Packender Militärthriller im Stil von "Eine Frage der Ehre", in dem ein aufrechter General im Gefängnis den Kampf gegen den unmenschlichen Aufseher aufnimmt. http://images.kino.de/flbilder/max01/bf01/bf41/b0141998/b150x150.jpg Die letzte Festung

Filmdetails

Die letzte Festung

Packender Militärthriller im Stil von "Eine Frage der Ehre", in dem ein aufrechter General im Gefängnis den Kampf gegen den unmenschlichen Aufseher aufnimmt.


Die letzte Festung
Start: 29.11.2001

Originaltitel: The Last Castle

Drama

USA 2001
Laufzeit: 131 Min.
FSK: ab 16 Jahre

Robert Redford
James Gandolfini
Mark Ruffalo

Regie: Rod Lurie
Verleih: Paramount

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Gesamt
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Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
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Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

General Irwin bekennt sich schuldig, einen direkten Befehl von oben verweigert zu haben. Im Gefängnis entwickelt sich alsbald eine Kraftprobe zwischen Irwin und dem korrupten und unmenschlichen Aufseher, Colonel Winter. Um eine Chance zu haben, schart Irwin eine Gruppe von Männern um sich. Mit seiner Armee nimmt er den Kampf gegen Winter auf.


Kritik

Die letzte Festung

Getreu seiner stets mit Sorgfalt gepflegten Tradition, nie eine moralisch fragwürdige Figur gespielt zu haben, heilt der Mann, der in seinen letzten Filmen traumatisierte Pferde, Töchter und Golfer kurierte, nun Soldaten, die in einem Militärgefängnis unter der Leitung eines sadistischen Aufsehers jegliche Achtung vor sich selbst und ihrem Auftrag verloren haben. Als inhaftierter Dreisternegeneral und unbeugsame Führungsfigur ist Robert Redford die letzte moralische Festung in einem konventionellen, aber unterhaltsamen Gefängnisdrama, das einem verwundeten Amerika mit dem Glauben an seine Krieger den Rücken stärkt, hier zu Lande aber die historisch begründeten Vorbehalte gegen patriotisches Pathos überwinden muss.

Wie konturlos und mehr und minder deckungsgleich die beiden großen Lager der amerikanischen Politik mittlerweile geworden sind, symbolisiert stellvertretend Ex-Filmjournalist und Westpoint-Absolvent Rod Lurie, der scheinbar mühelos die Brücke vom liberalen linksdemokratischen Geist seines letzten Films "Rufmord - Jenseits der Moral" zum etwas reaktionär-republikanischen Ton seines neuen Films geschlagen hat. Ohne sichtbaren Widerhaken ist "Die letzte Festung" ein soldatisches Heldengedicht, das in der Berufung zum Verteidiger des Vaterlands auch die heterogenste Charakteransammlung eint. Das Individuum tritt hinter den Soldaten zurück, der sich nach Führung sehnt und ohne eine Leitfigur orientierungslos in seiner Ziellosigkeit verharrt. Wer dieses Bild, das in Hollywood eine durchaus große Tradition besitzt, nicht hinterfragen muss, wird von Luries eindrucksvoll fotografierten Film gut unterhalten werden, der mit Redford eine unstrittige Sympathie- und Identifikationsfigur und mit James Gandolfini ("Die Sopranos") einen Gegner bietet, auf den sich die negativen Energien des Zuschauers konzentrieren können. Die Fronten sind also von Beginn an eindeutig und reflektieren das Dilemma eines Mannes, der auch mit Fleiß und Disziplin nie das werden kann, was der andere von Natur aus zu sein scheint. Es ist das Dilemma von "Amadeus", und so führt Regisseur Lurie Gefängnisleiter Gandolfini als Militariasammler und Schreibtischhelden ein, der gerade ein Stück von Salieri hört, als sein prominentester Häftling in das festungsähnliche Gefängnis verlegt wird. Redfords Dreisternegeneral ist in dieser Konstellation Mozart, eine geborene Führungsfigur, die allerdings mit einer militärischen Fehlentscheidung acht Soldaten in den Tod schickte und dafür verurteilt wurde. Bis im Finale Redford von dieser Schuld soldatisch erlöst wird, nimmt ein berechenbares, aber geschickt manipulierendes Drama seinen Lauf, das mit exzellenten Darstellerleistungen einige Unglaubwürdigkeiten des Drehbuchs in den Hintergrund drängt. Nahezu widerspruchslos übernimmt Redford, der vor 20 Jahren in "Brubaker" mit reformerischen Ideen noch selbst ein Gefängnis leitete, mit seiner natürlichen Autorität und dem Ruf eines Volkshelden das Kommando unter den Soldaten und gibt ihnen mit therapeutischen Beschäftigungsmaßnahmen und den richtigen Worten Selbstbewusstsein und Selbstachtung zurück. Mit Dunkelhaft, etwas Prügel und körperlichen Disziplinierungsstrafen versucht Gandolfini seinen Rivalen in der Kommandohierarchie zu brechen, ermöglicht ihm damit aber nur die Konsolidierung als Autoritätsvorbild. In den letzten 20 Minuten läuft der Film schließlich zu seinem großen Actionhöhepunkt auf, wenn Redfords Privatarmee mit Katapulten, Schutzschildern und McGyverschem Erfindungsreichtum Gandolfinis Festung stürmt. In der Manipulierung von Gefühlen macht "Die letzte Festung" vieles richtig, bleibt aber in der Stimulierung kritischer Gedanken cineastisches Entwicklungsland. Eine Gewichtung, die in der Geschichte des US-Kinos den kommerziellen Chancen weitaus mehr genützt als geschadet hat. kob.

Die letzte Festung

Darsteller:  Robert Redford   als General Eugene Irwin
  James Gandolfini   als Colonel Winter
  Mark Ruffalo   als Yates
  Steve Burton   als Captain Peretz
  Delroy Lindo   als General Jim Wheeler
  Paul Calderon   als Dellwo
  Samuel Ball   als Duffy
  Jeremy Childs   als Cutbush
  Clifton Collins Jr.   als Corp. Ramon Aguilar
  George W. Scott   als Thumper
  Brian Goodman   als Beaupre
  Michael Irby   als Enriquez
  Frank Military   als Doc
  Maurice Bullard   als Sergeant McLaren
  Nick Kokich   als Private Niebolt
  David Alford   als Corporal Zamorro
  Dean Hall   als Harris
  Addison Pate   als Gefangener
  Frank Fox   als Auggie
 
Regie:  Rod Lurie  
Drehbuch:  David Scarpa  
  Graham Yost  
Produzent:  Robert Lawrence  
Ausf. Produzent:  Don Zepfel  
Kamera:  Shelly Johnson  
Schnitt:  Michael Jablow  
  Kevin Stitt  
Musik:  Jerry Goldsmith  
Produktionsdesign:  Kirk M. Petruccelli  
  Lawrence A. Hubbs  
Kostüme:  Ha Nguyen  
Ton:  Jay Meagher  

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