Mysteriöser Liebesthriller von nach der Krimi-Bestsellervorlage von Ruth Rendell. http://images.kino.de/flbilder/max04/mbiz04/mbiz47/z0447504/b150x150.jpg Die Brautjungfer

Filmdetails

Die Brautjungfer

Mysteriöser Liebesthriller von nach der Krimi-Bestsellervorlage von Ruth Rendell.


Die Brautjungfer
Start: 06.01.2005

Originaltitel: La demoiselle d'honneur

Thriller / Drama

Deutschland/Frankreich 2004
Laufzeit: 111 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Benoît Magimel
Laura Smet
Aurore Clément

Regie: Claude Chabrol
Verleih: Concorde

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Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
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lau

Inhalt

Philippe Tardieu (Benoit Magimel) lebt bereits so lange mit Mutter Christine (Aurore Clément) sowie den Schwestern Sophie (Solène Bouton) und Patricia (Anna Mihalcea) unter einem Dach, dass er fast schon vergessen hat, ein eigenes, selbstbestimmtes Leben zu führen. Das ändert sich, als er auf Sophies Hochzeit die Bekanntschaft der Brautjungfer Senta (Laura Smet) macht. Doch die Zuneigung der sinnlichen, in einer ganz eigenen Fantasiewelt lebenden Schönheit hat einen hohen Preis.

Weniger von innerfamiliären Konflikten als vom Kampf zwischen Gefühl und Ratio erzählt Claude Chabrol in seinem neuen Thriller, basierend auf einem Bestseller von Ruth Rendell.


Kritik

Mysteriöser Liebesthriller nach der Krimi-Bestsellervorlage von Ruth Rendell.

Großansicht Es funkt auf der Hochzeit (Foto: Concorde)

Es funkt auf der Hochzeit (Foto: Concorde)

Auf der Hochzeit seiner Schwester verliebt sich der 25-jährige Philippe (Benoît Magimel) in Senta (Laura Smet), eine der Brautjungfern. Senta und Philippe beginnen eine leidenschaftliche Affäre. Doch dann muss Philippe plötzlich erkennen, dass seine Herzdame offensichtlich in einer gefährlichen Scheinwelt lebt.

Was das bedeutet, wird Philippe allerdings erst klar, als Senta nach einem Streit einen verhängnisvollen Liebesbeweis einfordert: Er soll für sie einen Baum pflanzen, gleichgeschlechtlichen Sex haben - und einen Mord verüben.

Großansicht Christine macht sich Sorgen um ihren Sohn (Foto: Concorde)

Christine macht sich Sorgen um ihren Sohn (Foto: Concorde)

Exzessiv und leidenschaftlich

Nach der Krimi-Bestsellervorlage von Ruth Rendell inszenierte der französische Altmeister Claude Chabrol mit bewährter Finesse eine mysteriöse Geschichte um eine exzessive Liebe. Nach seinen filmischen Studien der Bourgeoisie nimmt er sich nun der Psychologie der unteren Mittelschicht an.

Dabei geht es Chabrol diesmal weniger um familiäre Konflikte, als um den immer währenden Kampf zwischen Vernunft und Leidenschaft. Gedreht wurde zum Teil in München.

Die Brautjungfer

Darsteller:  Benoît Magimel   als Philippe
  Laura Smet   als Senta
  Aurore Clément   als Christine
  Bernard Le Coq   als Gérard
  Solène Bouton   als Sophie
  Anna Mihalcea   als Patricia
  Isolde Barth   als Sentas Mutter
  Michel Duchaussoy   als Clochard
  Suzanne Flon   als Madame Crespin
  Eric Seigne   als Jacky
  Pierre-François Dumeniaud   als Nadeau
  Philippe Duclos   als Kommissar
  Thomas Chabrol   als Lieutenant José Laval
  Mazen Kirwan   als Pablo
 
Regie:  Claude Chabrol  
Drehbuch:  Pierre Leccia  
  Claude Chabrol  
Produzent:  Antonio Passalia  
  Patrick Godeau  
  Alfred Hürmer  
Ausf. Produzent:  Patrick Godeau  
Buchvorlage:  Ruth Rendell  
Kamera:  Eduardo Serra  
Schnitt:  Monique Fardoulis  
Musik:  Matthieu Chabrol  
Produktionsdesign:  Françoise Benoît-Fresco  
Kostüme:  Mic Cheminal  
Ton:  Pierre Lenoir  
  Thierry Lebon  

"Ich liebe nackte Frauenkörper"

Auch nach über 70 Filmen denkt Altmeister Claude Chabrol nicht ans Aufhören. Der 74-Jährige arbeitet bereits an neuen Projekten und bleibt auch in der Ruth Rendell-Adaption "Die Brautjungfer" dem Grundthema seiner Filme treu.

Großansicht Nimmt gerne die französische Bourgeoisie aufs Korn: Claude Chabrol (Foto: Kurt Krieger)

Nimmt gerne die französische Bourgeoisie aufs Korn: Claude Chabrol (Foto: Kurt Krieger)

» Was verbindet Sie mit Ruth Rendell?

CLAUDE CHABROL:

Eine Art Seelenverwandtschaft, vielleicht weil Ruth und ich im gleichen Jahr geboren sind. Mir gefällt, wie auf den ersten Blick scheinbar normale Verhaltensweisen sich nach und nach als höchst geheimnisvoll entpuppen.

Ihre Figuren sind vielschichtig und nicht so typisch englisch. Man kann sie mit kleinen Änderungen nach Frankreich transferieren. Doch die Rätselhaftigkeit der Charaktere darf auch nicht zu kompliziert sein, denn bei zu großer Unlogik steigt das Publikum aus.

Großansicht Frankreichs Darling Benoît Magimel und Laura Smet (Foto: Concorde)

Frankreichs Darling Benoît Magimel und Laura Smet (Foto: Concorde)

» Die Heldin wickelt den netten kleinen Angestellten um den Finger. Sind schöne Frauen eine Gefahr für Männer?

Männer sind einfache Geschöpfe und fallen schnell auf eine attraktive Frau herein. Über Filme mit Männern im Mittelpunkt muss ich immer lachen. In "Die Brautjungfer" führt der Typ mit seiner Mutter und zwei Schwestern ein langweiliges Leben. Erst die Begegnung mit der geheimnisvollen Brautjungfer öffnet ihm die Tür zu einer Welt voller Sex und Leidenschaft.

Eine willkommene Ausflucht, denn meine Geschlechtsgenossen sind im Allgemeinen nicht besonders abenteuerlich. Frauen dagegen setzen sich durch, wenn sie etwas wollen. Sie sollten die Schlüsselpositionen in Staat und Wirtschaft übernehmen, die Männer sich dagegen um Kinder und Haushalt kümmern. Dann würde unsere Welt anders aussehen. Leider haben Frauen Angst, streng zu sein und scheuen sich vor zu viel Macht.

Großansicht Chabrol im Regiestuhl am Set von "Die Brautjungfer" (Foto: Concorde)

Chabrol im Regiestuhl am Set von "Die Brautjungfer" (Foto: Concorde)

» Sie zeigen relativ freizügige Sexszenen.

Ich liebe nackte Frauenkörper und hatte nie Angst vor freizügigen Szenen, sofern sie in den Kontext passten. Was ich nicht mag, ist diese voyeuristische Perspektive, die zeugt nur von Verklemmtheit.

» Gibt es bei Ihren weit über 70 Filmen so etwas wie einen roten Faden?

Oft habe ich den Eindruck, ich mache einen ganz neuen Film, bis ich dann irgendwann merke, dass ich doch wieder auf der gleichen Schiene fahre. Das ist wie auf einem Schlachtfeld. Man glaubt, alles in Stücke zu hauen, und lässt doch letztendlich einiges übrig.

Auf Kommando etwas ganz anderes zu schaffen, geht sowieso nicht. Ehrlich gesagt, unterwerfen sich Regisseure auch Trends, und nicht jeder Film ist für die Ewigkeit. Über einige meiner Werke breite ich lieber den Mantel des Schweigens.

Großansicht Trügerische Familienidylle in einer bürgerlichen "Psycho"-Villa (Foto: Concorde)

Trügerische Familienidylle in einer bürgerlichen "Psycho"-Villa (Foto: Concorde)

» Aber Ihr Markenzeichen ist der Blick hinter die bürgerliche Fassade.

Mich interessieren Menschen, die aus ihrer Alltagsnorm ausbrechen und eine Tat begehen, die man ihnen nicht zutraut. Ich will den Zuschauer mit möglichst komplexen Zusammenhängen unterhalten.

Eine schöne Leiche kommt immer gut an. Die üblichen Krimis mit einem Toten, einem Polizisten, der Leute befragt und den Bösen der Gerechtigkeit überführt, finde ich zum Gähnen. Deshalb taucht bei mir kaum ein Polizist auf. Die sollen im Fernsehen ihre Arbeit erledigen. Die einzig spannende Polizistenfigur ist George Simenons Kommissar Maigret. Von einer Kopie sollte man tunlichst die Finger lassen.

Großansicht Philippe und Brautjungfer Senta haben eine leidenschaftliche Affäre (Foto: Concorde)

Philippe und Brautjungfer Senta haben eine leidenschaftliche Affäre (Foto: Concorde)

» Denken Sie mit 74 Jahren nicht mal an den Ruhestand?

Warum? Ich liebe das Altern. Da muss ich mich nicht mehr ducken oder anpassen. Wenn jemand mosert, sage ich einfach "Au revoir, Monsieur".

Das Leben samt neu gewonnener Freiheit genieße ich in vollen Zügen. Das heißt nicht, dass ich früher den Mund gehalten habe. Mein Kopf funktioniert, allerdings werde ich körperlich ruhiger und will nicht unbedingt vier Monate in verschneiten Bergen drehen. Nichtstun und Herumhängen schaffen nur Müdigkeit. Da muss man ab einem bestimmten Alter aufpassen.

Großansicht Die Blume des Bösen, sie blüht nirgends schöner als bei Chabrol (Foto: Concorde)

Die Blume des Bösen, sie blüht nirgends schöner als bei Chabrol (Foto: Concorde)

» Pflegen Sie Kontakt mit jungen Kollegen?

Unter französischen Regisseuren herrscht nicht gerade eine Superkommunikation, aber ich tausche mich gern mit Nachwuchsregisseuren aus. Von gehypten Personen halte ich mich allerdings fern. Die derzeitige Entwicklung in Frankreich beunruhigt mich.

Da setzt man auf diese falschen großen Filme, in die eine Unmenge Geld fließt wie in "Atomic Circus" von den Gebrüdern-Poiraud oder in Frédéric Auburtins "San Antonio". Ich sage nicht, sie haben kein Talent, aber die Einspielergebnisse entsprechen nicht dem eingesetzten Kapital, das Newcomern dann fehlt.

» In welche seelischen Abgründe entführen Sie uns in Ihrem nächsten Film?

Ich arbeite gerade an zwei Projekten, aber die befinden sich noch in der Drehbuchphase. Hetzen lasse ich mich jedenfalls nicht mehr.

Star

Benoît Magimel

* 11.05.1974

Star

Suzanne Flon

* 28.01.1918

Top-Filme der Woche

  • Men in Black 3

    Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.

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    Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.

 

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