Originaltitel: The Mask of Zorro
USA 1998
Antonio Banderas
Sir Anthony Hopkins
Catherine Zeta-Jones
Regie: Martin Campbell
Verleih: Columbia Tristar
Der alternde Don Diego de la Vega vereint seine schwindenden Kräfte mit dem Heißsporn Alejandro, dem er das Fechten und Manieren beibringt. Alejandro soll für Zorro die Klinge bei dessen Rache an Don Rafael führen, der 20 Jahre zuvor die Frau seines Herzens tötete, seine Tochter stahl und ihn ins Gefängnis werfen ließ. Jetzt ist der Menschenschinder zurück - und Zorro wieder gefragt.

Wenn die neuen Helden nichts mehr taugen, müssen eben die alten zur Rettung schreiten. Sah man sich als popcornwilliger Zuschauer in dieser US-Sommersaison bislang gezwungen, Wurmforschern ("Godzilla") oder Ölbohrern ("Armageddon") die Daumen zu drücken, serviert nun Amblin Entertainment mit dem Edelmann Zorro einen anachronistischen Heroen, dem man ohne schlechtes Gewissen zujubeln darf. Etliche Filmjahre mag der spanische Robin Hood auf dem Buckel haben, doch in Martin Campbells prächtig anzusehendem Mantel-und-Degen-Actioner wirkt er jung, frisch, spritzig und mitreißend - wegen seiner famosen Darsteller Anthony Hopkins und Antonio Banderas, aber auch, weil "Die Maske des Zorro" nicht nur nach dem Vorbild von "Indiana Jones" ein wenig auf den heutigen Stand der Dinge gebracht wurde, sondern auf den Geist des Original-"Zorro" und all der anderen roten Korsaren der Filmgeschichte zurückgriff, die nicht nur mit Wagemut, sondern auch mit Charme betörten.
Der Erfolg von "Zorro" steht und fällt mit den Fechtszenen - und hier rasseln die Säbel geradezu im Akkord: Ob ernste Duelle zwischen den Todfeinden, humorvolle Kämpfe zwischen dem maskierten Helden und einer ganzen Horde von Opponenten oder romantisch-verspielte Aufeinandertreffen zwischen Zorro und seiner eine nicht minder scharfe Klinge führende Auserwählten: Eine Armada von Stuntleuten hat ganze Arbeit geleistet und ohne die Hilfe von Computereffekten eine perfekte Illusion geschaffen. Die Natur des Fechtens erlaubt es den handelnden Figuren überdies, während ihrer Auseinandersetzungen markige Dialoge auszutauschen, und Martin Campbell ("GoldenEye") nutzt sie, um die Action um ein lustvoll-spielerisches Element effektiv zu erweitern. So elegant ging es bei Angelegenheiten um Leben und Tod nicht mehr zu, seit Gene Kelly den Dienst bei den Musketieren quittierte. Überhaupt sind bestenfalls das hohe Tempo und eine kurze Stuntsequenz, in der Zorro eine Schaufel als Skateboard benutzt, Konzessionen an das hyperaktive Kino der Neunziger. Der Rest ist ein Besuch bei den Konventionen der Vierziger, aber sie wurden stimmungsvoll und mit der unbedingten Lust an Unterhaltung derart enthusiastisch umgesetzt, daß sich "Die Maske des Zorro" in diesem freudlosen Sommer der verwackelten Kameraführung fast wie eine Revolution ausnimmt. Wie Zorro kämpft der Film einen gerechten Kampf - und gewinnt ihn für sein Publikum.
Daß Anthony Hopkins als alternder Diego de la Vega (sprich: Zorro) und Antonio Banderas als ungehobelter Heißsporn so ein gutes Hauptdarstellerpaar abgeben, trägt nicht unerheblich zum Gelingen des sonnendurchfluteten Fantasy-Unternehmens bei. Rache ist beider Triebfeder, und so gelingt es dem grauen Wolf, den jungen Mann in ein paar pfiffigen Szenen in der Kunst des Fechtens und des guten Umgangs zu unterrichten. Banderas soll für Vega die Klinge bei seiner Rache an dem bösen Don Rafael (Stuart Wilson als herrlich sinistrer Vorfahre von Alan Rickman) führen, der 20 Jahre zuvor die Frau seines Herzens tötete, seine Tochter stahl und ihn ins Gefängnis werfen ließ. Jetzt ist der Menschenschinder an die Küste Mexikos zurückgekehrt, um sich erneut auf Kosten des Volkes zu bereichern - und hat Vegas bildschöne Tochter (Ebenbild eines Filmstars der Fünfziger: Catherine Zeta-Jones) mitgebracht, die glaubt, Don Rafael sei ihr Vater.
Eine wunderbare Ausgangssituation: Die Bühne ist bereit für unablässiges Hauen und Stechen, verbales und tatkräftiges Taktieren, glutäugige Romantik und fulminante Action - und alle Mitwirkenden werfen sich con brio in die diversen Schlachten, in denen ein gefochtener Pas de deux mit anschließendem Striptease und eine witzige Hommage an das Wagenrennen in "Ben Hur" die Höhepunkte bilden. Als ginge es darum, die Ehre des alten Hollywood zu retten, scheute man kaum Kosten und Mühen, um "Die Maske des Zorro" in rauschendes Entertainment zu verwandeln. Für Zwölfjährige oder solche, die gerne wieder zwölf wären, hat man in diesem Jahr sicherlich noch keinen besseren Film gedreht - und das ist voller Respekt und Lob gemeint. ts.
| Darsteller: | Antonio Banderas | als Alejandro Murrieta/Zorro | |
|---|---|---|---|
| Sir Anthony Hopkins | als Zorro/Don Diego de la Vega | ||
| Catherine Zeta-Jones | als Elena | ||
| Stuart Wilson | als Don Rafael Montero | ||
| Matt Letscher | als Capt. Harrison Love | ||
| Maury Chaykin | als Gefängniswärter | ||
| Tony Amendola | als Don Luiz | ||
| Pedro Armendáriz Jr. | als Don Pedro | ||
| L. Q. Jones | als Three-Fingered Jack | ||
| José Perez | als Corporal Armando Garcia | ||
| William Marquez | als Fray Felipe | ||
| Victor Rivers | als Joaquin Murrieta | ||
| Julieta Rosen | als Esperanza | ||
| Regie: | Martin Campbell | ||
| Drehbuch: | John Eskow | ||
| Ted Elliott | |||
| Terry Rossio | |||
| Produzent: | Doug Claybourne | ||
| David Foster | |||
| Koproduzent: | John Gertz | ||
| Ausf. Produzent: | Steven Spielberg | ||
| Walter F. Parkes | |||
| Laurie MacDonald | |||
| Kamera: | Phil Meheux | ||
| Schnitt: | Thom Noble | ||
| Musik: | James Horner | ||
| Produktionsdesign: | Cecilia Montiel | ||
| Michael Atwell | |||
| Kostüme: | Graciela Mazon | ||
| Ton: | Pud Cusack | ||
Oscar-Preisträgerin Angelina Jolie ("Durchgeknallt") und ihr Ehemann Billy Bob Thornton sind seit fast zwei Monaten getrennt. Die Lara Croft-Darstellerin sagte in einem Interview, dass sie ihren Mann seit dem 3. Juni nicht mehr gesehen habe.
"Ich bin wütend und traurig. Es ist eine schwierige und traurige Zeit für mich. Wir hatten eine wirklich tiefe Verbindung und eine intensive Ehe."
Sänger und Schauspieler Thornton hatte mit dem Film Noir "The Man Who Wasn't There" großen Erfolg bei Kritik und Publikum. Der Titel scheint bezeichnend für das Scheitern der Beziehung zu Angelina:
"Unsere Prioritäten sind unterschiedlich. Ihm ist seine Musik und seine Karriere wichtig, mir mein Sohn. Schön für ihn, aber ich haben eben andere Prioritäten."
Jolie hat im März ein Baby aus Kambodscha mit dem Namen Madox adoptiert. In letzter Zeit waren immer wieder Gerüchte um eine mögliche Trennung von Thornton kursiert. Der exzentrische Alleskönner war zuvor bereits fünf mal verheiratet. Das Foto eines Paparazzi mit ihm und seiner Ex-Frau Petra Cherniak (Scheidung 1997) hatte Angelina sehr getroffen.
Thornton und Jolie galten zuvor lange als Traumpaar und trugen sogar ein Amulett mit einem Blutstropfen des Partners um den Hals. Das letzte Wort ist allerdings noch nicht gesprochen:
"Wir sind noch nicht geschieden. Ich weiß nicht, was passieren wird."
Jolie hat gerade "Beyond Borders" abgedreht: Im Drama von Martin Campbell ("Die Maske des Zorro") verliebt sie sich in einen Krisenhelfer. Ihre schwierige Filmehe hinter sich lassend, folgt sie ihm an die Katastrophenschauplätze in aller Welt.
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