Originaltitel: The Legend of Bagger Vance
USA 2000
Will Smith
Matt Damon
Charlize Theron
Regie: Robert Redford
Verleih: Fox
Einst war Rannulph Junuh der gefeierte Goldjunge von Savannah. Doch dann kam der Erste Weltkrieg. Traumatisiert wirft er alles hin - Gesellschaft, seine Golfschläger und seine Verlobte Adele - und zieht sich zurück. Um den Golfplatz ihres verstorbenen Vaters nicht zu verlieren, plant Adele ein Turnier mit den besten Spielern - und Rannulph. Doch der sagt erst zu, als der mysteriöse Caddy Bagger auftaucht.

Nach dem romantischen Melodram "Der Pferdeflüsterer" meldet sich Robert Redford mit einem inspirierenden Golfdrama zurück. Ursprünglich hatte er vor, selbst die Rolle des seelisch gemarterten Golfers Rannulph Junuh zu übernehmen und Morgan Freeman für die Titelfigur vorgesehen. Stattdessen übernimmt Mr. "Independence Day" Will Smith die Rolle des mystischen Caddies Bagger Vance, der nun Matt Damon ("Der talentierte Mr. Ripley") während der Depressionsära hilft, seinen abhanden gekommenen (Lebens)Schwung wiederzufinden.
Der einklammernde Pro- und Epilog zeigen Jack Lemmon, der auf dem Golfplatz einen Herzanfall hat und sich an die Tage seiner Kindheit in Savannah zurückerinnert. Der kleine Hardie (gespielt vom talentierten J. Michael Moncrief) hält große Stücke auf die Golflegende Rannulph Junuh, der im ersten Weltkrieg schweren seelischen Schaden erfahren hat und sich nur mehr für Kartenspiel und Alkohol interessiert. Anno 1931 beschließt Junuhs einstige Liebe Adele Invergordon (die statueske Charlize Theron aus "Gottes Werk und Teufels Beitrag") ein Turnier zu organisieren, um so den Golfplatz ihres Vaters vor dem Bankrott zu bewahren. Sie lädt die beiden professionellen Golfer Bobby Jones (eindrucksvoll: Redford-Lookalike Joel Gretsch als eleganter Gentleman-Golfer) und Walter Hagen (Bruce McGill als rauhbeiniger Yankee) ein und als lokaler Held soll Junuh spielen. Nach anfänglichen Sträuben sagt er zu und der aus dem Nichts aufgetauchte Caddy Bagger Vance (ein locker-charmanter Smith kann nichts falsch machen) motiviert ihn schließlich wieder zu seinem Spiel und inneren Frieden zu finden.
Wie in vielen seiner Filmen - man denke an "Aus der Mitte entspringt ein Fluß" oder "Quizshow" - nimmt Redford die Passion eines Mannes und überträgt sie als philosophische Allegorie aufs Leben. Hier verfilmt er den gleichnamigen Roman von Steven Pressfield, der seinerseits eine Vorlage aus der hinduistischen Mythologie wählte. Erzählt wird das Gleichnis aus der Mahabharata von der in Dunkelheit gestürzten Seele Arjunas, der mit Hilfe eines spirituellen Lehrers wieder seinen Platz im Licht findet. Das tiefgründige Geschehen wird aufs Golfgrün verlegt, wo der mysteriöse Caddy mit zengleicher Zentriertheit über Golftips Lebensweisheiten zu vermitteln weiß. Das Erzähltempo ist ebenfalls gelassen ohne jedoch ins Stocken zu geraten. Drehbuchautor Jeremy Leven verzichtet in seiner Adaption auf die direkten spirituellen Referenzen und baut eine romantische Beziehung zwischen Junuh und der Südstaatenschönen Adele ein. Dies lässt die zentrale Schüler/Lehrer-Beziehung des Buches in den Hintergrund treten und verweist den Titelhelden ein wenig an den Rand. Produktionsdesign und Kostüme rekreieren die Ära hervorragend, die von Michael Ballhaus' superber Kameraarbeit ästhetisch ins Bild gesetzt werden. Der melancholische Score von Rachel Portman unterstreicht die Stimmung der mystischen Fabel, in der das Golfspiel den Kampf gegen innere Dämonen demonstriert. ara.
| Darsteller: | Will Smith | als Bagger Vance | |
|---|---|---|---|
| Matt Damon | als Rannulph Junuh | ||
| Charlize Theron | als Adele Invergordon | ||
| Bruce McGill | als Walter Hagen | ||
| Joel Gretsch | als Bobby Jones | ||
| Lane Smith | als Grantland Rice | ||
| Harve Presnell | als John Invergordon | ||
| J. Michael Moncrief | als Hardy Greaves | ||
| Peter Gerety | als Neskaloosa | ||
| Michael O'Neill | als O.B. Keeler | ||
| Thomas Jay Ryan | als Spec Hammond | ||
| Jack Lemmon | als Hardy Greaves (alt) | ||
| Regie: | Robert Redford | ||
| Drehbuch: | Jeremy Leven | ||
| Produzent: | Robert Redford | ||
| Michael Nozik | |||
| Jake Eberts | |||
| Koproduzent: | Chris Brigham | ||
| Joseph Reidy | |||
| Ausf. Produzent: | Karen Tenkhoff | ||
| Buchvorlage: | Steven Pressfield | ||
| Kamera: | Michael Ballhaus | ||
| Schnitt: | Hank Corwin | ||
| Musik: | Rachel Portman | ||
| Produktionsdesign: | Stuart Craig | ||
| Angelo Graham | |||
| Kostüme: | Judianna Makovsky | ||
| Ton: | Peter F. Kurland | ||
Will Smith ("Die Legende von Bagger Vance") behauptete vor kurzem, dass er durch das viele Training für seinen neuen Film "Ali" nicht nur Muskelkraft, sondern auch einiges an Manneskraft dazubekommen habe.
Interessant, Herr Smith! Im Wortlaut sagte der Wahnsinns-Typ: "Ich habe so viel Sport getrieben und bin so gut im Training, dass ich mich ohne mit der Wimper zu zucken als 'Willagra' bezeichnen würde!" Die Frauenwelt begann schon zu schwärmen...
... bis dummerweise die holde Gattin von Mister "Willagra" plauderte und die Ausführungen ihres geliebten Willie zunichte machte. Jada Pinkett Smith ("It's Showtime") begreift das ganze Theater nicht, das ihr Mann gerade veranstaltet. Sie gab bekannt, dass Will vor lauter Training allabendlich so geschwächt und fertig war, dass weder auf, noch unter der Bettdecke irgendwelche Manneskräfte gewaltet hätten. "Ich verstehe nicht, warum er sich so als Love Machine brüstet", sagte die hübsche Lady etwas enttäuscht. Doch richtig beklagt hat sich Jada auch nicht. Immerhin hat ihr Liebster jetzt einen richtigen Waschbrettbauch und die Spaghettiärmchen von früher durch echten Bizeps ersetzt. Der Anblick des Stars aus "Wild Wild West" und "Men in Black" allein scheint sie entschädigt zu haben. Will Smith wird sich jetzt jedoch einen anderen Spitznamen zulegen müssen. Den "Willagra" wird ihm keiner mehr abnehmen...
Foto: Arthaus
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