Poetischer Dokumentarfilm, der von einem verstoßenen Kamelfohlen in der Südmongolei erzählt, das durch Musik wieder mit seiner Mutter vereint wird. http://images.kino.de/flbilder/max03/mbiz03/mbiz49/z0349500/b150x150.jpg Die Geschichte vom weinenden Kamel

Filmdetails

Die Geschichte vom weinenden Kamel

Poetischer Dokumentarfilm, der von einem verstoßenen Kamelfohlen in der Südmongolei erzählt, das durch Musik wieder mit seiner Mutter vereint wird.


Die Geschichte vom weinenden Kamel
Start: 08.01.2004

Dokumentarfilm / Tiere

Deutschland 2003
Laufzeit: 91 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)

Janchiv Ayurzama
Chimed Ohin
Amgaabazar Gonson

Regie: Luigi Falorni, ...
Verleih: Prokino (Fox)

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Humor
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Inhalt

In einer Nomadensiedlung irgendwo mitten in der Wüste Gobi erwartet eine Kamelmutter Nachwuchs. Die Geburt gestaltet sich als äußerst schwierig, und es bedarf menschlicher Hilfestellung. Heraus kommt ein weißes Kamelfohlen, eine wahre Seltenheit. Doch die Mutter lehnt das Junge ab und stößt es rüde von sich. Da senden die Hirten zwei Jungen aus, einen entfernt lebenden Musiker zur Hilfe zu holen. Er ist die letzte Chance, um die abweisende Kameldame umzustimmen und das Fohlen zu retten.

Dort, wo menschlicher Geist und Mutter Natur noch im Einklang sind, dient ein wahres Wunder als Aufhänger eines poetischen Dokumentarfilms aus heimischer Küche (HFF München). Das mit viel Vorschusslorbeeren von den internationalen Festivals kommende Regiedebüt von Luigi Falorni und Byambasuren Daava hat alles Zeug zum Arthouse-Sleeper.


Kritik

Poetischer Dokumentarfilm, der von einem verstoßenen Kamelfohlen in der Südmongolei erzählt, das durch Musik wieder mit seiner Mutter vereint wird.

Großansicht Die Kamele gehören bei den Nomaden zur Familie (Foto: Prokino (Fox))

Die Kamele gehören bei den Nomaden zur Familie (Foto: Prokino (Fox))

Immer wieder versucht ein kleines weißes Kamel, an die Zitzen der Mutter zu kommen. Aber die stößt das Junge rüde weg, das ohne Muttermilch dem sicheren Tod ausgeliefert ist und jämmerliche Schreie ausstößt.

Auch sanfte Gewalt in der Zusammenführung hilft nicht. In ihrer Not erinnern sich die Hirtennomaden an ein altes Ritual. Sie holen einen Musiker aus der Stadt, und dann geschieht ein Wunder:

Mit den Klängen seines Saiteninstruments versetzt er die Kamelmutter in einen Zustand der Trance. Sie vergießt Tränen und nimmt den Nachwuchs wieder an, das Jungtier darf säugen und ist gerettet.

Großansicht Entspannte Ruhe über der Wüste (Foto: Prokino (Fox))

Entspannte Ruhe über der Wüste (Foto: Prokino (Fox))

Wunderschön und herzerweichend

Außergewöhnlicher Dokumentarfilm, der nicht nur den Ethnofan ins Herz trifft. Filmstudentin Byambasuren Davaa und Filmschulabsolvent Luigi Falorni drehten im Süden der Wüste Gobi bei einer Familie. Teilweise stellten sie - entgegen den strengen Gesetzen der Dokumentation - auch Szenen nach, um ihre gefühlvolle Geschichte zu erzählen.

Die schöne Mischung von Märchen, Magie und Moderne sorgte auf dem Filmfest von Toronto für großes Aufsehen und läuft in allen wichtigen Kinoländern der Welt.

Die Geschichte vom weinenden Kamel

Darsteller:  Janchiv Ayurzama  
  Chimed Ohin  
  Amgaabazar Gonson  
  Zeveljamz Nyam  
  Ikhabayar Amgaabazar  
  Odgerel Ayisch  
 
Regie:  Luigi Falorni  
  Byambasuren Davaa  
Drehbuch:  Byambasuren Davaa  
  Luigi Falorni  
Kamera:  Luigi Falorni  
Schnitt:  Anja Pohl  
Musik:  Marcel Leniz  
Ton:  Ansgar Frerich  
  Marc Meusinger  

Eastwood schickt Scorsese auf die Bretter

Bis kurz vor Schluss kam alles wie erwartet. Doch der Gewinner der letzten und wichtigsten Kategorie hieß dann doch nicht "Aviator".

Großansicht Punktsieg: Clint Eastwood traf Martin Scorsese da, wo es weh tut (Foto: Kurt Krieger)

Punktsieg: Clint Eastwood traf Martin Scorsese da, wo es weh tut (Foto: Kurt Krieger)

Zumindest eine Überraschung gab es bei der 77ten Verleihung der Academy Awards: Eigentlich rechneten alle damit, dass die zwei wichtigsten Oscars für den besten Film und die beste Regie zwischen zwei Altmeistern der Traumfabrik aufgeteilt würden. Doch am Ende ging Martin Scorsese mit "Aviator" auch im sechten Anlauf leer aus und Clint Eastwood konnte sich für "Million Dollar Baby" über beide Goldjungs in den Königsklassen freuen.

Der elffach nominierte "Aviator" wurde seinem Favoritenstatus damit nicht ganz gerecht. Mit fünf Statuetten ergatterte das Howard-Hughes-Biopic zwar die meisten Auszeichnungen, dies jedoch vor allem in Nebenkategorien wie Kostüme und Ausstattung. So musste sich auch Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio erwartungsgemäß dem haushohen Favoriten Jamie Foxx in der Rolle der Soul-Legende "Ray" Charles geschlagen geben. Zumindest Cate Blanchett durfte über die Anerkennung als beste Nebendarstellerin für "Aviator" jubeln.

Deutschland leidet mit Scorsese

Mehrfacher Oscarsegen war ansonsten nur wenigen Filmen gegönnt. Neben dem "Aviator" waren dies der eigentliche Gewinner des Abends, Eastwoods "Million Dollar Baby" mit vier, sowie "Ray" und "Die Unglaublichen - The Incredibles" mit je zwei Preisen.

Deutsche Hoffnungen erfüllten sich an diesem Abend leider nicht. Sowohl "Die Geschichte vom weinenden Kamel" als auch "Der Untergang" konnten sich nicht gegen die hochkarätige Konkurrenz durchsetzen. Ausgezeichnet wurden stattdessen die Kindesmissbrauchs-Anklage "Born Into Brothels" als beste Dokumentation und das Sterbehilfe-Drama "Das Meer in mir" als bester nicht-englischsprachiger Film.

Hilary Swank durfte für ihren Part als leidgeprüfte Nachwuchsboxerin in "Million Dollar Baby" zum zweiten Mal über einen Punktsieg gegen Annette Bening jubeln. War Swank 1999 gegenüber "American Beauty" Bening noch Außenseiterin, kam der diesjährige Triumph nicht überraschend. Bening trug die Niederlage denn auch mit Fassung.

Moderator Chris Rock sparte sich bei seiner Oscar-Premiere die befürchteten Gags unter der Gürtellinie und blieb gegenüber Vorgänger Billy Crystal ziemlich blass. Dass erstmals bei einigen Preisen alle Nominierten auf die Bühne durften, sorgte zwar für frischen Wind - dafür wirkte die Show aber oft lieblos und gehetzt. Jamie Foxx wiederholte seine Mitsing-Einlage von den Golden Globes mit dem Publikum und sorgte mit Tränen für seine verstorbene Großmutter für einen der wenigen emotionalen Höhepunkte.

Doch die schönsten Dankesreden kamen von Jorge Drexler, der einfach nur einen Vers seines Siegerliedes "Al Otro Lado del Rio" aus "Die Reise des jungen Che" anstimmte und von Sidney Lumet, der einen Ehren-Oscar erhielt: Der Altmeister bedankte sich schlicht "beim Film".

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