. Denn der schottische Superstar hat seine Männlichkeit entblößt - und das ausgerechnet vor den Gästen einer Hochzeitsgesellschaft.
Eingeladen hatte Gerards Schwester Lynn, die im schottischen Paisley, 20 km westlich von Glasgow gelegen, heiratete. Klar, dass der Hollywood-Star das Familienfest nicht versäumen wollte. Natürlich sollte der Star aus "300" auch ein paar Worte sagen. Dabei passierte das Missgeschick.
"Ich musste auf die Bühne und etwas vorlesen, meine Mutter und der Rest der Familie saßen dabei in der ersten Reihe", berichtet Gerard Butler. "Da die Hochzeit in Paisley stattfand, galt natürlich die übliche schottische Regel, dass Du als Mann im Kilt erscheinen musst. Ich setzte mich also oben hin und meine Mom schaute mich völlig entgeistert an und faltete schnell ihre Hände zusammen. Ich dachte, sie meinte, ich sollte beten … bis ich merkte, dass mir alle zwischen die Beine starrten. Also habe ich ganz schnell die Beine übereinander geschlagen. Das ist jedes Mal einmal ein Desaster mit diesen Kilts!"
Wobei Gerard Butler pikanterweise nicht verraten hat, ob er sich auch an die Regel gehalten hat, dass Mann unter dem Kilt keine Unterwäsche trägt. Es spricht jedoch einiges dafür, denn ein Hochzeitsgast soll bei dem Anblick, den Butler bot, laut "Schlampe!" gerufen haben.
Dass er ein ganzer Mann ist, hat Gerard Butler übrigens auch bei den Dreharbeiten zu seinem neuen Film, dem Surf-Spektakel "Mavericks", bewiesen. An einem Strand im Norden Kaliforniens war Gerard Butler in eine Riesenwelle geraten und bis auf den Meeresgrund gedrückt und anschließend von der nächsten Welle an Land gespült worden.
Ein Krankenwagen brachte den Schauspieler daraufhin ins nahe gelegene Stanford Medical Center, doch Butler gab schon beim Transport keine Ruhe - er bat die Sanitäter, umzukehren und ihn sofort ans Set zurückzufahren. Schließlich wurde Gerard Butler aber doch in die Klinik gebracht - die ihn nach umfangreichen Checks allerdings tatsächlich noch am selben Tag wieder freigab.
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