Lehrerin Katja ist der Traum aller Schüler: Ihre Klasse darf sie duzen, und in der Schule trägt sie grundsätzlich Hausschuhe, weil die so friedlich sind. Eines Tages wird ausgerechnet Katja von einem bewaffneten Schüler lebensgefährlich verletzt. Andrea übernimmt ihre traumatisierte Klasse und bekämpft auf diese Weise auch ihre eigenen Schuldgefühle: Am Morgen des Unglückstages hatte Katja vorgeschlagen, spontan den Unterricht zu tauschen. Andernfalls läge jetzt Andrea im Koma.

Gerade in den Hauptrollen herausragend gespieltes Drama über die Folgen eines Schülerattentats auf eine Lehrerin.
Lehrerin Katja ist vermutlich der Alptraum jedes konservativen Kollegiums: Progressive Pädagogen sind an deutschen Schulen ähnlich gefürchtet wie pathologisch renitente Schüler. Katjas Unterricht mag ja noch halbwegs dem Lehrplan gehorchen, aber einige ihrer Methoden sind durchaus unkonventionell: Ihre Klasse darf sie duzen, und in der Schule trägt sie grundsätzlich Hausschuhe, denn die seien "viel friedlicher". "Wir sind hier nicht im Frieden", antwortet Kollegin Andrea (Biologie und Chemie), und liegt damit richtiger, als ihr lieb ist: Eines Tages wird ausgerechnet Katja von einem bewaffneten Schüler lebensgefährlich verletzt.
All das erfährt man in einer langen Rückblende, in der die beiden Freundinnen zunächst als Gegenspielerinnen eingeführt werden: Andrea ist arbeitsmüde und findet Katjas Kapriolen ziemlich befremdlich. Die dominierende Zeitebene der Geschichte ist die Stille nach dem Schuss: Die gesamte Schule ist von einer Art Schockstarre befallen. Andrea übernimmt Katjas traumatisierte Klasse und bekämpft auf diese Weise auch ihre eigenen Schuldgefühle: Am Morgen des Unglückstages hatte Katja vorgeschlagen, spontan den Unterricht zu tauschen. Andernfalls läge jetzt Andrea im Koma. Unverdrossen besucht sie Katja im Krankenhaus. Ihrer Klasse versichert sie, Katja werde wieder gesund, sie rede täglich mit ihr, und tatsächlich sieht man sie immer wieder im imaginierten Gespräch mit der sterbenden Freundin.
Anna Loos und Meret Becker sind wunderbare Darstellerinnen für diese Rollen. Becker hatte naturgemäß die vermeintlich leichtere Aufgabe: Katja, dem Paradiesvogel, fliegen die Sympathien im Nu zu. Loos aber muss sich den Respekt erst erarbeiten. Auch ihr gelingt das buchstäblich spielerisch, weil Autorin Laila Stieler ("Die Polizistin"), bekannt für ihre unbequemen Stoffe, die Hauptfigur der Geschichte bemerkenswert differenziert gestaltet hat. Für Loos ist Andrea eine Rolle, von der Schauspielerinnen träumen, da sie praktisch das gesamte emotionale Spektrum abdeckt. Rein quantitativ hat Axel Prahl deutlich weniger Szenen, aber dramaturgisch ist der Psychologe Weininger das Zünglein an der Waage: weil sich die als Naturwissenschaftlerin in den Pragmatismus flüchtende Andrea mit seiner Hilfe endlich ihrem eigenen Trauma stellt.
Der wichtigste Beitrag von Regisseur Tim Trageser lag vermutlich in der Führung seiner Darsteller, denn die charakterlichen Details hat ja das Drehbuch vorgegeben. Loos und Becker ergänzen einander vortrefflich, aber ihre Leistung überrascht naturgemäß weniger als die Auftritte der Jugendlichen, die Trageser mit sicherer Hand leitet; ihre Leistungen sind ausnahmslos bemerkenswert. Die Nebenfiguren wirken zwar insgesamt etwas klischeehaft, aber bei der Klasse fällt das viel weniger ins Gewicht als beim Kollegium: Von den beiden Hauptfiguren abgesehen wirken sämtliche Lehrer wie Karikaturen. tpg.
| Darsteller: | Anna Loos | als Andrea "Drea" Liebnitz | |
|---|---|---|---|
| Meret Becker | als Katja | ||
| Axel Prahl | als Weininger | ||
| Ramona Kunze-Libnow | als Conny Peschke | ||
| Christina Große | als Frau Mohn | ||
| Julius Nitschkoff | als Nico | ||
| Leo Natalis | als Marc | ||
| Alicia Seyding | als Yasmin | ||
| Oskar Bökelmann | als Justin | ||
| Helene Luise Doppler | |||
| Sammy Scheuritzel | |||
| Peter Pauli | |||
| Johannes Richard Voelkel | |||
| Nicoline Schubert | |||
| Christine Schmidt-Schaller | |||
| Marie Rosa Tietjen | |||
| Regie: | Tim Trageser | ||
| Drehbuch: | Laila Stieler | ||
| Produzent: | Wolfgang Cimera | ||
| Kamera: | Eckhard Jansen | ||
| Schnitt: | Gisela Castronari | ||
| Musik: | Andreas Weidinger | ||
| Produktionsdesign: | Tom Hornig | ||
| Kostüme: | Anne-Gret Oehme | ||
| Casting: | Doris Borkmann | ||
Ihre verschatteten Augen, der ausgeprägte Schmollmund und die üppigen Formen ihres Körpers prädestinieren sie für lasziv erotische Frauen, aber Anna...
Die Kindfrau des deutschen Films der 90er-Jahre, überrascht Meret Becker als kantige Lolita weniger mit verführerischer zielsicherer Strategie...
Steven Spielbergs wundervolles Epos um die Freundschaft zwischen einem Bauernsohn und einem Pferd im Ersten Weltkrieg. Für 6 Oscars nominiert!
Manche Freunde sind cooler als andere! Großer Kino-Spaß mit einem Yeti!
Schöne Romanze mit Channing Tatum und Rachel McAdams!
Kate Beckinsale ist zurück als Sexiest Vampire-Lady Undead! Top-Action in 3D!
Exorzismus-Thriller im Doku-Stil um eine serienmordende Mutter, die behauptet, von Dämonen besessen zu sein.