Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Elfriede Jelinek um die seelischen Abgründe einer Klavierlehrerin. http://images.kino.de/flbilder/max01/bf01/bf35/b0135996/b150x150.jpg Die Klavierspielerin

Filmdetails

Die Klavierspielerin

Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Elfriede Jelinek um die seelischen Abgründe einer Klavierlehrerin.


Die Klavierspielerin
Start: 11.10.2001

Drama / Erotik

Österreich/Frankreich 2001
Laufzeit: 130 Min.
FSK: ab 16 Jahre

Isabelle Huppert
Benoît Magimel
Annie Girardot

Regie: Michael Haneke
Verleih: Concorde

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
(0 Bewertungen)

Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

Pianolehrerin Erika Kohut, Anfang 40, steht noch immer unter der Fuchtel ihrer Mutter. Sexuelle Befriedigung sucht die verbitterte Frau in Pornokinos. Ihr psychischer Niedergang scheint unaufhaltbar. Liebe ist ihr fremd, bis sich ein junger Schüler in sie verliebt. Doch damit wird erst so richtig der Startschuss gegeben für einen atemberaubenden Akt der Selbstzerstörung.


Kritik

Die Klavierspielerin

Das soll ihm mal ein österreichischer Regisseur nachmachen: Zum dritten Mal nach "Funny Games" und "Code: Inconnu" schritt Michael Haneke als Wettbewerbs-Teilnehmer über den roten Teppich der berühmten Stufen. Für seine Verfilmung des Elfriede-Jelinek-Romans "Die Klavierspielerin" wurde er mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet, seine beiden Hauptdarsteller Isabelle Huppert und Benoit Magimel mit dem Preis für die Beste darstellerische Leistung.

Michael Haneke provoziert gerne, auch wenn er es nicht zugibt. Mit "Die Klavierspielerin" stieß er auf Begeisterung wie auf Ablehnung, so mancher Mainstream-Anhänger oder Schöngeist musste hart schlucken bei diesem unbarmherzigen Trip durch seelische Abgründe, so manches nervöse Lachen hallte bei heiklen Szenen durchs Kino. Erika Kohut lehrt am Wiener Konservatorium Piano, steht noch mit Anfang 40 unter der Fuchtel ihrer Mutter, die sie permanent kontrolliert und wie ein kleines ungezogenes Kind behandelt, wenn sie mal nachts spät nach Hause kommt. Sexuelle Befriedigung sucht die verbitterte Frau in Pornokinos. Wenn Isabelle Huppert dort an gebrauchten Kleenex-Tüchern ihre Sehnsucht stillt, im Autokino Paaren beim Liebesspiel zuschaut, sich mit einer Rasierklinge die Vagina verstümmelt, oder sich in einer Mischung aus Hassliebe und Wahn im Bett auf ihre Mutter wirft, möchte man sich abwenden und schaut dennoch diesem psychischen Niedergang gebannt zu. Liebe ist Terra incognita - bis sich ein junger Schüler in sie verliebt, Auftakt zu einem atemberaubenden Akt der Selbstzerstörung. Erika will keine Intimität, sondern präsentiert einen sexuellen Forderungskatalog, in dem sie die körperliche Akrobatik auflistet, die sie aus Pornos kennt, wandelt dadurch das Begehren des Mannes in Abscheu. Haneke inszeniert die Sezierung menschlicher Verhaltensdeviation als Psycho-Drama ohne Pardon, trifft Seele, Bauch und Kopf. Die Huppert, die vor vier Jahren ein Angebot für "Funny Games" ausschlug, brilliert in der Titelrolle, durchlebt alle Extreme, ist mal abweisend, dominant oder verwundbar, mit der kleinsten Geste oder minimalsten Mimik lässt sie tiefe Einsamkeit ahnen, die Vereisung der Gefühle. Sie geht an Grenzen, spielt alle Nuancen von Demütigung, Selbsthass und verdrängten Gefühlshunger aus. Ihre Rigorosität erschreckt und weckt gleichzeitig Mitleid mit der Heldin. Künstlerisch und atmosphärisch zählte "Die Klavierlehrerin" zu den herausragenden Wettbewerbsbeiträgen, fordert Positionen heraus. Natürlich ist diese Piano-Lesson bei Haneke weder harmonisch oder angenehm, sondern ein schmerzhaftes und verstörendes Purgatorium, aber niemals degoutant. Nach diesem Preisregen sollte sich ein Arthouses-Publikum aufgeschlossen zeigen. mk.

Die Klavierspielerin

Darsteller:  Isabelle Huppert   als Erika Kohut
  Benoît Magimel   als Walter Klemmer
  Annie Girardot   als Mutter
  Anna Sigalevitch   als Anna Schober
  Susanne Lothar   als Frau Schober
  Udo Samel   als Dr. Blonskij
  Cornelia Köndgen   als Frau Blonskij
  Rudolf Melichar   als Direktor
  Philipp Heiss   als Naprwnik
  Thomas Weinhappel   als Bariton
  Gabriele Schuchter   als Margot
 
Regie:  Michael Haneke  
Drehbuch:  Michael Haneke  
Produzent:  Prof. Dr. Veit Heiduschka  
  Marin Karmitz  
  Alain Sarde  
Ausf. Produzent:  Michael Katz  
  Yvon Crenn  
Buchvorlage:  Elfriede Jelinek  
Kamera:  Christian Berger  
Schnitt:  Monika Willi  
  Nadine Muse  
Produktionsdesign:  Christoph Kanter  
  Hannes Salat  
Kostüme:  Annette Beaufays  
Ton:  Guillaume Sciama  
  Jean-Pierre Laforce  

Star

Isabelle Huppert

Unter den französischen Schauspielerinnen ist sie das Chamäleon, ein Talent mit vielfältigen Facetten, die aufregend zwischen Anmut und...

Star

Benoît Magimel

* 11.05.1974

Top-Filme der Woche

  • Men in Black 3

    Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.

  • LOL

    Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.

 

treffpunkt kino kompakt

In der aktuellen Ausgabe: Die große Preview zu "Ice Age - Voll verschoben" und der erste Trailer zu "Skyfall"!

Zum Magazin

Das multimediale Kinomagazin jede Woche kostenlos per Mail - jetzt registrieren!

GO

Ähnliche Filme auf DVD & Blu-ray

 

Service

kino.de mobil

kino.de mobil

Das aktuelle Programm Ihres Lieblingskinos haben Sie überall dabei - kostenlos auf Ihrem Handy.