Originaltitel: The Pillow Book
Großbritannien/Niederlande/Frankreich 1996
Vivian Wu
Ewan McGregor
Yoshi Oida
Regie: Peter Greenaway
Verleih: Prokino (Filmwelt)
Die junge, schöne Japanerin Nagiko läßt sich an jedem ihrer Geburtstage von ihrem Vater das Gesicht mit kalligraphischen Schriftzeichen bemalen. Doch an ihrem 18. Geburtstag findet das Ritual ein jähes Ende und sie wird zu einer Heirat gezwungen. Nagiko flieht nach Hongkong und begegnet dem englischen Übersetzer Jerome, der sich von ihr bemalen läßt und ihr dadurch sexuelle Erfüllung schenkt.

Die Liebe zur Kunst und Literatur stand schon immer im Mittelpunkt des filmischen Schaffens Peter Greenaways. Mit "The Pillow Book", seiner Hommage an einen Klassiker der japanischen Literatur, hat er zu einer spannungsreichen, formal wie inhaltlich äußerst intensiven Hochform gefunden. Vom Zuschauer verlangt er 123 Minuten volle Konzentration auf ein exotisches Thema. Doch wer sich auf den ästhetischen Trip einläßt, kommt voll und ganz auf seine Kosten.
Endlich gelingt es Peter Greenaway, wieder an seine Meisterleistungen wie "Der Kontrakt des Zeichners", "Ein Z und zwei Nullen" oder "Der Bauch des Architekten" anzuknüpfen. Greenaway, der in der Vergangenheit lieber mit neuen Ausdrucksformen "experimentierte" und diese Versuche bisweilen seine Filme dominieren ließ, findet wieder zu einer klaren Sprache zurück. Das Stilmittel der Cadrage, des Rahmens, das Einfügen von kleineren Bildsequenzen ins eigentliche Bild, fügt er so nahtlos und natürlich vor, daß dem Kunstgriff nichts "Gewolltes" anhaftet, selbst dann nicht, wenn er drei bis vier Bilder in Miniaturgröße einfügt. Immer sind die eingeschobenen Sequenzen inhaltlich oder formal legitimiert, nie ein Störfaktor, sondern aufschlußreiche Ergänzung. Die Tagebuchaufzeichnungen der Hofdame Sei Shonagon, die ihr Werk im Jahr 1000 beendete, sind stark erotisch geprägt und liefern ein faszinierendes Bild höfischer Rituale. Diese Geschichten ziehen Nagiko (Vivian Wu) seit ihrer Kindheit in ihren Bann, seit ihr Vater, ein begnadeter Kalligraph, ihr alljährlich einen Geburtstagsglückwunsch auf Gesicht und Nacken malt, während ihre Tante aus Shonagons Werk liest. Die Vorliebe für Literatur prägt hinfort Nagikos (Liebes-)Leben, sie wählt ihre Liebhaber nach deren kalligraphischen Fähigkeiten. Jerome, ein junger Engländer, weckt in ihr den Wunsch, selbst zu schreiben und Männerkörper als Papier zu benutzen. Zwar liebt sie Jerome, doch dem Bestreben, ihr Werk veröffentlicht zu sehen, fällt diese Liebe auf tragische Weise zum Opfer.
Wunderbar fügen sich die verschiedenen Phasen aus Nagikos Leben, über ihre Kindheit, die arrangierte Ehe, ihre Arbeit als Model und Schriftstellerin bis zu ihrer eigenen Mutterschaft, zu einer logischen Einheit - allerdings in Zeitlupentempo. Dafür entschädigt die Optik und visuelle Anziehungskraft der asiatischen Ästhetik. Gedreht wurde in Japan, Hongkong und Luxemburg. Dem bereits bewährten Greenaway-Kameramann Sacha Vierny gelingen nicht nur außergewöhnliche Außenaufnahmen, sondern auch die intime Darstellung der (vorwiegend männlichen) Nacktheit: Greenaway badet geradezu in erotischen Szenarien. Die Schauspieler, allen voran Vivian Wu ("Zwischen Himmel und Hölle", "Der letzte Kaiser") und Ewan McGregor ("Trainspotting"), sind exzellent, ebenso Technik, Musik und Ausstattung. Ein ästhetischer Hochgenuß. boe.
| Darsteller: | Vivian Wu | als Nagiko | |
|---|---|---|---|
| Ewan McGregor | als Jerome | ||
| Yoshi Oida | |||
| Ken Ogata | |||
| Hideko Yoshida | |||
| Judie Ongg | |||
| Ken Mitsuishi | |||
| Yutaka Honda | als Hoki | ||
| Barbara Lott | |||
| Chizuru Ohnishi | als Nagiko als Kind | ||
| Regie: | Peter Greenaway | ||
| Drehbuch: | Peter Greenaway | ||
| Produzent: | Kees Kasander | ||
| Ausf. Produzent: | Jean-Louis Piel | ||
| Denis Wigman | |||
| Terry Glinwood | |||
| Buchvorlage: | Sei Shonagon | ||
| Kamera: | Sacha Vierny | ||
| Schnitt: | Chris Wyatt | ||
| Peter Greenaway | |||
| Musik: | Brian Eno | ||
| Produktionsdesign: | Andrée Putman | ||
| Kostüme: | Emi Wada | ||
Ewan McGregor hat kein Problem damit, sich nackt zu zeigen. Auf diese Weise hatte er seinen ersten Bühnenrausch und auch in diversen Filmen zog der Schotte bereits des Öfteren blank.
Zwei Bekenntnisse rücken "Star Wars"-Darsteller Ewan McGregor derzeit ins Rampenlicht. Zum einen zeigt er sich vor der Kamera gerne im Adamskostüm. So hat der Schotte bereits in Filmen wie "Trainspotting - Neue Helden", "Die Bettlektüre" und "Velvet Goldmine" seine Männlichkeit zur Schau gestellt.
McGregor kann sich sogar noch gut an sein "Erstes Mal" erinnern, als er sich für ein Stück an der Schauspielschule entblätterte. "Ich erinnere mich daran, dass ich bei diesem ersten Mal in so eine Art Rauschzustand verfiel. Es brachte ein leichtes Machtgefühl mit sich", erinnert sich der 38-Jährige.
Und dann hat Ewan noch zugegeben, dass er gerne Männer in seinen Filmen küsst! Es ist die Herausforderung als Schauspieler, die den Ehemann von Eve Mavraki und den Vater von drei Töchtern dabei reizt.
Vor allem an seinen Filmkuss mit Jonathan Rhys Meyers in "Velvet Goldmine" erinnert sich der Star aus "Moulin Rouge" gerne: "Als ich Jonny küsste, war es ein echter Kick. Es war einfach ein elektrisierender Moment. Aus folgendem Grund: Wenn du dich umgesehen hast, saßen da einige englische Elektriker herum. Die sind, wie ich glaube, hauptsächlich homosexuell und meinten nur 'F**k, nein!'. Aber ich mag es, Jungs auf der Leinwand zu küssen. Als Heterosexueller ist es ein sehr interessantes Unterfangen. Alles am Drehort, das deinen Puls in die Höhe treibt, ist gut." Aktuell züngelt er in der Homo-Komödie "I Love You Phillip Morris" mit Gummigesicht Jim Carrey.
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