In den 50er Jahren spielende Dreiecksgeschichte, deren Protagonisten durch ihre Kriegserlebnisse auf dramatische Weise miteinander verbunden sind. http://images.kino.de/flbilder/max09/auto09/auto14/09140183/b150x150.jpg Die Frau, die im Wald verschwand

Filmdetails

Die Frau, die im Wald verschwand

In den 50er Jahren spielende Dreiecksgeschichte, deren Protagonisten durch ihre Kriegserlebnisse auf dramatische Weise miteinander verbunden sind.


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Kritik

Die Frau, die im Wald verschwand

Die Zeit der kollektiven Verdrängung in den Fünfzigerjahren ist das große Thema von Oliver Storz. Sein jüngstes Drama ist allerdings nicht nur inhaltlich die Fortführung früherer Werke: ein klassisches Fernsehspiel, das sich ganz auf seine Darsteller verlässt.

Es ist ein Geburtstagsgeschenk der besonderen Art, das SWR, NDR und Produzentin Regina Ziegler Oliver Storz gemacht haben: Am Tag nach der ARD-Ausstrahlung seines neuen Films wird der Regisseur 80 Jahre alt. Schon allein aus diesem Grund ist "Die Frau, die im Wald verschwand" ein besonderes Werk; über die Strapazen einer Filmproduktion, die an Drehtagen ja nicht mit der letzten Klappe endet, klagen selbst deutlich jüngere Regisseure. Storz, 1999 für "Gegen Ende der Nacht" mit einem Grimme-Preis ausgezeichnet, bleibt auch diesmal einer Thematik treu, die sich wie ein roter Faden durch seine mittlerweile fast fünf Jahrzehnte umfassende Filmografie zieht ("Drei Tage im April", 1994, zuletzt "Drei Frauen made in Germany", 2006). Die Hauptfiguren seines Drei-Personen-Stücks repräsentieren typische Nachkriegsdeutsche: hier der Emporkömmling Gerd Vorweg (Stefan Kurt), der es als Oberbürgermeister einer schwäbischen Gemeinde zu Amt und Ansehen gebracht hat, seine Frau allerdings auch mal skrupellos einem Großunternehmer überlässt, wenn er sich dadurch einen Vorteil erhofft; dort der Antagonist Horst Karg (Matthias Brandt), der die Gräuel des Krieges nie verwunden hat und letztlich auch daran zerbrechen wird. Dritte im Bunde ist Katharina (Karoline Eichhorn), die Gattin des Kommunalpolitikers. Tragische Figuren sind sie im Grunde alle, doch sie ist die einzig Unschuldige. Ausgerechnet Katharina aber fällt im Wald anscheinend einem Blindgänger zum Opfer.

Doch dies ist nur der Einstieg in den Kern der Handlung, der aus einem langen, immer wieder unterbrochenen Dialog zwischen Vorweg und Karg besteht. Vordergründig will Karg eine alte Rechnung mit dem früheren Arzt begleichen, der sich gegen Kriegsende weigerte, den Soldaten nach einer schweren Verletzung kriegsuntauglich zu schreiben; aber in Wirklichkeit geht es natürlich um die Abrechnung mit jener Generation, die die Vergangenheit erfolgreich verdrängt hat.

Die Inszenierung dieser packenden Zweierkonstellation war ohne Frage eine Herausforderung für Kameramann Frank Brühne. Das nächtliche Gespräch zwischen den Gegenspielern findet in Vorwegs Arbeitszimmer statt, das Teil eines im typischen Bauhaus-Stil errichteten Nachkriegs-Bungalows ist. Drei Wände des Raums sind aus Glas, was dem Disput zwar einen hübschen metaphorischen Aquariumseffekt verleiht, die Bildgestaltung wegen der kaum zu vermeidenden Spiegeleffekte aber ungeheuer erschwert haben dürfte. Bei allem Respekt für die Leistung von Storz fällt allerdings auf, dass gerade so formidable Darsteller wie Kurt und Brandt immer wieder äußerst theatralisch agieren und ihre Figuren einige Male lautstark überspielen, wo Zwischentöne ungleich wirkungsvoller gewesen wären. tpg.

Die Frau, die im Wald verschwand

Darsteller:  Karoline Eichhorn   als Katharina Vorweg
  Stefan Kurt   als Dr. Gerd Vorweg
  Matthias Brandt   als Horst Karg
  Jürgen Hentsch   als Dr. Rohleder
  Hermann Schreiber   als Dallmaier
  Dörte Freundt  
  Christoph Hofrichter   als Bürgermeister Braun
  Reinhold Ohngemach  
  Georg Alfred Wittner   als Chauffeur Brückner
  Jean-Baptiste Filleau  
  Robin Sondermann  
  Philip Hagmann  
  Peter Höfermeyer  
  Peter Prager  
  Peter Knaack  
 
Regie:  Oliver Storz  
Drehbuch:  Oliver Storz  
Produzent:  Prof. Regina Ziegler  
Kamera:  Frank Brühne  
Schnitt:  Heidi Handorf  
Musik:  Klaus Doldinger  
Produktionsdesign:  Klaus-Peter Platten  
  Christian Strang  
Kostüme:  Nikola Hoeltz  
  Stefanie Bieker  
Ton:  Oliver Roggow  
Casting:  Sabine Schroth  
  Brigitte Hofmann  

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