Originaltitel: The Mothman Prophecies
USA 2001
Richard Gere
Laura Linney
Will Patton
Regie: Mark Pellington
Verleih: Concorde
Zwei Jahre nach dem tragischen Tod seiner über alles geliebten Ehefrau widerfährt dem erfolgreichen Reporter John Klein (Richard Gere) Wunderliches.
Atmosphärisch wasserdichter, beklemmender Mix aus Horror und Mystery-Thriller von "Arlington Road"-Paranoia-Fachmann Mark Pellington.

Filme wie "Unbreakable", "The Sixth Sense" oder die Dauerbrenner-Serie "Akte X" kommen einem bei den "Mothman Prophecies" unwillkürlich in den Sinn, ohne dass sich gleich festmachen lässt, wo genau die Parallelen bei diesen Werken liegen. Mark Pellington hat seine Vorlage, John A. Keels gleichnamigen Tatsachenroman, mit viel Gespür für deren bedrohliche Atmosphäre zu einem sehenswerten Parapsychologie-Thriller adaptiert, der mit Richard Gere und Laura Linney über zwei Stars verfügt, denen man dank ihres glaubwürdigen Spiels jede noch so abstruse Volte des Drehbuchs abnimmt.
Nur ein Spielfilm, nämlich "Arlington Road", lief hierzulande bislang von Mark Pellington, der sich vor allem als Regisseur von Musik-Videos in der Branche einen guten Namen gemacht hat. War seine 1997 entstandene, vorzüglich besetzte Biedermann-oder-Brandstifter-Story streckenweise auch wenig glaubwürdig, überzeugte sie doch in der Zeichnung des leicht paranoiden Protagonisten Jeff Bridges sowie dessen sinistren Gegenspielers Tim Robbins und einiger überraschender Drehungen des Plots, was das Psycho-Drama vor allem zum Vergnügen für eingefleischte Genre-Fans machte. Ähnliches lässt sich auch über "The Mothman Prophecies" sagen, einem durchschnittlich anmutenden, nicht übermäßig hoch budgetierten Psycho-Thriller, der auf den ersten Blick wenig mehr zu bieten hat, als den ewigen Frauenschwarm Richard Gere als Hauptfigur.
Der hat in Folge eines tragischen Autounfall seine Frau verloren, als diese auf der gemeinsamen abendlichen Heimfahrt plötzlich von einer merkwürdigen Erscheinung heimgesucht wurde und daraufhin von der Straße abkam. Zwei Jahre später findet sich Gere, der wieder einmal einen vom Erfolg verwöhnten Beau gibt - hier John Klein, einen Washington-Post-Journalisten mit regelmäßigen TV-Auftritten -, plötzlich in der abgelegenen Kleinstadt Point Pleasant wieder. Aber weder kann er sich erinnern wie er hierher kam, noch weiß er, was er hier eigentlich soll. Bis er auf einen freundlichen Jedermann namens Gordon Smallwood (nicht unbedingt in Höchstform: Will Patton) trifft, der ihm von seinen mysteriösen Visionen berichtet. Von Engeln mit riesigen, mottengleichen Flügeln und stechenden Augen - unerklärliche Geschöpfe, ganz ähnlich denen, die Kleins Frau auf ihrem Totenbett pausenlos skizzierte...
Ein ganz normaler, vorhersehbarer Horror-Thriller also? Nein. Weder böse Außerirdische noch irgendwelche okkulten Höllengeschöpfe bevölkern hier die Leinwand. Pellingtons große Leistung besteht darin, dass bei ihm der Grusel aus dem ganz Alltäglichen, dem Gewöhnlichen entsteht. Da wird eine nächtliche Autofahrt genauso zum furchteinflößenden Horrortrip wie ein simpler Stau an einer defekten Ampel, ein banales Telefongespräch oder das Betreten eines dunklen Hauses. Irgend etwas stimmt nicht - aber was? Viele Bewohner von Point Pleasure sehen Dinge - aber welche? Unruhe entsteht aus dem Normalen und das macht auch den Zuseher unruhig. Unterstützt wird dieses Gefühl der Ruhelosigkeit von Fred Murphys ("Echoes - Stimmen aus der Zwischenwelt") vorzüglicher, eher unscheinbaren Kameraarbeit und Brian Berdans geschicktem, stets unerwarteten Schnitt.
Auf schauspielerischer Ebene funktioniert das Paar Gere/Laura Linney ("Die Truman Show"), seit ihrer Zusammenarbeit bei "Zwielicht" erprobt, ganz wunderbar. Sie ist der besonnene Kleinstadt-(Polizei-)Offizier, der mit beiden Beinen im Leben steht und stets nach rationalen Erklärungen sucht, während er, der Gentleman, der eigentlich strikt mit Tatsachen arbeitende Reporter, zusehends die Fassung und damit auch den Boden unter den Füßen verliert. Einen schönen Kurzauftritt absolviert Alan Bates, Anthony Quinns unvergessener Partner aus "Alexis Sorbas", der als Spezialist für Paranormales herrlich ernst, reichlich durchgeknallt - und höchst vergnüglich - über sein Fachgebiet räsoniert.
Concorde hat hier einen Film im Verleih, der entsprechend vermarktet sowohl beim Zielpublikum, also den Horror-Freaks und den Richard-Gere-Fans, auch bei der am etwas schrägen Arthouse interessierten Klientel ankommen dürfte. Und Pellington, der übrigens in "Jerry Maguire - Spiel des Lebens" einen kurzen Auftritt als Sport-Maniac Bill Dooler absolvierte, ist einer der Filmemacher, den es in der Zukunft zu beachten gilt. geh.
| Darsteller: | Richard Gere | als John Klein | |
|---|---|---|---|
| Laura Linney | als Connie Parker | ||
| Will Patton | als Gordon Smallwood | ||
| Lucinda Jenney | als Denise Smallwood | ||
| Debra Messing | als Mary Klein | ||
| Alan Bates | als Alexander Leek | ||
| David Eigenberg | als Ed Fleischman | ||
| Ann McDonough | als Lucy Griffin | ||
| Nesbitt Blaisdell | als Chief Josh Jarrett | ||
| Bill Laing | als Indrid Cold | ||
| Regie: | Mark Pellington | ||
| Drehbuch: | Richard Hatem | ||
| Produzent: | Tom Rosenberg | ||
| Gary Lucchesi | |||
| Gary W. Goldstein | |||
| Koproduzent: | James McQuaide | ||
| Richard Hatem | |||
| Ausf. Produzent: | Ted Tannebaum | ||
| Richard S. Wright | |||
| Terry A. McKay | |||
| Buchvorlage: | John A. Keel | ||
| Kamera: | Fred Murphy | ||
| Schnitt: | Brian Berdan | ||
| Musik: | tomandandy | ||
| Produktionsdesign: | Richard Hoover | ||
| Troy Sizemore | |||
| Kostüme: | Susan Lyall | ||
| Ton: | Pud Cusack | ||
Frische Luft und ungetrübter Blick auf die raue Naturlandschaft Tibets vom Entmüdungsbecken aus! Wenn es nach Richard Gere geht, soll das in naher Zukunft Realität werden, denn der Hollywood-Star plant einen Kurort im Heimatland des Dalai Lama.
Der Rhythmus ist so stetig wie der Wechsel der Jahreszeiten: Immer wenn Richard Gere einen halbwegs erfolgreichen Film unter die Leute gebracht hat, kommt er unmittelbar danach auf Ideen, mit denen er nicht nur in Hollywood die Lacher auf seiner Seite hat.
Nach "Der Schakal" wollte er mit der Schauspielerei aufhören und Bodyguard des Dalai Lamas werden. Nach den "Mothman Prophezeiungen" diskutierte er mit Journalisten darüber, ob der Stuhl auf dem er saß wirklich da wäre und nach "Chicago" hat "Wacky Ritchy" nun wieder einen Mordsplan:
Gere will mit Hilfe seiner Ehefrau Carey Lowell - beide sind engagierte Buddhisten - seine geistige Heimat Tibet zum Touristen-Magneten machen! Der 53-Jährige plant einen Kurort mit Klöstern, heißen Quellen, Meditationszentren etc., an dem betuchte Gäste in der Klarheit der tibetischen Landschaft wieder zu sich selbst finden sollen.
Das Geld aus dem Tourismus will Gere dann einerseits zur direkten Hilfe der unterdrückten Tibeter verwenden, andererseits den chinesischen Besatzern zukommen lassen, damit die dann auf lange Sicht aus dem Gebiet abziehen. Das könnte ein Problem darstellen, denn die Chinesen sind seit Geres Film Red Corner - Labyrinth ohne Ausweg, in dem die Volksrepublik negativ dargestellt wird, nicht unbedingt die größten Fans des Hollywood-Stars.
Außerdem lehrt die Historie, dass Devisen aus Tourismus selten zur Übergabe von Ländern an die eigentlichen Besitzer führen. Die Deutschen lassen schließlich seit Jahrzehnten Unsummen auf Mallorca - und die Spanier haben noch nicht die geringsten Anstalten gemacht, die Insel als 17. Land der Bundesrepublik Deutschland anzuerkennen!
Der 1949 in Philadelphia geborene Richard Gere begann bereits während seines Philosophiestudiums mit der Schauspielerei. Nach ersten...
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