Vor Jahren war der Archäologe Eik Meiers dem Schatz der Nibelungen dicht auf der Spur. Als aber während der Suche seine Frau und sein bester Freund ums Leben kamen, beschloss Eik, sich zurückzuziehen und nur noch für seine Tochter da zu sein. Als er jetzt durch Zufall einen wichtigen Hinweis auf den Verbleib des Schatzes findet, packt ihn wieder die alte Leidenschaft. Gemeinsam mit zwei Museumsmitarbeitern geht er dem Hinweis nach. Dabei kommt er schon bald professionellen Schatzsuchern in die Quere. Und die schrecken auch vor Mord nicht zurück.

Wilde Mischung, aber enorm kurzweilig: Die aufwändige Schatzsuche ist aufwändiges Popcorn-Fernsehen im Stil des "Da Vinci Code"
Es ist schon seltsam, dass Genre-Produktionen hierzulande nur noch im Fernsehen möglich sind. Stoffe wie Rainer Matsutanis "Papst-Attentat", Peter Keglevics düstere Schätzing-Verfilmung "Die dunkle Seite" oder Urs Eggers religiöser Thriller "Das jüngste Gericht" (alle RTL) haben allesamt Kinopotenzial. Das gilt auch für Ralf Huettners kurzweilige Schnitzeljagd: Die Suche nach dem Schatz der Nibelungen ist ein kurzweiliger Abenteuerfilm von einigem Aufwand (Produktionskosten: angeblich fünf Millionen Euro).
Der Titel erzählt bereits die ganze Geschichte. Allerdings hat Autor Derek Meister die klassische Sage um ein entscheidendes Detail erweitert: Kein Geringerer als Karl der Große hat den Schatz vor 1200 Jahren gefunden. Historisch ist das sicher gewagt, doch erstens scheint sich Meisters Drehbuch ohnehin eher an den verschiedenen Verfilmungen des Stoffes zu orientieren, und zweitens: it's only a movie. Deshalb hat man ja auch den Hans-Zimmer-Schüler Klaus Badelt ("Fluch der Karibik") verpflichtet, damit er einen krachenden Hollywood-Soundtrack komponiert.
Kaiser Karl hat den Schatz jedoch wieder versteckt, weil er bloß Zwietracht säte, hinterließ aber eine Rätselkette, auf dass ein Weiserer als er selbst dereinst den Reichtum finden möge; und jetzt geht die Handlung erst richtig los. Nach dem Tod seiner Frau hat Schatzsucher Eik Meiers (Benjamin Sadler) eigentlich allem Tand abgeschworen; einzig ein Amulett erinnert noch an die frühere Leidenschaft. Dann aber packt ihn das Fieber erneut, als sich herausstellt, dass just dieses Amulett die erste von vier Lösungen ist. Gemeinsam mit einer Archäologin (Bettina Zimmermann) und seinem Kumpel Justus (Fabian Busch) knackt er auch die anderen Rätsel, wobei sich das Trio einen Wettlauf mit den Schergen des Bösen liefert: Der schwerreiche Brenner (Hark Bohm) ist todkrank und hofft, das Drachenblut werde ihn unsterblich machen.
Entscheidenden Anteil an der Kurzweiligkeit des Films haben die Rätsel, deren Lösungen die Schatzjäger in immer wieder neue gruselige Katakomben und Felshöhlen führen. Schauplätze sind unter anderem die Kreidefelsen auf Rügen, der Kölner Dom, die imposanten Externsteine im Teutoburger Wald und schließlich Schloss Neuschwanstein. Schade nur, dass man kaum Zeit hat, die Plausibilität der Lösungen zu würdigen. Andererseits sprengt der Film mit einer Länge von netto knapp zwei Stunden ohnehin jede TV-Movie-Konvention, während er als Zweiteiler garantiert diverse Längen gehabt hätte. Wer das Genre mag, wird jede Minute genießen. tpg.
| Darsteller: | Benjamin Sadler | als Eik Meiers | |
|---|---|---|---|
| Bettina Zimmermann | als Katharina Bertholdi | ||
| Fabian Busch | als Justus | ||
| Liv Lisa Fries | als Krimi | ||
| Prof. Hark Bohm | als Roland Brenner | ||
| Stephan Kampwirth | als André Cabanon | ||
| Detlef Bothe | als Richter | ||
| Milena Dreißig | als Maria | ||
| Volker Heimsath | als Etzard | ||
| Thomas Darchinger | als Lars | ||
| Michael Abendroth | als Katharinas Chef | ||
| Tanja Schleiff | als Museumsleiterin | ||
| Regie: | Ralf Huettner | ||
| Drehbuch: | Derek Meister | ||
| Produzent: | Stefan Raiser | ||
| Felix Zackor | |||
| Kamera: | Hannes Hubach | ||
| Schnitt: | Charles Ladmiral | ||
| Musik: | Klaus Badelt | ||
| Produktionsdesign: | Matthias Kammermeier | ||
| Ton: | Michael Bartylak | ||
| Casting: | Nicole Fischer | ||
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