Frankreich, 1817: Ein geheimnisvoller Mann behauptet, ein zehn Jahre zuvor für tot erklärter Oberst zu sein, was vor allem seine angebliche Ex-Frau in Rage bringt (nach dem gleichnamigen Roman von Honoré de Balzac). http://images.kino.de/flbilder/max09/mbiz09/mbiz49/z0949512/b150x150.jpg Die Auferstehung des Colonel Chabert

Filmdetails

Die Auferstehung des Colonel Chabert

Frankreich, 1817: Ein geheimnisvoller Mann behauptet, ein zehn Jahre zuvor für tot erklärter Oberst zu sein, was vor allem seine angebliche Ex-Frau in Rage bringt (nach dem gleichnamigen Roman von Honoré de Balzac).


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Kritik

Ein Colonel, den man sich kaufen kann, aber den sich keiner leisten will, ist der erstaunliche Debütfilm des brillanten französischen Kameramannes Yves Angelo ("Die siebente Saite", "Germinal"). Trotz seiner formalen und erzählerischen Qualitäten hat "Le Colonel Chabert" bislang keinen deutschen Verleih gefunden. Vielleicht nach dem Filmfest München, wo er seine Deutschland-Premiere feiern wird? Von der ersten Einstellung an verspricht diese Verfilmung von Honoré de Balzacs gleichnamigem Roman eine Klasse, die bis zum Ende durchgehalten wird. Eine in blau-grauen Tönen gehaltene, wortlose, von Beethovens schwermütiger Musik untermalte Ouvertüre des Grauens zeigt schreckliche Bilder vom Ende der Schlacht von Eylau (1807), zeigt ein Heer namenloser dahingemetzelter Soldaten, die von den wenigen Überlebenden von ihren Habseligkeiten befreit und fürs Massenbegräbnis vorbereitet werden. Was dann folgt, weist inhaltliche Parallelen zu Daniel Vignes "Die Wiederkehr des Martin Guerre" auf. Zehn Jahre nach dem Blutbad meldet sich ein ungepflegter, sichtbar verarmter Mann (Gérard Depardieu) beim Rechtsanwalt Derville (Fabrice Luchini in einer gegenüber der Romanvorlage ausgeweiteten, superb interpretierten Rolle) und stellt sich als Colonel Chabert vor - jener napoleonische Kriegsheld, der nach Eylau vermißt und schließlich für tot erklärt wurde. Obwohl ihn alle anderen für einen Hochstapler oder Verrückten halten, wird das Phantom von der Spielernatur Derville als Klient akzeptiert. Chabert, dessen Frau (Fanny Ardant) inzwischen mit einem politisch ambitionierten Grafen verheiratet ist, fordert die Wiederherstellung seines Namens, seiner Position und seines Vermögens. Kampf ums Geld und gesellschaftliche Positionen dominiert thematisch diese menschliche Tragödie, in der Ardant unter einer im Grunde unsympathischen Figur Verletzlichkeit freilegt, und Depardieu, zurückgenommener als sonst, Würde und schließlich Demut zeigt. Nicht nur ihretwegen ist "Le Colonel Chabert" großes, charakterorientiertes Kino mit bestechender Fotografie, Ausstattung und einer Lektion in Moral und Humanität, die man auch auf deutschen Leinwänden erteilt sehen möchte. kob.

Die Auferstehung des Colonel Chabert

Darsteller:  Gérard Depardieu   als Chabert
  Fanny Ardant   als Gräfin Ferraud
  Fabrice Luchini   als Derville
  André Dussollier   als Graf Ferraud
  Daniel Prévost   als Boucard
  Eric Elmosnino   als Desroches
  Olivier Saladin   als Hure
  Patrick Bordier   als Boutin
  Albert Delpy   als Notar
  Jean Cosmos   als Costaz
  Jacky Nercessian   als Delbecq
  Maxime Leroux   als Godeschal
  Guillaume Romain   als Simonin
  Claude Rich   als Chamblin
  Marc Maidenberg   als Diener
  Romane Bohringer   als Sophie
  Valérie Bettencourt   als Julie
  Julie Dépardieu   als Mathilde
  Olivier Py   als Fechter
  Florence Guerfy   als Kundin
  Isabelle Wolfe   als Nonne
 
Regie:  Yves Angelo  
Drehbuch:  Yves Angelo  
  Jean Cosmos  
  Véronique Lagrange  
Produzent:  Jean-Louis Livi  
Ausf. Produzent:  Bernard Marescot  
Buchvorlage:  Honoré de Balzac  
Kamera:  Bernard Lutic  
Schnitt:  Thierry Derocles  
Musik:  Ludwig van Beethoven  
  Wolfgang Amadeus Mozart  
  Domenico Scarlatti  
  Franz Schubert  
  Robert Schumann  
  François Rauber  
Produktionsdesign:  Bernard Vézat  
Kostüme:  Franca Squarciapino  
Ton:  Pierre Gamet  

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