Bittersüße Komödie über eine arbeitslose und übergewichtige Friseuse aus Berlin-Marzahn, die sich den Traum eines eigenen Frisiersalons erfüllen will. http://images.kino.de/flbilder/max10/mbiz10/mbiz03/z1003501/b150x150.jpg Die Friseuse

Filmdetails

Die Friseuse

Bittersüße Komödie über eine arbeitslose und übergewichtige Friseuse aus Berlin-Marzahn, die sich den Traum eines eigenen Frisiersalons erfüllen will.


Die Friseuse
Start: 18.02.2010

Komödie / Drama

Deutschland 2010
Laufzeit: 108 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)

Gabriela Maria Schmeide
Natascha Lawiszus
Kim Ill-Young

Regie: Doris Dörrie
Verleih: Constantin

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
(4 Sterne bei 1 Bewertung)

Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

Die Wiedervereinigung bringt der arbeitslosen Friseuse Kathi König aus Berlin-Marzahn erst einmal kein Glück. Als ihr auch noch ein in Aussicht gestellter Job in einem Friseursalon im Einkaufszentrum abgesagt wird, weil die Salonchefin findet, dass die schwer übergewichtige Kathi ein nicht zumutbarer Anblick für ihre Kunden sei, platzt der vom Unglück Verfolgten der Kragen. Sie tritt den dornigen Weg durch die Instanzen von Behörden und Banken an, um sich den Traum vom eigenen Salon in einem ehemaligen Asia-Imibss zu erfüllen.


Kritik

Die Friseuse

Erfolgsregisseurin Doris Dörrie lässt eine pfundige Frau mit Wucht für Würde und ein besseres Leben kämpfen.

Erstmals schrieb Doris Dörrie nicht das Drehbuch zu ihrem Film und vertraute der Arbeit von Laila Stieler, ein gelungenes Wagnis, basierend auf einer realen Person.

Kathi liebt ihren Beruf, wäscht den Damen in jedem Sinne den Kopf, verwöhnt sie mit kurzweiligen Stories. Während eine Kundin über Bandscheiben klagt, beginnt der resolute Wonneproppen aus dem Nähkästchen zu plaudern, aus einem Leben, in dem nichts mehr ist, wie es mal war. Die DDR ist weg, wie auch Ehemann, Job und Häuschen im Grünen. Mit Arbeitslosigkeit findet sich die mit der Tochter in der Plattenbausiedlung Marzahn wohnende Friseuse nicht ab. Der Schock - die schicke Salonchefin stellt sie nicht ein: "Unser Beruf ist ein ästhetischer. Und Sie sind nicht ästhetisch". Denn Kathi trägt Supersize, schleppt riesige Fettrollen mit sich herum und muss sich morgens an einer Kordel entlang aus dem Bett quälen. Aber sie ist eine Kämpferin und lässt sich auf dem Weg zum Glück weder von Behörden, Bankern oder unfreundlichen Beratern aufhalten, schneidet Haare als mobile Friseuse oder schleust Vietnamesen über die Grenze. Eine Stehauffrau, "ein bisschen wie der Hans im Glück".

Die mit Lebensweisheiten gespickten Dialoge steuerte teilweise die echte Berliner Friseuse bei. Die Verfilmung einer ostdeutschen Biografie mit ihren Brüchen überzeugt durch Wahrheiten und Gabriela Maria Schmeide als diskriminierte, aber optimistische und humorvolle Frau, die nach jedem Schlag an Stärke gewinnt und das Lachen nicht verlernt. Der eigene Stilwille der Protagonistin, die sich nach Lust und Laune mit Schmuck in allen Obstvarianten behängt und die Haare mal blond, mal mit roten und grünen Strähnchen trägt, schlägt sich auch in der Wohnung nieder, bürgerlich mit schrägem Touch. Die spielerische, manchmal etwas dokumentarisch wirkende Inszenierung bei dieser für Dörrie ungewohnten Expedition in "exotisches Gebiet" konzentriert sich auf aufregende Alltäglichkeiten und tiefe Herzlichkeit, großem Respekt der Hauptfigur gegenüber, die sogar ein charmantes Liebesabenteuer genießen darf. Die Details machen die Sache rund - ein dick bestrichenes Leberwurstbrot, die hastig verschlungene Pizza, der sehnsuchtsvolle Blick über Hochhäuser in sanfter Abendsonne. Das Schöne an dieser Real-Komödie ist, sie klagt nicht die Gesellschaft an, sondern begegnet Problemen mit Offenheit und Selbstironie und erinnert damit an britische Sozial-Komödien wie "Ganz oder gar nicht". Und auch wer wissen will, was einen Einatmer von einem Ausatmer unterscheidet, darf den Film nicht verpassen. mk.

Die Friseuse

Darsteller:  Gabriela Maria Schmeide   als Kathi
  Natascha Lawiszus   als Julia
  Kim Ill-Young   als Tien
  Christina Große   als Silke
  Rolf Zacher   als Joe
  Maria Happel   als Centerleiterin
  Maren Kroymann   als Frau Krieger
  Matthias Freihof   als Micha
  Pierre Bliß   als Notarzt
  Jördis Triebel   als Daggi
  Katharina Derr   als Patsy
  Ewald F. Grunzke   als Zauberer
  Yvonne Yung Hee Bormann   als Mandy
  Hannes Stelzer   als Herr Hendrich
  Heiko Pinkowski   als Klaus
  Rainer Plabst   als Ton
  Mackie Heilmann   als Friseusenballett
  Marie Luxembourg   als Friseusenballett
  Natascha Petz   als Friseusenballett
  Regine Hentschel   als Friseusenballett
 
Regie:  Doris Dörrie  
Drehbuch:  Laila Stieler  
Produzent:  Ulrich Limmer  
Ausf. Produzent:  Martin Moszkowicz  
Kamera:  Hanno Lentz  
Schnitt:  Inez Regnier  
  Frank Müller  
Musik:  Ivan Hajek  
Produktionsdesign:  Susanne Hopf  
Kostüme:  Sabine Greunig  
Maske:  Evelyn Döhring  
Ton:  Rainer Plabst  
Casting:  Doris Borkmann  

Star

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