Originaltitel: The Bourne Supremacy
USA 2004
Matt Damon
Franka Potente
Brian Cox
Regie: Paul Greengrass
Verleih: UIP
Den Nachstellungen ehemaliger Feinde und Freunde entkommen, lässt der unter komplexem Gedächtnisverlust leidende CIA-Killer Jason Bourne (Matt Damon) mit Freundin Marie (Franka Potente) unter indischer Sonne die Seele baumeln. Die Idylle ist nur von kurzer Dauer, haben sich doch sowohl sein russischer Erzfeind als auch seine alte Chefin, geschworen, ihn nicht ungestraft davon kommen zu lassen. Jason seinerseits hat es bald satt, wegzulaufen, und dreht den Spieß unter Verwendung seiner reichen Instinktpalette kurzerhand um.
James Bond erhält Konkurrenz, wenn nun auch der Agent ohne Gedächtnis mit seinen Abenteuern frei nach Robert Ludlum in Serie geht. Regisseur Paul Greengrass ("Bloody Sunday") bürgt für authentischen Nervenkitzel ohne Klimbim und Zuckerguss.
Seine Identität hat er gefunden, jetzt jagt Matt Damons Ex-CIA-Killer die unbekannten Drahtzieher, die ihm sein neues Leben wieder nehmen wollen. Hit-Fortsetzung wird Fortsetzungs-Hit.
"A Big Fat Greek Wedding" hat es nicht gegeben, seit wir Jason Bourne und seine deutsche Freundin Marie unter der Sonne Griechenlands zurückließen. Aber auch ohne diesen Bonus wünschte sich mancher Sofa-Agent, ein Mann ohne Gedächtnis zu sein.
Dann nämlich sitzt man zwei Jahre nach "Die Bourne Identität" wie der Titelheld (Matt Damon) am indischen Traumstrand und teilt sich den Bungalow mit Franka Potente und ihren neuen Engelslocken.
Doch natürlich ist diese Idylle eine Illusion, denn wie schon der Vorgänger ist auch dessen Fortsetzung ein packender Agententhriller, in dem die Figuren über den Globus gejagt werden und nur der Zuschauer dabei Entspannung findet.
Mit neuem Regisseur und Inszenierungsstil, mit Stakkato-Schnitten und entfesselter Handkamera, beginnt die Verschwörung mit einer Verfolgung. Mit einer furiosen Jagd durch das indische Paradies, das ein Angriff des russischen Killers Kirill (Karl Urban, Eomer aus der "Ring"-Trilogie) schlagartig in eine Hölle verwandelt.
Jetzt erkennt Bourne, dass es unmöglich ist, seiner Vergangenheit als CIA-Killer zu entfliehen, dass er nach Europa muss, um die Hintermänner dieser Attacke zu identifizieren und auszuschalten.
Wie im Vorgänger wird Bourne in ein undurchsichtiges Abenteuer hineingesogen und legt dabei Bruchstücke seiner Vergangenheit als eiskalt operierendes Mordinstrument einer CIA-Spezialeinheit frei.
Erneut erweist er sich als smarter, gewitzter Ideenmensch, aber auch als gewalttätige Zeitbombe, die blitzschnell explodieren kann.
Auf der Suche nach den Hintermännern kreuzen sich auch wieder die Wege mit der CIA, die Bourne für die Ermordung zweier Bundesagenten verantwortlich macht.
Dabei tauchen alte Bekannte auf, wie Jungagentin Nicky (Julia Stiles) oder der alte Fuchs Abbott, aber mit der neuen Einsatzleiterin Pamela Landy auch eine neue spannende Figur: Joan Allen fasziniert als Eiskönigin, die über ein Männerrevier herrscht. Sie wird entscheiden, ob der Mann ohne Vergangenheit eine Zukunft haben kann.
Rastlos treibt der Film auf sein berührendes Finale hin, in dem sich Gestern und Heute treffen. Jagdstationen sind Indien, Neapel, Amsterdam und München, wo Bourne in einem Kampf auf Leben und Tod alles zum Einsatz bringt, von den Fäusten bis zur Telefonschnur.
Weiter geht es nach Berlin und Moskau, wo der Film in spektakulären Stuntszenen die Actionmuskeln spielen lässt.
Mit dem Drehort Berlin, wo auch viele Moskau-Aufnahmen gefilmt wurden, wird der Agentenhauptstadt aus den Zeiten des Kalten Krieges ein imposantes Denkmal gesetzt.
Ohne Atempause drückt "Die Bourne Verschwörung" auf Tempo, verwirrt Figuren und Zuschauer, bis das Puzzle endlich zusammengesetzt und das Opfer einer traumatischen Tragödie ein neues Leben geschenkt bekommt.
Hier paart sich Entsetzen und Erlösung, kommt Humanität in einen packenden Thriller, der hoffentlich fortgesetzt wird. Denn Filme, die Qualität, Intelligenz und Spannung verbinden, sind selten geworden in der Traumfabrik, die die meisten ihrer Zuschauer für Kinder hält. Eine Hollywood Verschwörung.
| Darsteller: | Matt Damon | als Jason Bourne | |
|---|---|---|---|
| Franka Potente | als Marie Kreutz | ||
| Brian Cox | als Ward Abbott | ||
| Julia Stiles | als Nicolette | ||
| Karl Urban | als Kirill | ||
| Gabriel Mann | als Danny Zorn | ||
| Joan Allen | als Pamela Landy | ||
| John Bedford Lloyd | als Teddy | ||
| Tomas Arana | als Martin Marshall | ||
| Ethan Sandler | als Kurt | ||
| Michelle Monaghan | als Kim | ||
| Marton Csokas | als Jarda | ||
| Wanja Mues | als Brecker Portier | ||
| Chris Cooper | als Conklin | ||
| Karel Roden | als Gretkov | ||
| Tom Gallop | als Tom Cronin | ||
| Tim Griffin | als Nevins | ||
| Oksana Akinshina | als Irena Neski | ||
| Regie: | Paul Greengrass | ||
| Drehbuch: | Tony Gilroy | ||
| Produzent: | Frank Marshall | ||
| Patrick Crowley | |||
| Paul L. Sandberg | |||
| Koproduzent: | Andrew R. Tennenbaum | ||
| Ausf. Produzent: | Doug Liman | ||
| Jeffrey M. Weiner | |||
| Henry Morrison | |||
| Buchvorlage: | Robert Ludlum | ||
| Kamera: | Oliver Wood | ||
| Schnitt: | Christopher Rouse | ||
| Richard Pearson | |||
| Musik: | John Powell | ||
| Produktionsdesign: | Dominic Watkins | ||
| Peter Wenham | |||
| Kostüme: | Dinah Collin | ||
| Ton: | Kirk Francis | ||
| Casting: | Joseph Middleton | ||
| John Hubbard | |||
| Daniel Hubbard | |||
Indiana Jones, Roger Rabbit, Poltergeist, The Sixth Sense, Benjamin Button, die Bourne-Reihe - Produzent Frank Marshall hat bei den ganz großen Kino-Erfolgen seine Hände im Spiel. Zur Zukunft von zwei der größten Filmreihen aller Zeiten kennt er spannende Details ...
Indiana Jones und Jason Bourne rüsten sich fürs nächste Kino-Abenteuer (Foto: Universal)
Wenn einer weiß, wie es um Dr. Henry Jones und Jason Bourne wirklich steht, dann er: Frank Marshall hat beide Erfolgsreihen als Produzent begleitet. Am Rande der Promo-Tour für sein neues Fantasy-Spektakel "Die Legende von Aang", gewährte Marshall Einblicke in die Zukunft der beliebten Kinohelden Indiana Jones und Jason Bourne.
So seien die Mitarbeiter von "Indy"-Mastermind George Lucas aktuell damit beschäftigt, für eine Story von "Indiana Jones 5" zu recherchieren. Wermutstropfen dabei laut Frank Marshall: "So richtig Zug ist da nicht drin." Insbesondere seien weder Regisseur Steven Spielberg noch Hauptdarsteller Harrison Ford offiziell an dem Projekt beteiligt.
Letzterer hatte aber mehrfach durchblicken lassen, dass er sofort wieder zu Hut und Peitsche greifen werde, falls für "Indiana Jones 5" ein richtig gutes Drehbuch vorliege. Vermutlich ist Harrison Ford nach der etwas abstrusen Story von "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" vorsichtig geworden. So gesehen kann es nichts schaden, wenn die Lucas-Boys das nächste Abenteuer des Kult-Archäologen gründlichst vorbereiten.
Etwas konkreter sieht es dagegen beim vierten Abenteuer um Top-Agent Jason Bourne aus: Frank Marshall trifft sich in Berlin mit Tony Gilroy, dem Drehbuchautor der ersten drei Bourne-Filme. Dabei besprechen sie eine mögliche Story für "Bourne 4".
Zuletzt hatte es auch hier Gerüchte um einen Ausstieg des Hauptdarstellers gegeben. Matt Damon hatte wiederholt betont, dass er "Bourne 4" überhaupt nur in Erwägung ziehen werde, wenn auch Top-Regisseur Paul Greengrass dabei sei, der mit Teil 2 "Die Bourne Verschwörung" neue Maßstäbe gesetzt hat. In dieser Hinsicht gibt sich Produzent Marshall allerdings zuversichtlich: "Wir hatten ein paar Drehbücher, die einfach nicht gut waren, und Paul wollte nicht drei,Bourne'-Filme am Stück machen. Aber jetzt sind wir auf einem guten Weg!"
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