Mark ist ein erfolgreicher Therapeut, der um sein Prestige und nicht zuletzt den Inhalt seiner Geldbörse zu vergrößern zu dubiosen Mitteln greift. Seine Konkurrentin Wolke Donner erschleicht sich sein Vertrauen, um ihn zu entlarven. Von der gutaussehenden Wolke angespornt, läßt er seiner Phantasie freien Lauf und entwickelt eher zufällig sogar eine Heilmethode für Krebs.
Der skrupellose Psychotherapeut Marc Stroemer hat eine erfolgreiche Methode entwickelt, seinen Kontostand und die Zahl seiner Klienten zu erhöhen: Im Rahmen seiner "neuen Therapiekultur" verschafft er solventen Großstadtmenschen Pseudokonflikte und hebt sie aus dem Mittelmaß der Nicht-Neuroseninhaber hinaus. Den Klienten bereichert dies das Ego, Stroemer das Saldo. Der Neurosen-Ausbeuter geht über psychische, aber auch physische Leichen. Um ihm das Handwerk zu legen, gewinnt die junge attraktive Wolke Donner sein Vertrauen als Assistentin und sammelt Material gegen Stroemer. Doch plötzlich gelingt Stroemer tatsächlich eine hippokratische Großtat: Der Seelendoktor heilt den Krebs des kaltschnäuzigen Maklers Jacoby. Das Ekelpaket gewinnt unvermutet positive Züge, ein faschistoider Krankenversicherungskonzern will Stroemer als Oberbefehlshaber einer groß angelegten Psycho-Prophylaxe im Dienste der Kostendämpfung gewinnen. Auch die Donner- Wolke wird zum Schäfchenwölkchen und verschwindet mit Stroemer zum Schäferstündchen nach Amerika. Der von sämtlichen kulturellen Filmförderungen mitfinanzierte und von Premiere coproduzierte Spielfilm des Hamburgers Robert Bramkamp ist eher ein Experimentalfilm. Die Story ist Bramkamp mehr Vorwand, mit Konstellationen von Macht und Unterordnung zu spielen, die Grenzen zwischen Gut und Böse zu verwischen. Nicht die Komplexe seiner Figuren, als vielmehr die Komplexität des Daseins schlechthin will Bramkamp dem Kinopublikum offenbar nahebringen. Leider erstickt der intellektuelle Ballast dieser Postmoderne-Parabel den Unterhaltungswert im Keim. Die Figuren des Seelenknacks-Spiels bleiben seelenlose Marionetten. Papierene Dialoge dominieren weite Strecken des Films, auch die überzeugenden Schauspielerleistungen können die "Rekonvaleszenzromanze" (Presseheft) nicht wirkungsvoll therapieren. Dabei findet Bramkamp trotz hektischer Kameraaktivitäten selten ausdrucksstarke Bilder. Die filmische Denksportaufgabe mag beim Programmkinopublikum Interesse hervorrufen - der Durchbruch in den Mainstream wird ihr wohl nicht gelingen. tn.
| Darsteller: | Peter Lohmeyer | ||
|---|---|---|---|
| Karina Fallenstein | |||
| John S. Mehnert | |||
| Regie: | Robert Bramkamp | ||
| Produzent: | Robert Bramkamp | ||
| Ausf. Produzent: | Stefan Schubert | ||
| Kamera: | Ekkehart Pollack | ||
| Schnitt: | Renate Merck | ||
| Musik: | Wolfgang Amadeus Mozart | ||
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