Originaltitel: The Three Musketeers
Frankreich/Deutschland/USA/Großbritannien 2011
Logan Lerman
Milla Jovovich
Matthew Macfadyen
Regie: Paul W.S. Anderson
Verleih: Constantin
Frankreich im 17. Jahrhundert. Ein wenig hat der Ruf von Athos, Aramis und Porthos, den zu Müßiggängern mutierten Musketieren des Königs, gelitten. Doch das junge, verwegen kämpfende Landei D'Artagnan bringt frischen Wind in das Trio, gerade als die Degenartisten vor der größten Bewährungsprobe stehen. Sie müssen die gestohlene Halskette der Königin unbemerkt vom jungen Regenten zurückbringen, um Kardinal Richelieus Pläne zu sabotieren, der aus machtpolitischem Interesse das Land in einen Krieg mit England treiben will.

Paul W.S. Anderson definiert Alexandre Dumas' Mantel-und-Degen-Klassiker neu als dreidimensionales Actionabenteuer und unterhaltsamen Filmhit-Hybriden.
Der Prolog, in dem die Titelhelden in Venedig auf Raubzug gehen, mutet an wie "The Italian Job", im Mittelteil darf Milla Jovovich als M'lady De Winter im akrobatischen "Resident Evil"-Modus kämpfen, und am Ende schlägt sich sogar "Pirates of the Caribbean"-Feeling nieder, wenn sich beim Gefecht zweier Luftschiffe imposante Galionsfiguren ins Bild schieben. Furchtlos kreuzt diese Klassiker-Adaption für die Smartphone-Generation die Klingen, darüber hinaus auch Filmhits der letzten Jahre und versteht es damit, ganz entspannt zu unterhalten.
Nachdem in den ersten Minuten Aramis, Porthos und Athos sowie dessen verräterische, die Seiten wechselnde große Liebe De Winter eingeführt wurden, wendet sich der Film dem jungen D'Artagnan zu. Diese Rolle übernimmt Logan Lerman, der damit nach "Percy Jackson - Diebe im Olymp" erneut einen möglichen Franchisestart auf seinen Schultern trägt. Das erste Treffen mit den drei Musketieren entpuppt sich als Enttäuschung, denn die Helden sind ohne königlichen Auftrag und Ziele zu antriebslosen Müßiggängern mutiert. D'Artagnans Dreierduell, die erste Konfrontation mit Rochefort (Mads Mikkelsen), Handlanger von Kardinal Richelieu (Christoph Waltz) und Resident Evil des Films, und schließlich auch der große Einsatz der neumotivierten Musketiere, die Richelieus Intrige sabotieren, den von ihm angeheizten Krieg mit England verhindern und dafür die entwendete Halskette der Königin für den König unbemerkt zurückbringen müssen - all das sind Bausteine in Dumas' Roman, die der Film verkürzt als Gerüst übernimmt.
Wichtiger als der geraffte Plot sind dieser Neuauflage die Schauwerte und Actionsequenzen. Anachronismen, wie Luftschiffe, frühe Bewegungsmelder oder batmaneske Abgrundsprünge werden dabei mit Selbstbewusstsein als Köder für neue Zuschauergenerationen integriert. Somit ist "Die Drei Musketiere" ein reiner Fantasyfilm, der auch den Degen nach ersten guten Fightsequenzen zunehmend aus dem Bild verbannt. Nichts soll verstaubt wirken in dieser mit beträchtlicher deutscher Finanzbeteiligung realisierten Groß- und Gemeinschaftsproduktion, die sich stets um spektakuläre Bilder bemüht - von mittelalterlichen Städten, die aus der Vogelperspektive gezeigt werden, bis zum Showdown auf dem Kirchenschiff der Notre Dame. Die Musketiere sind mit unverbrauchten Darstellern gut besetzt, aber letztlich nur athletisch wirklich gefordert, während Newcomer Freddie Fox als junger französischer König die stärkste Performance des Films liefert. Echte Schauwerte bieten die prachtvollen Originaldrehorte, Schlösser, Residenzen und Altstädte in Bayern, und überwiegend auch die 3D-Technik mit einigen gelungenen räumlichen Tableaus und einem jungen Helden, der in einer kurzen, aber sehr wirkungsvollen Einstellung aus dem Zuschauerraum in die Action zu springen scheint. kob.
| Darsteller: | Logan Lerman | als D'Artagnan | |
|---|---|---|---|
| Milla Jovovich | als M'lady de Winter | ||
| Matthew Macfadyen | als Athos | ||
| Ray Stevenson | als Porthos | ||
| Luke Evans | als Aramis | ||
| Mads Mikkelsen | als Rochefort | ||
| Orlando Bloom | als Herzog von Buckingham | ||
| Christoph Waltz | als Kardinal Richelieu | ||
| Gabriella Wilde | als Constance | ||
| James Corden | als Planchet | ||
| Juno Temple | als Königin Anne | ||
| Freddie Fox | als König Louis XIII. | ||
| Til Schweiger | als Cagliostro | ||
| Nina Eichinger | als Kammerfrau | ||
| Markus Brandl | als Sergeant Venetian Guard | ||
| Christian Oliver | als venezianischer Edelmann | ||
| Susanne Wolff | als Cougar | ||
| Florian Brückner | als Rocheforts Ablösung | ||
| Regie: | Paul W.S. Anderson | ||
| Drehbuch: | Andrew Davies | ||
| Alex Litvak | |||
| Produzent: | Paul W.S. Anderson | ||
| Jeremy Bolt | |||
| Robert Kulzer | |||
| Koproduzent: | Manuel Malle | ||
| Rory Gilmartin | |||
| Ausf. Produzent: | Martin Moszkowicz | ||
| Buchvorlage: | Alexandre Dumas père | ||
| Kamera: | Glen MacPherson | ||
| Schnitt: | Alexander Berner | ||
| Musik: | Paul Haslinger | ||
| Produktionsdesign: | Paul D. Austerberry | ||
| Kostüme: | Pierre-Yves Gayraud | ||
| Casting: | Suzanne Smith | ||
Paul W.S. Anderson gilt als einer der profiliertesten Genreregisseure der Welt. Mit seinem Partner Jeremy Bolt betreibt er Impact Pictures. Mit ihr verantwortet er u.a. die "Resident Evil"-Reihe. Nach einem neuen "Resident Evil"-Film und "Die drei Musketiere" wagt er sich mit "Pompeii" an sein bisher aufwendigstes Filmprojekt.
Ihre "Drei Musketiere" sind nicht unbedingt eine buchstabengetreue Version des Dumas-Romans.
PAUL W.S. ANDERSON: Ich bin mit Richard Lesters Version aufgewachsen, die die Vorlage sehr getreu adaptiert. Wenn ich eine getreue Bearbeitung sehen möchte, dann schaue ich mir sie an. Aber jede Generation bekommt ihre Version des Stoffes. Und so wollte ich einen hyperrealen Film machen, der auf das "Fluch der Karibik"-Publikum abzielt. Hätte man die "Fluch"-Filme als pure Piratenabenteuer angelegt, hätten sie wohl nicht funktioniert. Stattdessen bekamen sie ein Element der Magie - wir haben zwar keine Magie, aber dafür die Technologie von Leonardo Da Vinci. Unsere Musketiere werden damit auf unmögliche Missionen geschickt - sie sind die James Bonds des 17. Jahrhunderts.
Aber Sie mussten achtgeben, die traditionellen Erwartungen an den Stoff nicht zu verletzen.
Der Geschichte als solcher wollte ich auch treu bleiben. Wir haben die Schlüsselthemen bewahrt und auch alle wichtigen Handlungswendungen. Trotz aller Hyperactionsequenzen ist unser Film näher am Buch dran als die jüngeren Filme von Disney oder Peter Hyams.
Wie kam die Entscheidung zustande, hauptsächlich mit realen Motiven zu drehen und sie nur digital zu erweitern?
Sie wären schockiert, wenn Sie wüssten, wie viele reale Motive ich in meinen Science-Fiction-Filmen benutze. Meine Methode ist die gleiche geblieben. Es gibt hier keinen CG-Bullshit. Natürlich war es ein wenig kompliziert, in den historischen Baudenkmälern zu drehen. Aber es gelang uns, den ursprünglichen Widerstand der zuständigen Stellen zu überwinden.
Ein Wort zum Budget.
Ich kann nur sagen, es waren unter 100 Mio. Dollar. Ein Studiovertreter rief Martin Moszkowicz an und meinte, wir hätten den Film unmöglich für weniger als 150 Mio. Dollar machen können.
Wie vermeidet man dann qualitative Abstriche?
Indem wir - um eine beliebige Nummer zu nennen - statt sieben Actionszenen, die billig und plump aussehen, eben nur drei gedreht haben, die wir richtig groß gemacht haben. Auf einige geplante Sachen haben wir komplett verzichtet, weil sie überflüssig waren. Trotzdem hat kein Mensch das vermisst. Ich hatte noch nie bei einem Film so gute Testergebnisse, und immer wieder hörten wir von den Zuschauern: "Das ist wie 'Fluch der Karibik', nur mit mehr Action."
Ist die Zusammenarbeit mit der Constantin die ideale Konstellation?
Für mich schon. Ich brauche keine 200, 250 Millionen, um einen Eventfilm zu machen. Dafür schaffe ich es, in zwei Jahren zwei Produktionen zu drehen. Wir sind sehr schnell und beweglich, ohne die ganze Studiobürokratie. Nur vier Leute entscheiden: mein Produktionspartner Jeremy Bolt, Robert Kulzer, Martin Moszkowicz und ich. So gewannen wir den Wettlauf gegen Warners "Musketier"- Konkurrenzprojekt. Ich werde nie Bernd Eichingers Lieblingssatz vergessen: "Just go for it!" Ich bewundere auch den Mut der Constantin - die "Die drei Musketiere" sind das teuerste Projekt der Firma, und mit "Pompeii" übertreffen wir das noch.
Ein Katastrophenfilm wie "Pompeii" ist für Sie Neuland.
Natürlich wird auch das ein großes Spektakel werden. Aber ich werde älter, habe eine Familie, und gleichzeitig werde ich in bestimmten Sachen besser. Deshalb interessiere ich mich auch zunehmend für charakterorientiertere Stoffe. Oscar-Preisträger Julian Fellowes ("Gosford Park") arbeitet gerade das Drehbuch um.
Aber nach Deutschland werden Sie für die Produktion nicht zurückkehren?
Wir brauchen natürlich ein Land, das Licht und die Landschaften bietet, wie sie für Italien typisch sind. Gleichzeitig sind auch große Studioflächen nötig, da wir das Licht kontrollieren können müssen. Aber ich würde wahnsinnig gern wieder in Deutschland drehen - ein Teil des neuen "Resident Evil" entsteht ja in Berlin. Die Crews sind exzellent, die Stuntleute mit die besten der Welt, und selten findest du eine solche Leidenschaft.
Milla Jovovich wurde 1975 in Kiew geboren und verbrachte ihre Kindheit in der Ukraine. Sie siedelte mit ihrer Familie nach Los Angeles um,...
Kate Beckinsale ist zurück als Sexiest Vampire-Lady Undead! Diesmal wollen Menschen sowohl Vampire als auch Lykaner vernichten...
Top-Drama mit Brad Pitt als innovativem Baseball-Coach. Für 6 Oscars nominiert!
Steven Spielbergs wundervolles Epos um die Freundschaft eines Bauernsohns zu einem Kriegspferd. Chance auf 6 Oscars!
David Finchers starke US-Neuverfilmung der Kult-Krimitrilogie "Millennium" mit Daniel Craig und Rooney Mara.
Schöne Komödie um die Freundschaft eines Gelähmten mit seinem Pfleger.