Originaltitel: Les amants du Pont Neuf
Frankreich 1991
Juliette Binoche
Denis Lavant
Daniel Buain
Regie: Leos Carax
Verleih: Prokino
Nach einem Krankenhausaufenthalt kehrt der Obdachlose Alex auf die für die Öffentlichkeit gesperrte Brücke 9 zurück. Dort trifft er auf Michele, eine Malerin aus besserem Haus, die langsam aber sicher ihr Augenlicht verliert und die verbleibende Zeit auf der Straße malen will. Behutsam nähern sich die beiden und verbringen eine unvergeßliche Zeit miteinander. Doch die Eifersucht ist zuviel für Alex: Bei einem wütenden Anschlag auf einen Zeitungswagen stirbt ein Mann. Alex kommt ins Gefängnis, wo er in zwei Jahren nur einmal von einer sichtlich gewandelten Michele besucht wird. Als er entlassen wird, wartet die geheilte Schönheit auf ihn.

Leos Carax erzählt in seiner dritten Arbeit erneut eine "amour fou", und doch ist "Die Liebenden von Pont Neuf" ein Film wie keiner zuvor. Mit einem Budget von 28 Mio. Dollar und einer Drehdauer von drei Jahren vollendete der Exzentriker diese Liebesgeschichte gegen jede Konvention. Geniale, bildgewaltige Momente wechseln sich ab mit banal abgefilmten Szenen und geben Juliette Binoche ("Verhängnis") und Denis Lavant eine eigenwillige Spielwiese, die die beiden Mimen bestens für sich zu nutzen wissen. Die überladenen Dialoge und elegischen Bilderreigen werden es dem Film schwer machen, den Kinosensationserfolg auf Video zu wiederholen. Zu einem Kultfilm für anspruchsvolle Besucher reicht es allemal.
| Darsteller: | Juliette Binoche | als Michèle Stalens | |
|---|---|---|---|
| Denis Lavant | als Alex | ||
| Daniel Buain | als Alex' obdachloser Freund | ||
| Klaus Michael Grüber | als Hans | ||
| Chrichan Larsson | als Julien | ||
| Edith Scob | als Frau im Auto | ||
| Michel Vandestien | als Klempner | ||
| Albert Prévost | als Kommissar | ||
| Regie: | Leos Carax | ||
| Drehbuch: | Leos Carax | ||
| Produzent: | Christian Fechner | ||
| Ausf. Produzent: | Albert Prévost | ||
| Hervé Truffaut | |||
| Kamera: | Jean-Yves Escoffier | ||
| Schnitt: | Nelly Quettier | ||
| Produktionsdesign: | Michel Vandestien | ||
| Kostüme: | Robert Nardone | ||
| Ton: | Henri Morelle | ||
Spätestens seit Uma Thurman nicht nur Bill killte, sondern schon vorher jede Menge anderer Übeltäter spektakulär niedermetzelte, hat das Thema Rache im Kino Hochkonjunktur.
So buhlen aktuell Kevin Bacon in "Death Sentence - Todesurteil" und demnächst Jodie Foster in "Die Fremde in dir" mit knackigen Vergeltungsfilmen um die Gunst des Publikums. Zum Reigen der Racheengel gesellt sich nun eine Französin, die als Spezialistin für Herzerwärmendes wie "Der englische Patient", "Chocolat" oder "Jet Lag" von sich reden gemacht hat: Juliette Binoche.
In "Another Kind of Silence" muss sie demnächst den Tod ihres Ehemannes und ihres Sohnes mit ansehen. Danach kennt sie nur ein Ziel: die Täter finden und bestrafen. Doch auf ihrem Rachefeldzug kommt die Witwe nach und nach zu einer wichtigen Erkenntnis, wie Binoche berichtet: "Sie merkt plötzlich, dass Rache keine Lösung ist und dass es eigentlich gar nicht das ist, was sie will."
Klingt also ganz so, als würde "Silence" kein reiner Abklatsch einer gedankenlosen Tarantino-Gewaltorgie - und für Binoche sicher eine Herausforderung: "Klar ist das eine sehr düstere Geschichte, aber als Schauspielerin sollte man alle Farben des Regenbogens darstellen können", gibt sich die Französin selbstbewusst. Dazu hat sie auch allen Grund, denn im Festival-Hit "Caché" musste sie sich zuletzt mit einem ähnlichen Thema befassen und zeigte dabei, dass sie seit "Die Liebenden von Pont-Neuf" und "Drei Farben: Blau" nichts verlernt hat.
Ihre Krankenschwester in Italien, die sich in dem Welterfolg "Der englische Patient" in einem verlassenen Kloster um den mysteriösen...
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