Originaltitel: Reversal of Fortune
USA 1990
Glenn Close
Jeremy Irons
Ron Silver
Regie: Barbet Schroeder
Verleih: Fox
Die Aristokratin Sunny von Bülow liegt im Koma. Allem Anschein nach hat ihr Gatte Claus aus Geldgier ein Mordkomplott inszeniert. In erster Instanz wird der Lebemann vor Gericht verurteilt. Zunächst widerwillig nimmt sich Staranwalt Alan Dershowitz des Falles an und entdeckt zunehmend Widersprüche in der von Bülow-Affäre. Während der High Society-Liebling dem Advokaten die Geschichte einer zerrütteten Zweckehe schildert, deckt Dershowitz' Team Verfahrensfehler und eine Verschwörung der Bülow-Kinder auf. In der Berufung wird Claus freigesprochen. Die wahren Umstände, die zu Sunnys Koma führten, bleiben allerdings weiter verborgen.

Barbet Schroeders ("Barfly") Kammerspiel aus der Welt der High Society fesselt mit brillanten Perspektivwechseln den Zuschauer an einen von der Boulevardpresse sensationslüstern plakatierten Mordfall. Die mysteriöse Affäre der Sunny von B. bekommt dabei durch den juristischen Fahnderehrgeiz des liberalen Rechtsprofessors Dershowitz eine wirkungsvolle Facette. Schroeders Ehedrama basiert auf den Memoiren des Anwalts und läßt seinen hervorragenden Schauspielern genügend Raum, ihre konträren Charaktere auszuleben. Im Falle von Jeromy Irons wurde dies mit dem Oscar belohnt.
| Darsteller: | Glenn Close | als Sunny von Bülow | |
|---|---|---|---|
| Jeremy Irons | als Claus von Bülow | ||
| Ron Silver | als Alan Dershowitz | ||
| Annabella Sciorra | als Carol | ||
| Fisher Stevens | |||
| Christine Baranski | |||
| Mano Singh | |||
| Julie Hagerty | |||
| Uta Hagen | als Maria | ||
| Regie: | Barbet Schroeder | ||
| Drehbuch: | Nicholas Kazan | ||
| Produzent: | Edward R. Pressman | ||
| Oliver Stone | |||
| Buchvorlage: | Alan M. Dershowitz | ||
| Kamera: | Luciano Tovoli | ||
| Schnitt: | Lee Percy | ||
| Musik: | Mark Isham | ||
Man kennt das ja! Fragt man ältere Leinwandhelden nach ihrer persönlichen Entwicklung, möchte keiner auch nur einen Tag jünger sein, die Reife ist ja entscheidend für den Beruf und außerdem ist man heutzutage sowieso der bessere Schauspieler. Ganz anders Jeremy Irons: Der zog nun eine erschütternde Bilanz seiner Karriere.
In einem Interview zeigte sich Irons mehr als selbstkritisch: "Es wird immer schwerer für mich. Ich bin davon überzeugt, dass ich als Schauspieler heute schlechter bin als in meinen frühen Filmen. Und mit den Jahren wird es immer schlimmer!"
Auf welche Rollen genau er sein vernichtendes Urteil bezog, wollte Irons nicht verraten. Aber er gab zu, deswegen von Tag zu Tag weniger Lust zu haben, vor der Kamera zu stehen.
"Es macht immer weniger Spaß zu spielen, und,glauben Sie mir, auch der Ruhm ist irgendwann einfach nicht mehr lustig", so der Star aus "Die Geliebte des französischen Leutnants" und "Die Affäre der Sunny von B." wörtlich. Gänzlich den Beruf an den Nagel hängen möchte Irons, der gerade bei den Filmfestspielen im kroatischen Pula weilt, allerdings auch nicht.
Wenn man selbst nicht mehr diese Klasse habe, müsse man noch stärker auf die Rollenauswahl achten, meinte der 55-jährige Brite und versprach sich in Zukunft wieder mehr auf sein Gefühl zu verlassen: "Ich glaube sehr stark an meinen Instinkt. Wenn ich ein Drehbuch lese, weiß ich ganz genau ob etwas langweilig ist oder nicht, ob das die Leute interessiert oder ob jemand anders das besser kann als ich. Diesen Instinkt habe ich bei meiner Rollenauswahl zuletzt vernachlässigt."
Bleibt zu hoffen, dass Irons sich von diesem Instinkt auch bereits bei seiner letzten Zusage leiten ließ. Denn momentan steht er zusammen mit Annette Bening für "Being Julia" von István Szabó vor der Kamera.
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