Originaltitel: La possibilité d'une île
Spanien/Frankreich/Deutschland 2008
Benoît Magimel
Patrick Bauchau
Arielle Dombasle
Regie: Michel Houellebecq
Eine Zukunftsvision: Nach zahllosen Natur- und menschengemachten Katastrophen ist die Erde unbewohnbar. Von seiner Höhle aus verfolgt Daniel, ein menschlicher Klon in der 25. Generation, anhand von alten Aufzeichnungen das Leben seiner Vorfahren. Um ein "Liebe" genanntes Phänomen zu verstehen, von dem seine Vorfahren berichten, beschließt Daniel, die Welt außerhalb seiner Höhle zu erkunden.
In der französischen Provinz spricht ein Wanderprediger, der "Prophet", von der Überwindung des Todes und den Möglichkeiten physischer Unsterblichkeit. Das Interesse ist gering, und nichts deutet darauf hin, dass der Funke einmal überspringen und sich ein echtes Feuer entzünden könnte.
Drei Jahre später hat der "Prophet" eine beachtliche Anzahl von Anhängern um sich versammelt und ist der Anführer einer Ufo-Sekte. Die Mitglieder forschen auf dem Gebiet der Gentechnik mit dem Ziel, erwachsene Menschen zu klonen, um Individuen mit identischen Erinnerungen herstellen zu können.
Als der "Prophet" sein Ende kommen sieht, ernennt er seinen Sohn Daniel zu seinem Nachfolger. Damit überträgt er ihm die Aufgabe, seine Forschungen weiterzuführen.
Tausende von Jahren später ist Daniel ein Klon in der 25. Generation. Er ist äußerlich identisch mit seinem Urvater und analysiert dessen Leben und Denken anhand von alten Aufzeichnungen. Mit dem Eintauchen in das Leben seines Vor-Vor-Vor ... gängers erwacht in Daniel ein seltsamer Drang: Es treibt ihn aus seiner Höhle hinaus in die leere Welt. Dort hofft er, das Phänomen begreifen zu können, das seine Ahnen "Liebe" genannt haben.
"Die Möglichkeit einer Insel" ist das Regiedebüt von Michel Houellebecq, der nach seinem gleichnamigen Roman auch das Drehbuch verfasste. Houellebecq ist einer der umstrittensten Schriftsteller der Gegenwartsliteratur.
Mit der Melancholie, Verzweiflung und Sehnsucht, die er ausstrahlt, bringt der Film die Essenz seiner literarischen Vorlage auf den Punkt. Unfähig, irgendetwas zu empfinden, vegetieren die Neo-Menschen in Houellebecqs Zukunftsentwurf vor sich hin und rätseln über die seltsamen Bedürfnisse ihrer Vorgänger. Einen unmittelbare Zugriff auf deren Erfahrungen, von denen sie nur lesen können, haben sie nicht, und das ist die eigentliche Tragik der Geschichte.
In langen Einstellungen lässt Houellebecq die Kamera über die karge weite Landschaft schwenken und unterstreicht so die Leere und Hoffnungslosigkeit der in ihr verlorenen Figuren. Das Fehlen von echtem verbalen Austausch im Sinne längerer Dialog tut sein Übriges dazu bei. Romantik ist ausgespart.
Die letzten zwanzig Minuten des Films sind wie ein Déjà-vu. Sie erinnern an Antonioni und Kubrick: "Zabriskie Point" und die große Mondschauer-Sequenz aus "2001" haben hier Pate gestanden, aber auch die verlassenen Zivilisationslandschaften aus Schaffners "Planet der Affen" gehören mit Sicherheit zu den Vorbildern, nach denen Houellebecq seine Vision geformt hat.
Quelle: ARTE, www.arte.tv
| Darsteller: | Benoît Magimel | als Daniel | |
|---|---|---|---|
| Patrick Bauchau | als Prophet | ||
| Arielle Dombasle | als Déléguée Mexicaine | ||
| Andrzej Seweryn | als Slotan | ||
| Michail Krasnoborov Redwood | als Nikolai Gogol | ||
| Ramata Koite | als Marie | ||
| Serge Larivière | als Rudi | ||
| Jordi Dauder | als Gérard | ||
| Arnold Overhaart | als Ashmed Biko | ||
| Jean-Pierre Malo | als Jérôme | ||
| Regie: | Michel Houellebecq | ||
| Drehbuch: | Michel Houellebecq | ||
| Koproduzent: | Jeremy Burdek | ||
| Nadia Khamlichi | |||
| Adrian Politowski | |||
| Ausf. Produzent: | Eric Altmayer | ||
| Nicolas Altmayer | |||
| Buchvorlage: | Michel Houellebecq | ||
| Kamera: | Eric Guichard | ||
| Jeanne Lapoirie | |||
| Schnitt: | Camille Cotte | ||
| Musik: | Mathis Nitschke | ||
| Produktionsdesign: | Katia Wyszkop | ||
| Ton: | Raphael Sohier | ||
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