Originaltitel: Maria Larsson's Everlasting Moment
Dänemark/Schweden/Deutschland/Norwegen/Finnland 2008
Maria Heiskanen
Mikael Persbrandt
Jesper Christensen
Regie: Jan Troell
Verleih: Arsenal
Schweden, Anfang des 20. Jahrhunderts: Es herrschen schwierige, von Krieg und Armut bestimmte Zeiten, als die junge Putzfrau und Mutter Maria Larsson beim Glücksspiel eine Kamera gewinnt. Nachdem sie zunächst ihren Alltag weiterlebt, erinnert sie sich nach einigen Jahren wieder an die Kamera und sieht durch das Fotografieren ihre Umgebung in neuem Glanz erstrahlen. Sie begegnet dem charmanten Fotografen Pederson, der ihr Privatleben vollends durcheinanderbringt und nicht zuletzt den Unmut von Marias alkoholkrankem Ehemann auf sich zieht.

Der schwedische Regiealtmeister Jan Troell setzt in seinem biographischen Emanzipationsdrama geschickt Privates mit Weltgeschichte in Kontext und beleuchtet, wie Film und Fotografie die Medienlandschaft verändert haben.
Schweden zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Maria Larsson (Maria Heiskanen aus "Lichter der Vorstadt") ist eine typische Frau ihrer Zeit. Ihrem Mann Sigfrid, genannte Sigge (Mikael Persbrandt, der Kollege von "Kommissar Beck"), schenkt sie sieben Kinder, duldet lange Jahre dessen Eskapaden und Saufexzesse. Eines Tages gewinnt sie bei einer Tombola eine Fotokamera. Obwohl sie mit ihr nichts anzufangen weiß, behält sie den Preis. Ein Entschluss, der ihr Leben verändert, als der Fotograf Pedersen (Jesper Christensen aus "Tage des Zorns"), Spitzname Piff Paff Puff, ihr die Funktion des Apparats beibringt, sie ermutigt, ihn doch auszuprobieren, und in ihr bald ein Naturtalent erkennt. Durch den Sucher sieht die Welt ganz anders aus, Marias Blick auf sich und die eigene Umgebung verändert sie nachhaltig.
Der schwedische Regisseur Jan Troell, Jahrgang 1931, der zu Beginn der Siebzigerjahre mit den präzise beobachteten, sensiblen Einwandererepen "Emigranten" und "Das neue Land" für Furore sorgte, geht in seinem Alterswerk "Die ewigen Momente der Maria Larsson" nochmals zurück in die heimatliche Historie. Diesmal im kleineren, ja persönlichen Rahmen: Der Film fußt auf dem Roman seiner Frau Agneta Ulfsäter Troell (Drehbuch: Niklas Radström, Jan & Agneta Troell), die darin den biographischen Spuren ihrer Verwandten Maria Larsson folgt. Der Film wiederum wird als langer, verschachtelter Rückblick von deren Tochter Maja, gespielt von Callin Ohrvall, erzählt - als ebenso einfühlsame wie nachvollziehbare, wohltuend unspektakulär umgesetzte Emanzipationsgeschichte.
Demzufolge spielt auch die Beziehung der Geschlechter zueinander eine wichtige Rolle. Wie sich das Verhältnis zwischen Maria und ihrem Mann langsam verändert, wie er sie mit anderen Augen zu sehen beginnt, als er ein Foto entdeckt, das sie ohne sein Wissen von den Kindern aufgenommen hat. Maria wiederum stellt plötzlich fest, dass sich auch andere Männer für sie interessieren, in diesem Fall der ältere Pedersen, der ihr ganz zaghaft den Hof macht. Dass man diesen, durchaus auch gesellschaftspolitischen, Veränderungen mit Interesse folgt, liegt an den vorzüglichen Darstellern, die ihre Figuren vielschichtig anlegen können, weil Troell Raum zur Entfaltung gewährt. So dämonisiert er etwa den gewalttätigen alkoholabhängigen Sigge nicht, sondern zeigt durchaus auch dessen positive Seiten auf.
"Maria Larsson" ist Porträt einer großen Frau aus kleinen Verhältnissen, aber auch Geschichte vom Beginn einer neuen, die alte Weltordnung umstürzenden Epoche sowie Kommentar zur Rolle der damals jungen Medien Film und Fotografie. Entsprechend hat sich der Filmemacher, der gemeinsam mit Mischa Gavrjusjov auch die Kameraarbeit verantwortete, ästhetisch an den Bildern und der Bildsprache jener Tage orientiert. Er setzt auf klare, streng durchkomponierte Bilder, die in nostalgischen Sepiatönen gehalten sind, und baut zwischendurch Originalaufnahmen Larssons ein. Folgerichtig wird Sprache zurückhaltend eingesetzt, dient der Off-Kommentar primär dazu, Handlungszeiten und -ebenen miteinander zu verknüpfen. Jan Troell wird von Filmkennern gerne mit dessen Landsmann Ingmar Bergman verglichen - warum, das lässt sich hier gut nachvollziehen. geh.
| Darsteller: | Maria Heiskanen | als Maria Larsson | |
|---|---|---|---|
| Mikael Persbrandt | als Sigfrid Larsson | ||
| Jesper Christensen | als Sebastian Pedersen | ||
| Emil Jensen | als Englund | ||
| Ghita Nørby | als Miss Fagerdal | ||
| Hans Henrik Clemensen | als Mr. Fagerdal | ||
| Amanda Ooms | als Mathilda | ||
| Antti Reini | als Kapitän | ||
| Birte Heribertson | als Tante Tora | ||
| Claire Wikholm | als Großmutter Karna | ||
| Nellie Almgren | als Maja 7 - 9 Jahre alt | ||
| Caroline Öhrvall | als Maja 14 - 22 Jahre alt | ||
| Ann Petrén | als Miss Petrén | ||
| Maria Lundquist | als Miss Petrén | ||
| Sanna Persson | als Månse-Lotta | ||
| Maria Kulle | als Tante Anna | ||
| Hasse Alfredson | als Gefängniswärter | ||
| Livia Millhagen | als Ingeborgs Mutter | ||
| Regie: | Jan Troell | ||
| Drehbuch: | Niklas Rådström | ||
| Jan Troell | |||
| Agneta Ulfsäter Troell | |||
| Produzent: | Tero Kaukomaa | ||
| Christer Nilson | |||
| Thomas Stenderup | |||
| Ute Schneider | |||
| Christof Groos | |||
| Sigve Endresen | |||
| Kamera: | Mischa Gavrjusjov | ||
| Jan Troell | |||
| Schnitt: | Niels Pagh Andersen | ||
| Produktionsdesign: | Peter Bävman | ||
| Kostüme: | Karen Fabritius Gram | ||
| Katja Watkins | |||
| Ton: | Olle Tannergard | ||
Die Jury der Golden Globes, die Hollywood Foreign Press Association, hat soeben die Nominierten für die Verleihung am 11. Januar bekannt gegeben.
Moritz Bleibtreu und Johanna Wokalek finden für ihre Leistung als Terroristenduo auch in Hollywood Anerkennung (Foto: Constantin)
"Der Baader Meinhof Komplex" und "Waltz with Bashir" konkurrieren in der Kategorie für den Globe als bester fremdsprachiger Film mit "Gomorrha - Reise in das Reich der Camorra", "So viele Jahre liebe ich dich" und "Maria Larsson's Everlasting Moment".
Als bester Film in der Kategorie Drama konkurrieren: "Der seltsame Fall des Benjamin Button", "Frost/Nixon", "Der Vorleser", "Zeiten des Aufruhrs" und "Slumdog Millionär".
In der Kategorie Komödie/Musical treten "Burn After Reading - Wer verbrennt sich hier die Finger?", "Happy-Go-Lucky", "Brügge sehen... und sterben?", "Mamma Mia!" und "Vicky Cristina Barcelona" gegeneinander an.
Für die beste Regie wurden Danny Boyle ("Slumdog Millionaire"), Stephen Daldry ("Der Vorleser"), David Fincher ("Der seltsame Fall des Benjamin Button"), Ron Howard ("Frost/Nixon") und Sam Mendes ("Zeiten des Aufruhrs") nominiert.
Um den Globe als bester Animationsfilm bewerben sich "Bolt - Ein Hund für alle Fälle", "Kung Fu Panda" und "WALL·E - Der Letzte räumt die Erde auf".
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Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.