Originaltitel: The Last Airbender
USA 2010
Noah Ringer
Dev Patel
Nicola Peltz
Regie: M. Night Shyamalan
Verleih: Paramount
In einer Welt, in der die Kontrolle über die Elemente nur wenigen Auserwählten möglich ist, führt der Fürst des Feuers Krieg gegen die friedlichen Nationen des Wassers, der Luft und der Erde. Bis der junge Aang, der das Potenzial hat, alle Elemente zu beherrschen, nach 100-jähriger Abwesenheit zurückkehrt und den Kräften des Feuers Einhalt gebietet. Mit seinen Freunden Katara und Sokka bringt er die Hoffnung in eine spirituelle Welt zurück, die sich gegen die Diktatur der Feuernation kämpferisch zu wehren beginnt.

M. Night Shyamalans Auftakt zu einem neuen dreiteiligen Fantasy-Franchise ist visuell opulent und erzählerisch konsequent auf ein junges Publikum zugeschnitten.
Nachdem die "Chroniken von Narnia" erst nach Studiowechsel in die dritte Runde gehen konnten und die geplante Trilogie nach Philip Pullmans "His Dark Materials" nicht über die Ouvertüre "Der goldene Kompass" hinausging, stehen dieses Projekt und auch sein Regisseur unter Druck. Ungeachtet der kommerziellen Enttäuschungen von "Das Mädchen aus dem Wasser" und "The Happening" stemmt Shyamalan hier sein größtes Projekt, das erstmals nicht nach einem Originalskript entstand und ihn als Regisseur erstmals auch hinter den Stoff zurücktreten lässt. Raffinierten Suspense und überraschende Wendungen, seine Markenzeichen, findet man somit nicht in seiner Adaption der Zeichentrickserie "Avatar - Der Herr der Elemente".
Wie schon die Vorlage richtet sich auch der Film an ein jüngeres Publikum - mit einem Protagonisten, der erst 12 und Mitstreitern, die unter 18 Jahre alt sind. Im Prolog erfährt man von einem Krieg der Welten, von den vier Elementen und den von diesen geprägten Nationen des Wassers, der Luft, der Erde und des Feuers. Für deren Gleichgewicht sorgte stets ein "Avatar", bis die letzte Reinkarnation vor seiner Verantwortung unter das ewige Eis flüchtete. Von dort wird Aang nach 100 Jahren wieder an die Oberfläche geholt. Der Junge kann Luft, Mitstreiterin Katara Wasser und ihr junger Gegenspieler Zuko (Dev Patel aus "Slumdog Millionär") Feuer kontrollieren. Zuko ist buchstäblich ein gebranntes Kind, verstoßen und mit Flammen gestraft vom Vater, dem Fürsten der Feuernation, der die anderen Reiche unterwerfen will. Unabhängig voneinander versuchen Vater und Sohn den "Avatar" zu entführen, womit der Plot nun von einer Gefangennahme Aangs nach Befreiung zur nächsten springt, bis es am Nordpol zum Showdown, zur Belagerung der Wassernation durch die Armada des Feuerfürsten kommt.
Abgesehen von Zuko und seinem weisen Onkel bleiben die Beziehungen der Figuren skizzenhaft, womit es auch hier keine Herrschaft der Emotionen, sondern der Set- und Actionpieces gibt. Und visuell hat "Die Legende von Aang", fotografiert von Andrew Leslie ("Herr der Ringe"-Trilogie) und digital dekoriert von ILM, tatsächlich einiges zu bieten: in den Fights, die mit Martial Arts, aber auch manipulierten Naturelementen ausgetragen werden, wie auch den vielen monumentalen Tableaus, in denen der Film sein Gesamtbudget von 250 Mio. Dollar für die geplante Trilogie durchschimmern lässt. Die Ausgaben für die nachträgliche 3D-Konvertierung kann der Film allerdings nicht überzeugend rechtfertigen. Zumindest in diesem Punkt erinnert er an "Kampf der Titanen", während er sonst Assoziationen an Klassiker von Tolkien, Michael Ende, Jules Verne und Frank Herbert ("Der Wüstenplanet") weckt. kob.
| Darsteller: | Noah Ringer | als Aang | |
|---|---|---|---|
| Dev Patel | als Prinz Zuko | ||
| Nicola Peltz | als Katara | ||
| Jackson Rathbone | als Sokka | ||
| Shaun Toub | als Onkel Iroh | ||
| Aasif Mandvi | als Zhao | ||
| Cliff Curtis | als Fire Lord Ozai | ||
| Regie: | M. Night Shyamalan | ||
| Drehbuch: | M. Night Shyamalan | ||
| Michael DiMartino | |||
| Produzent: | Frank Marshall | ||
| M. Night Shyamalan | |||
| Sam Mercer | |||
| Koproduzent: | Jose L. Rodriguez | ||
| Ausf. Produzent: | Michael DiMartino | ||
| Kathleen Kennedy | |||
| Bryan Konietzko | |||
| Scott Aversano | |||
| Kamera: | Andrew Lesnie | ||
| Schnitt: | Conrad Buff IV | ||
| Musik: | James Newton Howard | ||
| Produktionsdesign: | Philip J. Messina | ||
| Kostüme: | Judianna Makovsky | ||
| Casting: | Douglas Aibel | ||
Frank Marshall, legendärer Produzent der größten Erfolge von Steven Spielberg, arbeitet bei "Die Legende von Aang" zum dritten Mal mit Blockbuster-Regisseur M. Night Shyamalan zusammen, der mit dem Fantasy-Epos seinen bislang größten Film vorlegt.
Sie haben mit M. Night Shyamalan bereits "The Sixth Sense" und "Signs - Zeichen" gedreht. Warum hat es acht Jahre bis zum nächsten gemeinsamen Film gedauert?
FRANK MARSHALL: Wir kamen einfach nicht zusammen. Ich war ein paar Jahre mit der "Bourne"-Serie beschäftigt, und Night hatte immer schon Sam Mercer als seinen persönlichen Produzenten. Außerdem muss man nach Philadelphia ziehen, wenn man dauerhaft mit ihm arbeiten will. Nichts gegen Philadelphia, aber ich bin verheiratet, habe zwei Kinder und lebe gern in Los Angeles. Als Night mit der Arbeit an "Die Legende von Aang" begann, wurde ihm schnell bewusst, dass er ein Projekt dieser Größenordnung noch nie hatte stemmen müssen. Also suchte er nach einem Produzenten, der Erfahrung darin besaß, und sprach mich an. Kathleen (Kennedy, Marshalls Ehefrau und Produktionspartnerin, Anm. d. Red.) und ich hatten von der Fernsehserie "Avatar - Der Herrscher der Elemente" noch nie gehört. Wir fragten unsere Töchter, und die waren begeistert. Wir sagten zu.
Ist er immer noch derselbe Filmemacher, den Sie damals kannten?
Ja und nein. Natürlich ist er immer noch der M. Night Shyamalan von "The Sixth Sense". Ich glaube aber, dass er sich vor zehn Jahren noch nicht getraut hätte, ein solches Projekt zu schultern. Er hat also dazugelernt. Und vor allem: Er will immer noch weiter dazulernen. Und er hatte keine Angst vor den Herausforderungen, die ein großer Film wie dieser mit sich bringt.
Sicher ist er nicht der erste Filmemacher, der einem einfiele, wenn man ein Big-Budget-Epos mit vielen Effekten vorbereitet.
Das stimmt. Aber er war der Richtige, weil er Leidenschaft hatte. Leidenschaft für diesen Stoff, für diese Welt. Das ist entscheidend. Ihm war bewusst, dass er sich nicht einfach auf das verlassen können würde, was ihn auszeichnet. Vor allem aber fühlte er sich von all den Themen und Motiven der Saga ganz unmittelbar angesprochen. Er wollte die Geschichte unbedingt erzählen.
Es hilft, einen Produzenten an der Seite zu haben, der diese Spielart beherrscht. Was gibt Ihnen das Selbstvertrauen, immer wieder Großprojekte dieser Art zu stemmen?
Erfahrung. Meine Frau und ich machen das schon sehr lange, seit dem ersten "Indiana Jones"-Film im Jahr 1980. Wir sind ein eingespieltes Team, wir können einander vertrauen. Vor allem aber ergänzen wir einander sehr gut, weshalb wir uns nicht ins Gehege kommen. Kathleen liebt besonders den Entwicklungsprozess, das Schreiben, die Vorbereitung. Ich mag die Arbeit am Set, führe immer wieder Regie beim zweiten Drehteam. Bei der Postproduktion ziehen wir an einem Strang. Aber all das hat sich entwickelt, wir haben uns immer auf die jeweiligen Situationen eingestellt.
So haben Sie Stillstand vermieden.
Richtig. Alle zehn Jahre haben wir etwas Neues gemacht, neue Dinge ausprobiert. Zuerst haben wir für Steven Spielberg Amblin geleitet. Dann haben wir uns selbständig gemacht, ich habe bei drei Filmen Regie geführt. Dann fiel mir "Bourne" in den Schoß, der meine ganze Zeit in Anspruch nahm. "Die Bourne Identität" war der erste Film in einer langen Zeit, an dem ich ohne Kathleen arbeitete. Das hat auch ihr Freiheiten eröffnet. Heute arbeiten wir gemeinsam an den Filmen, bei denen wir Lust darauf haben.
Hat sich die Beschreibung Ihres Jobs im Lauf der Jahre verändert?
Auf jeden Fall. Als wir anfingen, ging es vor allem darum, eine Geschichte zu erzählen und sie so gut zu erzählen, wie man kann. Das macht mir immer noch am meisten Spaß. Ich bin gerne am Set. Aber weil sich das Geschäft als solches so rasend verändert hat, hat sich auch die Aufgabe des Produzenten verändert. Wir müssen uns immer stärker um die geschäftlichen Aspekte kümmern - Merchandising, Product Placement, die Ausstattung der DVDs. Es ist ein absolut einzigartiger Job. Ich bin für Kunst zuständig, aber eben auch Kommerz. Das gilt heute mehr denn je.
Sie haben beides perfekt verbunden.
Im Film ist alles erlaubt. Wenn man mag, kann man einen Film über einen Papierkorb machen. Ob sich ein Publikum dafür interessiert, ist die andere Frage. Ich verstehe mich als Entertainer. Ich will ein Publikum unterhalten, je größer, desto besser. Das bereitet mir Freude, das ist mein Antrieb.
Sie arbeiten für alle Studios. Wählen Sie Ihre Studiopartner für ein bestimmtes Projekt dennoch gezielt aus?
Nach Möglichkeit. Man muss findig sein. Wenn man am Startwochenende nicht den nötigen Umsatz macht, ist man verloren. Es sei denn, man hat es mit einem Studio zu tun, dass findig genug ist, seine Filme so zu platzieren, dass sie mit anderen Einnahmequellen wie Soundtracks, Games oder Merchandising mögliche Verluste an der Kinokasse wieder zu deckeln. Sehen Sie, man spricht immer davon, dass die Blockbusterära mit "Der weiße Hai" und "Krieg der Sterne" beginnt. Aber damals war das noch anders: Diese Filme wurden Blockbuster, weil die Leute sie sich immer und immer wieder angesehen haben. Sie haben diese Filme einfach geliebt. "Jäger des verlorenen Schatzes" wurde von manchen Kinos mehr als ein Jahr lang vor vollem Haus gespielt. Er spielte am ersten Wochenende nur acht Mio. Dollar ein - das wäre heute der Todeskuss. Aber dann spielte er in den kommenden zehn Monaten an jedem weiteren Wochenende wieder jeweils acht Mio. Dollar ein. Das gibt es heute aufgrund der unterschiedlichen Auswertungsmöglichkeiten nicht mehr. Es gibt nur noch das erste Wochenende, dann kommt schon der nächste große Film.
Arbeiten Sie mit diesem Wissen anders an Ihren Filmen?
Nein. Geändert hat sich vor allem die Vermarktung der Filme. Sie ist wichtiger geworden. Und teurer. Die Leute sollen Lust bekommen. Aber dann muss man ihnen immer noch einen guten Film zeigen. Sonst kommen sie nicht wieder.
Wie wichtig ist 3D?
Ich will 3D nicht überbewerten. Es ist ein interessantes und spannendes neues Werkzeug. Aber einen "Bourne"-Film könnte ich nie in 3D machen. Sollten wir eine Fortsetzung von "Die Legende von Aang" machen, würde es sich anbieten. Es würde dem Film wirklich etwas bringen. Beim ersten Teil waren die Kameras einfach nicht ausgereift genug. Aber ich bin zufrieden mit der 3D-Nachbearbeitung. Wir haben versucht, den Effekt subtil einzusetzen. Es sollte kein zweiter "Kampf der Titanen" werden.
Wenn man mit Ihnen spricht, sollte man die Gelegenheit nicht verstreichen lassen, Ihnen Fragen zu einzelnen Franchises und Filmen zu stellen, an denen Sie beteiligt sind.
Schießen Sie los.
Wie sieht es mit "Bourne 4" aus?
Sieht gut aus. Ich treffe mich in New York mit dem Drehbuchautor Tony Gilroy, der mir seine Ideen für "The Bourne Legacy", so wird der Film heißen, zeigen will. Wenn wir das Drehbuch haben, werden wir Matt Damon und Paul Greengrass ansprechen. Aktuell sind sie nicht beteiligt. Aber ich verstehe das. Nach "Das Bourne Ultimatum" waren sie ausgebrannt und konnten sich nicht vorstellen, gleich wieder an einem "Bourne"-Film zu arbeiten. Jetzt sieht es hoffentlich anders aus.
"Indiana Jones 5"?
Da tut sich gerade gar nichts. George Lucas' Leute recherchieren für "Indy 5", aber das ist es auch schon.
Haben Shia LaBeoufs Anmerkungen in Cannes, man habe den vierten Teil versemmelt, etwas damit zu tun?
Damit hat er seiner Karriere keinen großen Gefallen getan. Aber Shia LaBeouf ist noch jung. Vielleicht lernt er noch dazu.
"Hereafter" von Clint Eastwood?
Ist so gut wie fertig. Die einfachste Arbeit meines Lebens. Wir haben Clint das Drehbuch gezeigt, ein paar Monate später hat er uns den Film gezeigt. Er hält sich an die Zeit- und Budgetplanungen. Es war mir fast peinlich, dass ich noch ein oder zwei Anmerkungen zu "Hereafter" hatte. Aber sonst musste ich nichts machen.
Steven Spielbergs "War Horse"?
Wir fangen am 2. August an, der komplette Film wird in England gedreht. Ich bin sehr aufgeregt. Das Theaterstück ist großartig. Ich hoffe, dass man das über den Film "War Horse" auch sagen wird. Er hat das Potential dafür.
Sie selbst wollen als Regisseur einen Film über Lance Armstrong drehen?
Ja. Gerade machen wir eine Doku über seine Rückkehr in den Radzirkus fertig. Danach nehmen wir den Spielfilm in Angriff, der einen größeren Zeitabschnitt umfassen soll. Ich führe gern Regie, aber wenn ich einen Film inszeniere, kann ich nebenher nichts anderes machen. Als ich in den Neunzigerjahren drei Filme hintereinander gedreht habe, merkte ich, wie sehr mir das Produzieren fehlte. Das mache ich am liebsten und kann ich am besten. Also habe ich das Inszenieren wieder hintangestellt. Das war die richtige Entscheidung.schießen
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.