Originaltitel: The Conspirator
USA 2010
James McAvoy
Robin Wright
Kevin Kline
Regie: Robert Redford
Verleih: Tobis
Kriegsheimkehrer Hauptmann Frederick Aiken wird von seinem Mentor, dem ehemaligen Generalbundesanwalt, dazu gedrängt, die Witwe Mary Surratt zu verteidigen, die beschuldigt wird, in ihrer Pension die Attentäter Präsident Lincolns beherbergt zu haben. Die Frage lautet: Hat sie vom Komplott gewusst? Der fanatische Kriegsminister Edwin Stanton ist von ihrer Schuld überzeugt, drängt auf ein rasches (Todes-)Urteil und wird in seiner Ansicht von den meisten Nordstaatlern unterstützt. Ist ein fairer Prozess überhaupt möglich?

An Hand des historischen Prozesses hält Robert Redford in seinem sorgfältig gehandhabten Gerichtsfilm ein aufrüttelndes Plädoyer auf die US-Verfassung.
Er ist der letzte Aufrechte des amerikanischen (Independent-)Kinos, das ewige Sundance Kid, der unbeirrbare Streiter für Gerechtigkeit: Robert Redford. "Von Löwen und Lämmern", vom Krieg in Afghanistan und an der Heimatfront hat er zuletzt erzählt und nun ist er noch weiter in die US-Geschichte zurück gegangen. Um die "Lincoln Verschwörung" geht es ihm diesmal, um die Folgen des tödlichen Attentats auf den charismatischen 16. Präsidenten der USA, der die Sklaven befreite, sein Land vom Bürgerkrieg in die Neuzeit führte.
Auf einem Schlachtfeld lernt man den verwundeten Hauptmann Frederick Aiken (energisch: James McAvoy), einen überzeugten Nordstaatler, kennen. Es folgt die Ermordung des Staatsoberhaupts durch John Wilkes Booth und dann ist der Regisseur beim Thema: Dem auf Tatsachen basierenden Prozess gegen die drei Mitverschwörer und deren Wirtin Mary Surratt (stark: Robin Wright), die die Männer beherbergt und sich so zur Mittäterin gemacht hat. Aber hat sie vom Komplott gewusst? Aiken, im Zivilberuf Anwalt, übernimmt auf Drängen seines Mentors (wuchtig: Tom Wilkinson) widerwillig deren Verteidigung.
Ein Gerichtsfilm mit klassischen Parametern, basierend auf der Buchvorlage von James D. Solomon und Gregory Bernstein, ein Plädoyer auf die US-Verfassung, die sowohl in Zeiten des Kriegs und des Friedens Bestand haben sollte. Die Vergangenheit spiegelt die Moderne, im Subtext geht es natürlich um Abu Guhraib und Guantanamo, um das Recht des Stärkeren oder wie der Ankläger es auf den Punkt bringt: "Inter arma silent leges" - "Unter Waffen schweigen die Gesetze". Sorgfältig beleuchtet Redford die Standpunkte, Kläger und Beklagte kommen gleichermaßen zu Wort, den Gerichtssaal verlässt er immer wieder, um in Rückblicken die verschiedenen Aussagen zu bebildern, sie zu belegen oder ihnen zu widersprechen.
Wahrheitssucht ist eine komplexe Sache und auch Frage der Perspektive. Die einzelnen Figuren repräsentieren die verschiedenen Meinungen, die Schauspieler sind gut gewählt und agieren in Topform. Kevin Kline glänzt als fanatischer Kriegsminister, Evan Rachel Wood als Tochter der Angeklagten, Alexis Bledel als Frau an Aikens Seite. Funktional sind Kameraarbeit (Newton Thomas Sigel) und Soundtrack (Mark Isham), das eher karge Produktionsdesign ist dem 25-Millionen-Dollar-Budget geschuldet. Ein Film über Mutterliebe - ihr Sohn ist der einzige flüchtige Komplize -, Soldatenehre und den Durst einer Nation nach Rache. Und als Mahnmal leuchtet im Hintergrund immer wieder die Kuppel des Kapitols, dem Sitz des Kongresses, der Legislative der Vereinigten Staaten von Amerika.
geh.
| Darsteller: | James McAvoy | als Frederick Aiken | |
|---|---|---|---|
| Robin Wright | als Mary Surratt | ||
| Kevin Kline | als Minister Edwin M. Stanton | ||
| Evan Rachel Wood | als Anna Surratt | ||
| Tom Wilkinson | als Reverdy Johnson | ||
| Alexis Bledel | als Sarah Weston | ||
| Justin Long | als Nicholas Baker | ||
| Danny Huston | als Joseph Holt | ||
| James Badge Dale | als William Hamilton | ||
| Colm Meany | als General David Hunter | ||
| Johnny Simmons | als John Surratt | ||
| Toby Kebbell | als John Wilkes Booth | ||
| John Cullum | als Richter Wylie | ||
| Jonathan Groff | als Louis Weichmann | ||
| Stephen Root | als John Lloyd | ||
| Regie: | Robert Redford | ||
| Drehbuch: | James D. Solomon | ||
| Produzent: | Robert Redford | ||
| Brian Peter Falk | |||
| Bill Holderman | |||
| Greg Shapiro | |||
| Robert Stone | |||
| Webster Stone | |||
| Ausf. Produzent: | Jeremiah Samuels | ||
| Kamera: | Newton Thomas Sigel | ||
| Schnitt: | Craig McKay | ||
| Musik: | Mark Isham | ||
| Produktionsdesign: | Kalina Ivanov | ||
| Melissa Levander | |||
| Kostüme: | Louise Frogley | ||
| Maske: | John R. Bayless | ||
| Ton: | Jonathan Gaynor | ||
| Casting: | Avy Kaufman | ||
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