Originaltitel: L' emmerdeur
Frankreich/Italien 1973
Lino Ventura
Jacques Brel
Jean-Pierre Darras
Regie: Edouard Molinaro
Verleih: Scotia
Der erfolgreiche Auftragskiller Ralph Milano kommt nach Montpellier, wo er von seinem Hotelzimmer aus einen Kronzeugen auf dem Weg ins Gerichtsgebäude erschießen will. Dummerweise hat sich im Nebenzimmer ein gewisser François Pignon einquartiert, dem gerade die Frau mit einem Arzt durchgebrannt ist. Des Lebens nun überdrüssig, versucht François sich umzubringen. Dabei stellt er sich so ungeschickt an, dass er fast das ganze Hotel in Aufruhr versetzt und Ralphs Auftrag in Gefahr bringt. Widerwillig nimmt sich Ralph des Lebensmüden an.

Hochklassige Komödie aus Frankreich, in der Edouard Molinaro ("Ein Käfig voller Narren") den großen Schweiger Lino Ventura zunächst seinem Image getreu als lakonischen Killer einführt, bevor über ihn das komische Chaos in Form von Jacques Brel hereinbricht. Francis Veber ("Ein Mann sieht rosa") adaptierte für das Drehbuch sein eigenes Bühnenstück, das 1981 von Billy Wilder noch einmal als "Buddy, Buddy" mit Walther Matthau und Jack Lemmon inszeniert wurde.
| Darsteller: | Lino Ventura | ||
|---|---|---|---|
| Jacques Brel | |||
| Jean-Pierre Darras | |||
| Caroline Cellier | |||
| Nino Castelnuovo | |||
| Regie: | Edouard Molinaro | ||
| Drehbuch: | Francis Veber | ||
| Produzent: | Alexandre Mnouchkine | ||
| Kamera: | Raoul Coutard | ||
| Musik: | Jacques Brel | ||
Jean Reno als eiskalter Profigangster und Gérard Depardieu als dümmlicher Kleinganove kitzeln in dem Buddy-Movie "Ruby & Quentin - Der Killer und die Klette" die Lachmuskeln. Wie bereits bei zehn anderen Veber-Stoffen wird es auch dazu bald ein US-Remake geben.
Ich kann mein Kind nicht selbst beurteilen. Selbst wenn es potthässlich ist, scheint es mir als Vater schön. Auch bei "Ruby & Quentin - Der Killer und die Klette" stimmen die Leute mit der Kinokarte ab. Mein Ideal als Komödienregisseur heißt, möglichst viele Zuschauer zu erreichen und zum Lachen zu bringen.
Eine Komödie bedeutet Schwerstarbeit. Man hat das Gefühl, mit einem Hammer aus einem Stück glitschiger Seife eine Skulptur zu formen. Auf der Leinwand wirkt alles so leicht, wie bei Jongleuren, die mit sechs Bällen spielen. Manchmal müssen sie einen Ball fallen lassen, damit das Publikum merkt, welche Mühe dahintersteckt.
Man kann ein Weltpublikum erreichen, wenn man seinen persönlichen Stil kultiviert und sich nicht von Eintagsmoden beirren lässt.
Ich versuche nie, Humor zu internationalisieren, sondern beziehe mich auf meine eigenen Wurzeln. Das macht ihn grenzüberschreitend verständlich. Wenn ich als Regisseur dazu noch das Vertrauen der Schauspieler genieße, kann eigentlich nichts schief gehen.
Überhaupt nicht. Diese beiden Schwergewichte sind souverän, müssen sich nichts mehr beweisen. Jean Reno ist ein sehr ruhiger Mensch, Depardieu wirbelt dagegen wie ein Verrückter herum. Ein harmonisches Paar, das sich blendend verstand und ergänzte.
Produzent John Calley plant für Sony ein Remake. Ich werde als ausführender Produzent ein Auge auf das Drehbuch werfen.
Wenn man in Amerika etwas werden will, gehört das dazu, weil die Zuschauer keine synchronisierten oder untertitelten Filme akzeptieren, außer vielleicht "Die Passion Christi". Zehn meiner Stoffe als Autor oder Regisseur wurden zu Remakes verarbeitet, demnächst auch "Ein Mann sieht rosa". Steven Spielberg hat für Dreamworks die Rechte an "Dinner für Spinner" gekauft, aber meinem Agenten gegenüber seltsamerweise nie das Wort Remake benutzt.
Warum? Ich liebe den American Way of Life. Wenn ich einen Film in Frankreich drehen will, werde ich mit offenen Armen empfangen. Seit 15 Jahren lebe ich gut und gern in Los Angeles, die ersten sechs Jahre für Disney als eine Art Script Doctor. Da habe ich viel gelernt, auch den Unterschied zwischen der amerikanischen und der europäischen Art zu schreiben.
Nicht schlecht. Die US-Studios ähneln großen Kriegsmaschinen, für die nur der Blockbuster zählt. Wenn ein Film an der Kasse funktioniert, kommt das Sequel so sicher wie das Amen in der Kirche: "Shrek 2", "Spider-Man 2" usw. Inspiration und Ideenreichtum sind perdu. Europäer müssen sich auf das Besondere konzentrieren. Da liegt unsere Kraft und Chance.
US-Komödien wie "Die Wutprobe" oder "Haus über Kopf" sind einfach gestrickt. Da sind die Europäer weiter, denken Sie an "Ganz oder gar nicht" oder "Good Bye, Lenin!", ein durch und durch deutscher Film - und dennoch haben sich die Leute auch in den USA halb totgelacht.
Gerade habe ich eine amerikanische Adaption von "Die Filzlaus" für das Theater verfasst und einem Agenten am Broadway geschickt. Ein weiteres US-Filmprojekt ist am Köcheln.
Lino Ventura (1919-1987) war der große Schweiger und lakonische Einzelgänger des französischen Unterweltfilms, hart im Auftreten, verschlossen...
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.