Originaltitel: St. Trinian's 2: The Legend of Fritton's Gold
Großbritannien 2009
Rupert Everett
Colin Firth
David Tennant
Regie: Oliver Parker, ...
Ziemlich genau 420 Jahre, nachdem ihr Vorfahr, der Seeräuber, dem bösen Lord Pomfrey die Karte zu einem märchenhaften Schatz stibitze, holt die Vergangenheit die Mädcheninternatsleiterin Camilla Fritton ein. Nichte Annabell und ihre Schulkameradinnen haben nämlich in einer versteckten Bibliothek zumindest die eine Hälfte des Weges zum Schatz entdeckt, und schrecken nun vor keinem Rank und Abenteuer zurück, um auch die andere zu ergattern. Dabei stets auf ihren Fersen: Der Nachkomme von Lord Pomfrey und seine düsteren Schergen.

Namhafte britische Kinorecken wie Rupert Everett ("Die Hochzeit meines besten Freundes") oder Colin Firth ("Fever Pitch") geben sich die Ehre und sind unter bizarren Kostümen kaum zu erkennen in dieser burlesken, erfrischend durchgedrehten und zuweilen nachgerade surreal anmutenden Mischung aus Tussi-Komödie, Highschool-Musical, Detetektivgeschichte und natürlich Actionabenteuer. Von den Girls des Original-"St. Trinian" kehren Jodie Whitaker und Bondgirl Gemma Arterton zurück, letztere ironischerweise als Geheimagentin. Rundes Vergnügen.
Oliver Parker ging es bei "Das Bildnis des Dorian Gray" vor allem darum, den Oscar-Wilde-Klassiker für ein junges Publikum aufzubereiten.
Oliver Parker hat mit "Dorian Gray" nach "Ernst sein ist alles" und "Ein perfekter Ehemann" bereits den dritten Oscar-Wilde-Stoff verfilmt
Wie viele der früheren Verfilmungen haben Sie sich zur Vorbereitung angesehen?
OLIVER PARKER: Es gibt einige Versionen, die fürs Fernsehen entstanden sind, aber fürs Kino ist meines Erachtens nur eine wirklich ernsthafte Verfilmung entstanden - 1946 mit George Sanders. So gut dieser Film auch ist, er wirkt nach über 60 Jahren ziemlich veraltet. Da war es höchste Zeit, mit einer neuen Verfilmung ein jüngeres Publikum anzusprechen.
Wie sind Sie vorgegangen, um die Geschichte aufzufrischen?
Während die Figur des Dorian Gray in der alten Verfilmung eher distanziert angelegt wurde, lag mir viel daran, sie fürs Publikum emotionaler zu gestalten - eine kleine Änderung, aus der ein ganz anderer Film entstanden ist. Die alte Verfilmung ist auch viel langsamer erzählt, das Tempo wird den Sehgewohnheiten jüngerer Zuschauer nicht mehr gerecht. Auch da mussten wir uns etwas einfallen lassen und bauten Thrillerelemente ein.
Sie stellen Dorian Gray mit etlichen Erotikszenen auch verführerischer dar. Gab es Diskussionen, wie weit Sie gehen dürfen?
Wir mussten manche Szenen etwas entschärfen, um in Großbritannien eine Altersfreigabe ab 15 Jahren zu bekommen. Mir war es wichtiger, ein junges Publikum anzusprechen, als auf meiner Fassung zu bestehen. Letztendlich unterscheidet sich die jetzige Fassung gar nicht so sehr von der Ursprungsfassung. Vielleicht wird sie irgendwann auf DVD erscheinen.
In Großbritannien ist der Film bereits als DVD erhältlich. Kommt der Film nicht sehr spät auf deutsche Leinwände?
Er ist auch gerade erst in Russland und Italien in den Kinos gestartet. Jedes Land entscheidet selbst, wann der beste Zeitpunkt ist. Natürlich stellt sich die Frage, ob eine internationale Kinoauswertung überhaupt sinnvoll ist, aber ich glaube, dass das Kino immer noch der beste Ort ist, um sich einen Film anzusehen.
Das Zeitfenster zwischen Kinoauswertung und multimedialer Veröffentlichung wird immer kleiner.
Mir wäre es lieber, den Zeitpunkt der DVD-Veröffentlichung so weit wie möglich nach hinten zu legen, damit ein Film überhaupt eine Chance im Kino hat. Andererseits will ich die DVD auch nicht schmälern. Es ist natürlich toll, dass sich ein zweiter Markt entwickelt hat.
Wie lange mussten Sie nach einem Hauptdarsteller suchen?
Im Grunde genommen ist es unmöglich, diese Rolle zu besetzen. Wie sieht der schönste Mensch auf Erden aus? Da hat jeder seine eigenen Vorstellungen. Produzent Barnaby Thompson schlug Ben Barnes vor, ich war mir anfangs nicht so sicher.
Wie viele Kandidaten haben Sie sich für die Besetzung der Hauptrolle angesehen?
Ben war der einzige. Danach ging alles ziemlich schnell. Colin Firth als Lord Henry hatten wir zuerst besetzt. Für "Das Bildnis des Dorian Gray" brauchte ich wegen der visuellen Effekte ein höheres Budget, und dafür musste ein großer Name auf der Besetzungsliste her.
Nach "Das Bildnis des Dorian Gray" haben Sie die Fortsetzung zu Ihrem "Die Girls von St. Trinian" gedreht. Wurde sie bereits nach Deutschland verkauft?
Es gibt wohl Verhandlungen über "St. Trinian's 2: The Legend of Fritton's Gold" mit deutschen Verleihern, aber ich bin darin nicht involviert. Ich kann nur sagen, dass die Fortsetzung in Großbritannien genauso gut ankam wie "der erste Teil". Es kann sein, dass der Humor einfach zu britisch ist, um damit internationale Erfolge feiern zu können. Aber davon lassen wir uns den Spaß nicht verderben, es ist ein dritter Teil geplant, bei dem ich allerdings nur als Produzent agieren werde.
Was Ist Ihr nächstes Projekt als Regisseur?
Ich schwanke zwischen einer weiteren Komödie und einem Spionagethriller. Sicherer ist der Spionagefilm nach "On Green Dolphin Street" von Sebastian Faulks. Die Geschichte spielt in Washington D.C., als sich Nixon und J.F. Kennedy für die Präsidentschaftswahl aufstellen ließen. Vor diesem Hintergrund lässt sich die Frau eines Angehörigen der britischen Botschaft auf eine Affäre mit einem US-Journalisten ein, der in den Verdacht gerät, ein Spion zu sein.
Steht schon fest, wer mitspielen wird?
Sobald wir grünes Licht bekommen, fangen wir mit der Besetzung an. Eine Herausforderung wird es sein, Amerika in den 60ern nachzustellen, zumal der Dreh hauptsächlich in Großbritannien stattfinden soll.
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