Modernes Märchen über drei Einzelgänger in einem großbürgerlichen Pariser Wohnhaus und die Unvorhersehbarkeit des Lebens. Josiane Balasko gibt die Titelheldin. http://images.kino.de/flbilder/max10/auto10/auto10/10100378/b150x150.jpg Die Eleganz der Madame Michel

Filmdetails

Die Eleganz der Madame Michel

Modernes Märchen über drei Einzelgänger in einem großbürgerlichen Pariser Wohnhaus und die Unvorhersehbarkeit des Lebens. Josiane Balasko gibt die Titelheldin.


Die Eleganz der Madame Michel
Start: 06.05.2010

Originaltitel: Le hérisson

Drama / Komödie

Frankreich/Italien 2009
Laufzeit: 100 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Josiane Balasko
Garance Le Guillermic
Togo Igawa

Regie: Mona Achache
Verleih: Senator

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Inhalt

Madame Michel ist Concierge in einem großbürgerlichen Pariser Wohnhaus. Brummig und ungepflegt erledigt sie die Post und ihre sonstigen Dienste. Am liebsten zieht sie sich in ihre versteckte Bibliothek zurück, wo sie der Literatur und Schokolade frönt. Kakuro Ozu, ein eleganter und kultivierter Japaner zieht neu ein und erkennt die verborgene Eleganz, die feine Seele von Madame Michel. Zu den skurrilen Bewohnern des Hauses gehört auch die elfjährige Paloma, die beschlossen hat, sich mit zwölf um zu bringen und alles um sie herum filmt.


Kritik

Die Eleganz der Madame Michel

Modernes Märchen über drei Einzelgänger in einem großbürgerlichen Pariser Wohnhaus und die Unvorhersehbarkeit des Lebens.

Die Concierge ist eine französische Institution, schon bei Schriftstellern des 19. Jahrhunderts wie Honoré de Balzac und Eugène Sue ein Hausdrachen, der aus seiner Loge alles kontrolliert und die Geheimnisse der Bewohner kennt, sich ungefragt in deren Leben mischt, ein Wachhund in den schwarz-weiß-Fotografien eines Robert Doisneau. Bereits Filmpionierin Alice Guy verewigte diese Spezies 1900 in ihrem Einminüter "La Concierge". Die Zahl der Conciergen, die sich heute lieber "gardienne" nennen, geht rapide zurück, ein aussterbender Beruf, dessen Mythos bleibt.

So taucht Mona Achache in ihrem von Muriel Barberys Bestseller "Die Eleganz des Igels" inspirierten Erstlingswerk tief ein in deren Alltag zwischen Briefe sortieren, Mülleimer leeren und Bürgersteig fegen, spielt mit den Klischees und stellt sie gleichzeitig auf den Kopf, schaut dabei in die fragile Seele ihrer Protagonistin, die brummig und ungepflegt die nötigen Dienste erledigt und sich im Geheimen in ihre versteckte Bibliothek zurückzieht, der Literatur und Schokolade frönt. Sie nennt ihren fetten Kater Leo - nach Tolstoi, wie der elegante und kultivierte Japaner schnell kombiniert, der ins Haus zieht und hinter der kratzbürstigen Fassade von Madame Michel eine liebevolle Frau entdeckt und sie sanft für eine zarte Liebesgeschichte weckt. Und da ist noch eine Elfjährige, die mit zwölf Jahren Selbstmord begehen möchte - nicht wegen einer Depression, sondern weil sie das Luxusleben im goldenen Käfig der Familie hasst und auch schon mal den Goldfisch der Schwester mit Pillen der tablettenabhängigen Mama füttert und mit der 8mm-Handkamera akribisch ihre Umwelt festhält.

Diese drei liebenswerten und sonderlichen Einzelgänger, verwundbar, stolz und kraftvoll zugleich, finden sich als verschworenes Trio zusammen, das über soziale Barrieren hinweg dem unvorhersehbaren Leben neugierig neue Frische einhaucht und in seinem Mikrokosmos die Freiheit des Individuums feiert. Sie sind Verbündete gegen den Rest der Scheinwelt, die sich einigeln und wie die Hauptfigur Stacheln ausfahren, dennoch füreinander offen sind.

Viel Wert legt Achache mit Kameramann Patrick Blossier auf die Abgrenzung der einzelnen Wohnkulissen in der Lichtsetzung. Sie legt kein harmonisches Feelgood-Movie vor, sondern eine melancholischen Komödie mit detaillierten Blick in Cinemascope für innere und äußerer Räume und komplexen Figuren, bestens verkörpert von der erfahrenen Josiane Balasko, der Newcomerin Garance Le Guillermic und dem zurückhaltenden Togo Igawa. mk.

Die Eleganz der Madame Michel

Darsteller:  Josiane Balasko   als Renée Michel
  Garance Le Guillermic   als Paloma Josse
  Togo Igawa   als Kakuro Ozu
  Anne Brochet   als Solange Josse
  Ariane Ascaride   als Manuela Lopez
  Wladimir Yordanoff   als Paul Josse
  Solange Le Picard   als Colombe Josse
  Jean-Luc Porraz   als Jean-Pierre
  Gisèle Casadesus   als Madame de Broglie
  Mona Heftre   als Madame Meurisse
  Samuel Achache   als Tibère
  Valérie Karsenti   als Tibères Mutter
  Stephan Wojtowicz   als Tibères Vater
 
Regie:  Mona Achache  
Drehbuch:  Mona Achache  
Produzent:  Anne-Dominique Toussaint  
Buchvorlage:  Muriel Barbery  
Kamera:  Patrick Blossier  
Schnitt:  Julia Gregory  
Musik:  Gabriel Yared  
Kostüme:  Catherine Bouchard  
Ton:  Jean-Pierre Duret  
  Arnaud Rolland  
  Nicolas Naegelen  
Casting:  Michael Laguens  
  Sohie Blanvillain  

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