Romantische Zuckerguß-Komödie, in der sich ein abgebrühter Journalist und eine von pathologischer Bindungsangst geplagte Kleinstadtschönheit zusammenraufen müssen. http://images.kino.de/flbilder/max08/bf08/bf03/b0803s02/b150x150.jpg Die Braut, die sich nicht traut

Filmdetails

Die Braut, die sich nicht traut

Romantische Zuckerguß-Komödie, in der sich ein abgebrühter Journalist und eine von pathologischer Bindungsangst geplagte Kleinstadtschönheit zusammenraufen müssen.


Die Braut, die sich nicht traut
Start: 30.09.1999

Originaltitel: Runaway Bride

Komödie

USA 1999
Laufzeit: 116 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)

Julia Roberts
Richard Gere
Joan Cusack

Regie: Garry Marshall
Verleih: Buena Vista

Bogey - Box Office Germany Award

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Inhalt

Schon dreimal ist der bezaubernde Wildfang Maggie Carpenter in der Kleinstadt Hale direkt vor dem Traualtar ausgebüchst. Für den abgebrühten New Yorker Kolumnisten Ike Graham ist das Grund genug, ohne Überprüfung der Fakten einen bitterbösen Artikel über sie zu schreiben. Maggie sorgt dafür, daß er gefeuert wird. Und Ike reist nach Hale, um vor Ort zu sein, wenn Maggie bei ihrem vierten Hochzeitsversuch scheitert...


Kritik

Die Braut, die sich nicht traut

Neun Jahre nach "Pretty Woman", mit 10,6 Mio. Besuchern immer noch erfolgreichste Komödie aller Zeiten auf deutschen Leinwänden, hat sich das Erfolgstrio Julia Roberts, Richard Gere und Garry Marshall erneut zusammengefunden, um ein von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestelltes Publikum mit einer romantischen Fantasie, diesmal über eine hinreißende Kleinstadtschönheit mit pathologischer Bindungsangst, von den Füßen zu fegen. Als zweite Roberts-Hitkomödie des Jahres nur knapp drei Monate nach dem Start von "Notting Hill" terminiert, ist diese Zähmung einer Widerspenstigen auch als durch und durch amerikanische Zuckerguß-Antwort auf die betont britische Gag- und Typenparade von Roger Michell konzipiert: gefällig, ein bißchen brav, ganz auf seine zwei souveränen Stars zugeschnitten - und hochkommerziell.

"I still haven't found what I'm looking for" von U2 tönt über die ersten Bilder, in denen Julia Roberts wie ein Wildfang auf dem Rücken eines Pferdes über die Wiesen des unberührten Mittleren Westens der USA galoppiert. In zweierlei Hinsicht gibt der Song das Thema des Filmes vor: Zum einen fängt diese eine Textzeile präzise ein, warum die überwältigende Maggie aus der Bilderbuchkleinstadt Hale bereits dreimal vor dem Traualtar den Rückwärtsgang eingelegt hat und auch ihr vierter Versuch scheitern könnte. Zum anderen offenbart Regisseur Garry Marshall sogleich, daß seine Komödie das Herz nicht nur auf dem rechten Fleck tragen will, sondern den Blick auch streng in die achtziger Jahre richtet: in eine Zeit, in der Komödien noch sorglos und das abgebildete Leben einfach und konservativ waren. Verglichen mit dieser heimeligen Zurschaustellung blitzsauberer amerikanischer Werte nimmt sich so mancher Doris-Day-Film aus wie ein anarchistisches Traktat.

Aber gerade das macht dieses kunstvoll-kommerziell konzipierte Hohelied auf die einfachen Werte, in dem Liebe unweigerlich zur Hochzeit führen muß, für ein breites Publikum wohl so reizvoll - zumal ein alter Profi wie Marshall weiß, daß die Chemie zwischen Gere und Roberts pures Gold wert ist. So hält er der Welt erfolgreichste Schauspielerin auch schwärmerisch in Norman-Rockwell-artigen Bildern fest, als handele es sich bei ihr um das achte Weltwunder. Wenn sie als Maggie elfengleich durchs Bild schwebt und ihr unvergleichliches Lächeln aufblitzen läßt, dann ist es um den Kinogänger ebenso geschehen wie um die Männer, die sie umschwirren wie Motten das Licht. Daß sie dem jeweiligen Mr. Right mit schöner Regelmäßigkeit kurz vor dem Ja-Wort ausbüchst, macht sie nicht nur zur Zielscheibe der Witze des gesamten Städtchens, sondern bringt ihr auch eine herablassende Kolumne des zynischen USA-Today-Journalisten Ike Graham ein. Im Gegenzug bewirkt Maggie seine Entlassung und seinen Besuch in Hale, wo sie in Kürze ihren vierten Hochzeitsversuch unternehmen will.

In klassischer Screwball-Comedy-Manier läßt Garry Marshall seine Stars aufeinander losgehen, wobei nie ein Zweifel daran besteht, daß sie füreinander geschaffen sind. Daß "Die Braut, die sich nicht traut" trotzdem einige Überraschungen bereithält, ist nicht nur dem unwiderstehlichen Charme von Roberts und Gere zu verdanken, sondern auch dem Drehbuch von Josann McGibbon und Sara Parriott, das seine beiden Gefühlskrüppel im Mittelpunkt über einen vergnüglichen Hindernisparcours schickt. Clever schanzte Marshall den Charakter-Assen Hector Elizondo, Joan Cusack und Rita Wilson pfiffige Schlüsselrollen am Rande zu: Ihre gewitzten Kommentare sorgen dafür, daß dieses filmische Äquivalent zu allamerikanischem Applepie nicht nur süß ist, sondern auch Biß hat. ts.

Die Braut, die sich nicht traut

Darsteller:  Julia Roberts   als Maggie Carpenter
  Richard Gere   als Ike Graham
  Joan Cusack   als Peggy Flemming
  Hector Elizondo   als Fisher
  Rita Wilson   als Ellie
  Paul Dooley   als Walter
  Christopher Meloni   als Coach Bob
  Donal Logue   als Priester Bob
  Reg Rogers   als George Bug Guy
  Yul Vasquez   als Dead Head Gill
  Jane Morris   als Mrs. Pressman
  Lisa Roberts Gillan   als Elaine aus Manhattan
  Kathleen Marshall   als Cousine Cindy
  Jean Schertler   als Großmutter
 
Regie:  Garry Marshall  
Drehbuch:  Josanne McGibbon  
  Sara Parriott  
Produzent:  Ted Field  
  Tom Rosenberg  
  Scott Kroopf  
  Robert W. Cort  
Koproduzent:  Karen Stirgwolt  
  Richard S. Wright  
  Ellen H. Schwartz  
Ausf. Produzent:  Ted Tannebaum  
  David Madden  
  Gary Lucchesi  
Kamera:  Stuart Dryburgh  
Schnitt:  Bruce Green  
Musik:  James Newton Howard  
Produktionsdesign:  Mark Friedberg  
  W. Steven Graham  
Kostüme:  Albert Wolsky  
Ton:  Robert L. Sephton  

Kidman meidet den Altar

Da staunt der Partner und das Standesamt wundert sich.

Großansicht Nicole, als ihr das letzte Mal ein Antrag gemacht wurde (Foto: Kurt Krieger)

Nicole, als ihr das letzte Mal ein Antrag gemacht wurde (Foto: Kurt Krieger)

Denn ein Eheversprechen, gemeinhin auch Verlobung genannt, kennt man ja - aber was, wenn Männlein und Weiblein hoch und heilig geloben unter gar keinen Umständen vor den Altar zu treten?

Dann hat wahrscheinlich Nicole Kidman die Finger im Spiel. Die schöne Australierin wird nämlich in der Komödie "Wedding Season" eine Frau spielen, die zwar seit Jahren glücklich liiert ist, die aber mit ihrem Partner einen Nichtheiratspakt geschlossen hat.

Doch wie es sich für einen Liebesfilm gehört, spielt das Schicksal da natürlich nicht mit: Das trauungsunwillige Paar muss nämlich innerhalb von 6 Monaten einen wahren Marathon an Hochzeitseinladungen bewältigen: Siebzehn Eheschließungen von Freunden und Verwandten stehen an, und eine Zeremonie entpuppt sich als traumhafter denn die vorige. Da kommen die Altarmuffel natürlich irgendwann ins Grübeln.

Alles nur geklaut?

Wer angesichts dieses herzerweichenden Plots nun denkt, die Macher beim Studioriesen Paramount hätten einfach Julia Roberts und Andie MacDowell gekreuzt um "Die Braut, die sich nach siebzehn Hochzeiten und keinem Todesfall nicht traut" zu erhalten, der irrt. Die Vorlage zu "Wedding Season" bildet ein erfolgreicher Roman von Darcy Cosper.

Fragt sich nur noch, wer denn Kidmans Bräutigamsverweigerer spielen soll. Vielleicht lässt sich ja Tom Cruise überreden?

Allerdings hat Nicole auch ohne ihren Ex schon genügend Ärger am Hals. Zwar wurde die Feuerlocke aus Down under kürzlich von Landsleuten zur Australierin des Jahres gewählt, doch das fanden nicht alle Aussies gut: Gesundheitsverbände entrüsteten sich, dass man ausgerechnet eine Frau auserkoren habe, die bekanntermaßen zu viel rauche und das auch noch vor der Weltöffentlichkeit auf einer Pressekonferenz beim Filmfestival in Cannes getan habe:

"Sie erweckt dadurch gerade bei Jugendlichen den falschen Eindruck, dass Erfolg, Glamour und Nikotin zusammengehören. Vielleicht wird ihr mit diesem Preis klar, welch großen Einfluss sie hat!"

Fehlt nur noch, dass sich der Verein zur Erhaltung des heiligen Ehesakraments - gemeinhin auch christliche Kirche genannt - über die Wahl beschwert.

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