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Die Anwälte - Eine deutsche Geschichte

Die Anwälte - Eine deutsche Geschichte

Dokumentarfilm - Deutschland 2009
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren - 94 Min. - Verleih: RealFiction
Start: 19.11.2009
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Die Anwälte - Eine deutsche Geschichte
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Otto Schily, Hans-Christian Ströbele und Horst Mahler gehören zu den Exponenten der Außerparlamentarischen Opposition (APO). Schily, ein brillanter Rhetoriker in Weste und Anzug, Wahlverteidiger von Gudrun Ensslin, Mitbegründer der Grünen, schlägt später als SPD-Innenminister die politische Volte zu Law & Order. Ströbele, Rechtsreferendar in Mahlers Kanzlei, Verteidiger von Andreas Baader, ist das linke Gewissen der Grünen und auch heute noch ein Unangepasster. Horst Mahler wandelte sich vom Ultralinken in einen rechten Holocaustleugner und Volksverhetzer.

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KRITIK
Die Anwälte - Eine deutsche Geschichte
Politisch und menschlich aufwühlender Dokumentarfilm über die drei wichtigsten Anwälte der 68er-Bewegung und ihre auseinanderdriftenden Biografien.

Otto Schily, Hans-Christian Ströbele und Horst Mahler gemeinsam auf einem Foto aus den 70er-Jahren; Schily und Ströbele verteidigen Mahler, der Molotow-Cocktails geworfen und die RAF mit Waffen versorgt hat. Es war die Zeit des sozialistischen Anwaltskollektivs, alle drei gehören zu Exponenten der Außerparlamentarischen Opposition (APO), wollen eine andere Republik, die BRD gilt als Unterdrückerstaat und Vasall des imperialistischen Amerika. Ihr Ziel einer gerechteren Gesellschaft gehen sie auf unterschiedlichen Wegen an. Schily, ein sich zur Elite zählender brillanter Rhetoriker in Weste und Anzug, Wahlverteidiger von Gudrun Ensslin, Mitbegründer der Grünen, wo er - so seine Klage - nie für seine Position eine Mehrheit bekam, schlägt später als SPD-Innenminister die politische Volte zu Law & Order. Hans-Christian Ströbele, Rechtsreferendar in Mahlers Kanzlei, Verteidiger von RAF-Angehörigen wie Andreas Baader, das unbestechliche linke Gewissen der Grünen, ist auch heute noch ein Unangepasster. Horst Mahler wandelte sich vom Ultralinken in einen rechten Holocaustleugner und Volksverhetzer. Für Schily "eine Tragödie", Ströbele "fehlen dafür die Worte". Ein neues gemeinsames Foto mit dem Trio ist nicht möglich.

Birgit Schulz versucht in langen Gesprächen herauszufinden, was diese Männer geprägt, verbunden und später getrennt hat. Entstanden sind aufschlussreiche Porträts von Menschen, die ihre Ideale versuchten weiterzuleben (Ströbele) oder wie Ballast abzuwerfen (Schily), die glaubten, ihre Träume realisieren zu können in einer Welt, die keine Träume zulässt. Dabei erlebt der Zuschauer hautnah deutsche Wirklichkeit über fast vier Dekaden hinweg und auch den Tod von Benno Ohnesorg, der die Republik veränderte. Ströbele bezeichnet den 2. Juni 1967 "als Schicksalstag und Schub für die Politisierung", Mahler und Schily, Nebenkläger im zweiten Prozess gegen den Todesschützen Kurass, verloren durch den Justizskandal damals ihr Vertrauen in das Rechtssystem. Etwas zu sanft geht die Regisseurin mit Horst Mahler um, lässt ihn von Hegel schwafeln, statt konkrete Fragen zu stellen. Die individuellen Rückblicke und Einschätzungen, die Beurteilung der Gegenwart setzen sich zu einem schillernden Mosaik zusammen. Spannender kann Geschichte nicht sein. mk.

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