Originaltitel: La traque
Frankreich/Deutschland 2008
Franka Potente
Yvan Attal
Hanns Zischler
Regie: Laurent Jaoui
Es ist 1971 und die Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg verblassen, erschreckenderweise auch die an den Holocaust. Tausende von bekannten Nazikriegsverbrechern leben unbehelligt in Deutschland oder andernorts. In Frankreich ist ein Paar - der französische Jude Serge Klarsfeld und seine Frau Beate, eine deutsche Protestantin - entschlossen, für die Gerechtigkeit zu kämpfen und diese Kriminellen vor Gericht zu bringen.
Als das Münchener Gericht das Verfahren gegen Klaus Barbie, den "Schlächter von Lyon", aus Mangel an Beweisen einstellt, handeln Serge und Beate. Beeindruckt von ihrem Enthusiasmus, deutet ein deutscher Staatsanwalt an, dass Barbie in Südamerika leben soll. Die Nachforschungen der Klarsfelds decken auf, dass Barbie dort tatsächlich unter dem Namen Klaus Altmann lebt. Barbie weiß, dass er dank seiner engen Beziehungen zu der rechtsstehenden bolivianischen Diktatur unantastbar ist. Aber die Klarsfelds geben nicht auf und riskieren ihr Leben bei den Versuchen, ihn zu finden oder gar zu entführen.
Die fantastische Dimension dieser Geschichte verleiht dem Film eine für Spionagefilme typische Dramaturgie. Ohne im entferntesten didaktisch zu sein, wird die Handlung ohne Unterlass von dem unermüdlichen Antrieb der Klarsfelds befeuert. Ihre einfallsreichen Aktionen lassen stets auch die Selbstironie aufblitzen, die ihnen geholfen hat, sich all diesen Prüfungen zu stellen, ohne darüber zu verzweifeln.
Wenn die "Nazi-Jäger" Serge und Beate Klarsfeld nicht echte Menschen wären, könnte man sie leicht für Superhelden aus einem Hollywood-Thriller halten. Seit sich das deutsch-französische Paar in den frühen 70ern der Erinnerung an die Holocaustopfer verschrieben hat, glich ihr Leben oftmals einem Thriller. Allein, allen Widerständen trotzend und ohne finanziellen Rückhalt nahmen sie es in mehreren Ländern mit Politikern auf und stellten Rechtssysteme und öffentliche Meinung an den Pranger. Mit ihrer unnachgiebigen Beharrlichkeit gelang es ihnen, mehrere gesuchte Nazikriegsverbrecher vor Gericht zu bringen.
Exemplarisch für viele andere steht die Jagd nach Klaus Barbie, der seine mörderischen Handlungen auch nach dem Krieg fortsetzte. Barbie steht für das personifizierte Böse - Verbrecher, die es bis zum heutigen Tag schaffen, unbemerkt in der Gesellschaft Fuß zu fassen und dabei von korrupten Regierungen unterstützt werden, sei es im Balkan, Zentralasien, Afrika oder anderswo.
Auf die Frage: "Müssen wir vergessen? Müssen wir die Vergangenheit ruhen lassen?" geben die Klarsfelds eine klare Antwort: "Nein. Wir sind es den Opfern schuldig, die Wahrheit ans Licht zu bringen und Gerechtigkeit zu fordern."
Quelle: ARTE, www.arte.tv
| Darsteller: | Franka Potente | als Beate Klarsfeld | |
|---|---|---|---|
| Yvan Attal | als Serge Klarsfeld | ||
| Hanns Zischler | als Klaus Barbie | ||
| Jesus Rojas | als Gustavo Sanchez | ||
| Christophe Brault | als Régis Debray | ||
| Sophia Eva Wilhelmi | als Margaret | ||
| Benjamin Alazraki | als Michel | ||
| Fernando Arze | als Alvaro de Castro / Esteban Castro | ||
| Marion Game | als Raïssa | ||
| Jean-Marie Winling | als General Charon | ||
| Germain Wagner | als Staatsanwalt Ludolph | ||
| Victor Haïm | als Geissman | ||
| Jorge Ortiz | als Rubio | ||
| Xavier de Guillebon | als Ladislas de Hoyos | ||
| Ary Abittan | als Mossad-Agent | ||
| Laurent Klug | als Elie | ||
| Regie: | Laurent Jaoui | ||
| Drehbuch: | Alexandra Deman | ||
| Laurent Jaoui | |||
| Produzent: | Marie Masmonteil | ||
| Denis Carot | |||
| Christoph Friedel | |||
| Claudia Steffen | |||
| Thomas Kufus | |||
| Kamera: | Jean-Louis Sonzogni | ||
| Schnitt: | Claudine Dumoulin | ||
| Musik: | François Staal | ||
| Produktionsdesign: | Christian Siret | ||
| Valéry Marcov | |||
| Kostüme: | Anne Brault | ||
| Ton: | Francis Baldos | ||
| Casting: | Rodrigo Bellott | ||
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