Packend und berührend erzählte und stark bebilderte Adaption von Wajdi Mouawads Theaterstück "Verbrennungen" über tragische Beziehungen einer libanesischen Familie. Ein Geschwisterpaar aus Frankreich versucht im Libanon seiner Herkunft auf die Spur zu kommen. Für den Oscar nominiert. http://images.kino.de/flbilder/max11/auto11/auto16/11160358/b150x150.jpg Die Frau, die singt

Filmdetails

Die Frau, die singt

Packend und berührend erzählte und stark bebilderte Adaption von Wajdi Mouawads Theaterstück "Verbrennungen" über tragische Beziehungen einer libanesischen Familie. Ein Geschwisterpaar aus Frankreich versucht im Libanon seiner Herkunft auf die Spur zu kommen. Für den Oscar nominiert.


Die Frau, die singt
Start: 23.06.2011

Originaltitel: Incendies

Drama

Kanada 2010
Laufzeit: 131 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Lubna Azabal
Mélissa Désormeaux-Poulin
Maxim Gaudette

Regie: Denis Villeneuve
Verleih: Arsenal

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Die in Montreal aufgewachsenen Geschwister Jeanne und Simon erfahren bei der Testamentseröffnung ihrer Mutter, dass sie einen Bruder haben. Die beiden sind schockiert. Der Notar, ein Freund ihrer Mutter, die über ihre Vergangenheit immer geschwiegen hat, übergibt ihnen zwei Briefe, einen an den Bruder, einen an den Vater gerichtet. Jeanne will herausfinden, wer Vater und Bruder sind, Simon dagegen die Vergangenheit ruhen lassen. So bricht Jeanne allein auf Spurensuche in den Nahen Osten auf und deckt ein schreckliches Detail nach dem anderen ihrer vom Krieg bestimmten furchtbaren Familiengeschichte auf.


Kritik

Die Frau, die singt

Mit acht kanadischen Filmpreisen ausgezeichnetes und für den Oscar nominiertes packendes Drama um Geschwister auf den Spuren ihrer Eltern in einem vom Krieg zerrissenen Land nach dem erfolgreichen Theaterstück "Verbrennungen" des aus dem Libanon stammenden Wajdi Mouawad.

Die in Montreal aufgewachsenen Geschwister Jeanne und Simon Marwan erfahren bei der Testaments-Eröffnung ihrer Mutter, dass sie einen Bruder haben. Die beiden sind schockiert. Der Notar, ein Freund ihrer Mutter, die über ihre Vergangenheit immer geschwiegen hat, übergibt ihnen zwei Briefe, einen an den Bruder, einen an den Vater gerichtet. Jeanne will unbedingt herausfinden, wer Vater und Bruder sind. Simon dagegen will die Vergangenheit ruhen lassen. So bricht Jeanne erst einmal alleine auf Spurensuche in den Nahen Osten auf und deckt ein schreckliches Detail nach dem anderen ihrer furchtbaren Familiengeschichte auf.

Bereits die ersten Bilder nehmen einen gefangen. Zum Song von Radiohead werden Kindern, die mühsam die Tränen unterdrücken, die Köpfe rasiert. Der für Regie und Drehbuch prämierte Denis Villeneuve deutet hier nur an. Der Zuschauer kann sich selbst ausmalen, dass aus diesen Kindern Soldaten werden, Folterer, die keine Gnade kennen. Eine packende Szene, die den Ton setzt für einen Film, der behutsam ein Familiendrama erzählt, das das unerhörte Ausmaß einer griechischen Tragödie erreicht. Auch wenn der Plot dementsprechend fast schon konstruiert wirkt, und die Familiengeschichte auch als Folie für die Geschichte des Libanon oder eines anderen vom Bürgerkrieg zerrissenen Landes fungiert, schildert Villeneuve die Entwicklungen psychologisch nachvollziehbar. Das hat er auch seinen Schauspielern zu verdanken, allen voran den beiden Frauen, Melissa Désormeaux-Poulain als Tochter, die schüchtern, aber hartnäckig nachforscht und außer ihrer eigenen Geschichte auch eine ihr neue Kultur erkundet, und natürlich Lubna Azabal als Titelheldin. Sie wurde für die Intensität ihrer Darstellung mit einem Genie gewürdigt.

Während Jeannes Recherche für konstante Spannung sorgt, mildern gewitzte Dialogen die harsche Dramatik. Die Bilder von Kameramann von André Turpin fangen prägnant den Kontrast der kühlen, strukturierten westlichen Großstadt und den felsig, sandigen Landschaften im Nahen Osten ein, ohne aufdringlich zu wirken und von der Geschichte ab zu lenken. Ein starkes Stück Kino.

hai.

Die Frau, die singt

Darsteller:  Lubna Azabal   als Nawal Marwan
  Mélissa Désormeaux-Poulin   als Jeanne Marwan
  Maxim Gaudette   als Simon Marwan
  Rémy Girard   als Notar Jean Lebel
  Abdelghafour Elaaziz   als Abou Tarek
  Allen Altman   als Notar Maddad
  Mohamed Majd   als Chamseddine
  Nabil Sawalha   als Fahim
  Baya Belal   als Maika
 
Regie:  Denis Villeneuve  
Drehbuch:  Denis Villeneuve  
Produzent:  Luc Déry  
  Kim McCraw  
Koproduzent:  Milena Poylo  
  Gilles Sacuto  
  Anthony Doncque  
Ausf. Produzent:  Stephen Traynor  
  Sylvie Trudelle  
Buchvorlage:  Wajdi Mouawad  
Kamera:  André Turpin  
Schnitt:  Monique Dartonne  
Musik:  Grégoire Hetzel  
Produktionsdesign:  André-Line Beauparlant  
Kostüme:  Sophie Lefebvre  
Ton:  Sylvain Bellemare  
Casting:  Constance Demontoy  
  Lucie Robitaille  

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