Die Lebenswege zweier Schwestern zwischen Bürgerlichkeit und Terrorismus enden in einer apokalyptischen Zukunftsvision. Endzeitdrama mit starken Darstellern und Sogwirkung. http://images.kino.de/flbilder/max10/auto10/auto38/10380146/b150x150.jpg Die kommenden Tage

Filmdetails

Die kommenden Tage

Die Lebenswege zweier Schwestern zwischen Bürgerlichkeit und Terrorismus enden in einer apokalyptischen Zukunftsvision. Endzeitdrama mit starken Darstellern und Sogwirkung.


Die kommenden Tage
Start: 04.11.2010

Drama / Science Fiction

Deutschland 2010
Laufzeit: 129 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Bernadette Heerwagen
Daniel Brühl
Johanna Wokalek

Regie: Lars Kraume
Verleih: Universal

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Inhalt

Die Schwestern Laura und Cecilia sind sehr unterschiedlich. Laura versucht sich an einer kaum mehr existierenden Bürgerlichkeit festzuhalten, will unbedingt ein Kind haben. Cecilia driftet in den Terrorismus ab. Um sie herum toben gewalttätige Kämpfe zwischen Demonstranten und Polizisten und zwischen Arm und Reich. Die Zivilisation bröckelt. Und dass sich Laura mit dem Freund ihrer Schwester einlässt und schwanger wird, sorgt zusätzlich für ein privates Waterloo.


Kritik

Die kommenden Tage

Die Lebenswege zweier Schwestern zwischen Bürgerlichkeit und Terrorismus enden in einer apokalyptischen Zukunftsvision.

Apocalypse Now ist bei Lars Kraume im Jahr 2020. Die Festung Europa hat dicht gemacht, nur wenige Übergänge führen durch die Grenzmauern nach draußen, wo Migranten in den Wäldern vegetieren - mit dem Ziel, in die Enklave der einst Wohlhabenden einzudringen. Die verlässt eine junge Frau mit ihrem Kind auf dem Arm, um Unterschlupf bei ihrem Ex-Freund in den Bergen zu suchen. In einer langen Rückblende erzählt Lars Kraume die Ereignisse im Leben zweier gegensätzlicher Schwestern acht Jahre zuvor. Die bürgerliche Laura muss sich zwischen Kinderwunsch und großer Liebe zu einem Mann mit inkompatiblen Genen entscheiden, Cecilia driftet in den Terrorismus ab. Beide bemühen sich auf ihre Weise um einen Platz in einer destabilisierten Welt.

Was bei John Hillcoats Vater-Sohn-Odyssee "The Road" in einen erschütternden Abgesang auf jegliche Humanität mündet und trotz Genre-Elementen Zeit zum Mitleiden lässt, entwickelt sich hier zum lauten Endzeitdrama mit allem, was für Action sorgt - Studentenrevolution, "Happenings", bei denen die Beteiligten brutal auf "Jagd" gehen, gewalttätige Polizisten und Demonstranten, Verteilungskämpfe zwischen Arm und Reich, das ganze Programm eben. Dass sich Laura mit dem Freund ihrer Schwester einlässt und schwanger wird, sorgt zusätzlich für ein privates Waterloo, zumal sie nur als bürgerliche Tarnung für den radikalen Umstürzler fungiert. Fast beiläufig stellt sich die Frage nach dem "guten Terroristen" und der "guten Gewalt".

Mit fast messianischem Impetus packt Kraume alles Unheil der Welt in die Story, von der Auflösung der Institution Familie über Ausbeutung der Ressourcen und der Dritten Welt, Umweltzerstörung und bewaffnete Konflikte bis hin zur finalen und epochalen Menschheitskatastrophe. Hehrer politischer und pädagogischer Ehrgeiz droht den Film zu überfrachten, der dennoch eine außerordentliche Sogwirkung entfaltet. Mit "Die kommenden Tage", die zweite Produktion von Badlands Film, kehrt Kraume nach dem improvisierten "Keine Lieder über Liebe" zum klassischen Erzählkino zurück und beeindruckt durch im deutschen Kino rare Bilderwucht und einen spektakulären Showdown. Dass die krude Story funktioniert, liegt an den stark aufspielenden Schauspielern, allen voran Bernadette Herwagen als sanfte und sehnsuchtsvolle Frau, Johanna Wokalek als abgründige Kämpferin für eine bessere Gesellschaft, Daniel Brühl als fast blinder Zivilisationskritiker und August Diehl als teuflischer "agent provocateur". Ein Mix, der stimmt. mk.

Die kommenden Tage

Darsteller:  Bernadette Heerwagen   als Laura Kuper
  Daniel Brühl   als Hans Krämer
  Johanna Wokalek   als Cecilia Kuper
  August Diehl   als Konstantin Richter
  Susanne Lothar   als Martha Kuper
  Ernst Stötzner   als Walter Kuper
  Vincent Redetzki   als Philip Kuper
  Mehdi Nebbou   als Vincent
  Jürgen Vogel   als Melzer
 
Regie:  Lars Kraume  
Drehbuch:  Lars Kraume  
  Dr. Christina Kallas  
Produzent:  Matthias Glasner  
  Lars Kraume  
  Katrin Schlösser  
  Jürgen Vogel  
  Frank Döhmann  
Koproduzent:  Thomas Peter Friedl  
  Claudia Dummer-Manasse  
  Rainer Kalex  
Kamera:  Sonja Rom  
Schnitt:  Barbara Gies  
Musik:  Christoph M. Kaiser  
  Julian Maas  
Produktionsdesign:  Irina Kromayer  
Kostüme:  Esther Walz  
Maske:  René Jordan  
  Antje Huchel  
Ton:  Stefan Soltau  
Casting:  Nessie Nesslauer  
  Patrick Dreikauss  

Star

Bernadette Heerwagen

1995 besetzte Regisseur Miguel Alexandre die damals 17-jährige Schülerin Bernadette Heerwagen für die Titelrolle der Nana in...

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Daniel Brühl

Er besuchte nie eine Schauspielschule und ist doch DER Jungstar des deutschen Films. Daniel Brühls sanfte sensible Art macht ihn zwischen Teen-...

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