Originaltitel: Au coeur du mensonge
Frankreich 1998
Sandrine Bonnaire
Jacques Gamblin
Valeria Bruni-Tedeschi
Regie: Claude Chabrol
Verleih: Prokino (Filmwelt)
In einem bretonischen Fischerort wird ein zehnjähriges Mädchen ermordet aufgefunden. René, ein an bohrenden Selbstzweifeln leidender Maler und Zeichenlehrer, hat das Mädchen als letzter gesehen und wird als erster von einer jungen, kühlen Kommissarin verhört. Seine Frau Viviane verheimlicht Rene ihre Affaire mit einem von den Medien gehätschelten Schriftsteller.

Ein eleganter schwarzer Krimi ist dem französischen Suspense-Meister Claude Chabrol wieder gelungen. Eine Liebesgeschichte, ein Dreiecksverhältnis, Mord und Lüge in der Provinz. Der einfache Bürger als Monstrum: Chabrols Lieblingsthema und vertrautes, filmisches Ambiente. Die wunderbare Sandrine Bonnaire fasziniert als vital-romantische Frau voller Liebe zu ihrem Ehemann und dem gemeinsamen Leben. Vergnügen und Spannung dosiert Chabrol mit genauem Gespür für kluge Unterhaltung, an der auch ein großes Publikum seine Freude haben dürfte.
Das Drehbuch stammt diesmal nicht vom Meister allein, er schrieb es mt Odile Barski.Und vielleicht geht die für Chabrol-Filme ungewöhnlich zärtliche Frauenfigur der Krankenpflegerin Viviane auf das Autorin-Konto. Schauplatz der Geschichte ist ein bretonischer Fischerort, in dem ein zehnjähriges Mädchen ermordet aufgefunden wird. René, der nach einem Unfall an einer vorübergehenden Lähmung und an bohrenden Selbstzweifeln leidet, arbeitet als Zeichenlehrer, weil sich seine eigenen Gemälde nicht gut verkaufen. Er hat das tote Mädchen als letzter gesehen und wird als erster von der jungen, kühl-professionell wirkenden Kommissarin verhört.
Aus dieser Exposition entwickelt Chabrol ein raffiniert gesponnenes und scheinbar unauffälliges Gewebe von verschiedensten Formen des Umgangs der verschiedensten Menschen miteinander. Renés Ehefrau Viviane fühlt sich von den charmanten Avancen eines von den Medien gehätschelten Schriftstellers angezogen. Das kurze Techtelmechtel, das sie mit ihm hat, verschweigt sie ihrem Mann, denn sie weiß, wie sehr er sie liebt und braucht - und sie ihrerseits auch. Sie lügt, indem sie nicht alles sagt, und René seinerseits begreift nach einer dramatisch endenden Begegnung mit dem Schriftsteller, daß die Wahrheit auch ein Trompe-l'oeil sein kann, wie er es so gerne malt.
Chabrol bereitet - und manchmal meint man sein genüßlich hämisches Gelächter zu hören - einen feinsten gewebten Seidenteppich menschlicher Verdrängungen, Taktiken und Abgründe vor unseren Augen aus. Witz und schwarzer Humor fehlen natürlich nicht. Und obwohl der höchst unterhaltsame Film ziemlich dialoglastig ist, zieht er einen doch in einen Strudel aus schillernden Unwahrheiten, bei denen man sich auf wunderbarste selbst ertappen kann. fh.
| Darsteller: | Sandrine Bonnaire | als Vivian Sterne | |
|---|---|---|---|
| Jacques Gamblin | als Rene Sterne | ||
| Valeria Bruni-Tedeschi | als Frédérique Lesage | ||
| Antoine de Caunes | als Germain-Roland Desmot | ||
| Bernard Verley | als Detective Loudun | ||
| Bulle Ogier | als Yvelyne Bordier | ||
| Pierre Martot | als Regis Marchal | ||
| Adrienne Pauly | als Anna | ||
| Regie: | Claude Chabrol | ||
| Drehbuch: | Claude Chabrol | ||
| Odile Barski | |||
| Produzent: | Marin Karmitz | ||
| Kamera: | Eduardo Serra | ||
| Schnitt: | Monique Fardoulis | ||
| Musik: | Matthieu Chabrol | ||
| Produktionsdesign: | Françoise Benoît-Fresco | ||
| Kostüme: | Corinne Jorry | ||
| Ton: | Jean-Bernard Thomasson | ||
| Claude Villand | |||
| Christian Fontaine | |||
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