Tom Sawyer lebt bei seiner Tante Polly im Städtchen St. Petersburg am Mississippi. Sein bester Freund ist Huckleberry Finn, der kein Zuhause hat. Sein Vater, ein Trinker und Herumtreiber, kümmert sich kaum um seinen Sohn. Die beiden erleben viele Abenteuer und bringen ihre Lehrer und vor allem Tante Polly zur Verzweiflung. Als sie dann auch noch Zeuge eines Mordes werden, reißen die beiden aus.
Mark Twains Erzählungen wurden schon unzählige Male verfilmt. 1936 erstmals mit Mickey Rooney in der Rolle des Huckleberry Finn, 1993 spielte Elijah Wood den Huck im US-Kinofilm "Die Abenteuer des Huck Finn". In dieser deutsch-kanadischen Produktion wurden die Geschichten als Serie umgesetzt - und das ist durchaus gelungen. Die Abenteuer der beiden eignen sich durchaus, sie in 25minütigen Episoden zu erzählen, die Darsteller überzeugen. Highlight: Die wunderbare Brigitte Horney (1988 verstorben) als Tante Polly.
| Darsteller: | Ian Tracey | als Huckleberry Finn | |
|---|---|---|---|
| Sammy Snyders | als Tom Sawyer | ||
| Brigitte Horney | als Tante Polly | ||
| Bruce Greenwood | als Bob Grangerford | ||
| Dinah Hinz | als Tante Sally | ||
| Gunnar Möller | |||
| Heinz Schimmelpfennig | |||
| Bernie Coulson | |||
| Regie: | Jack B. Hively | ||
| Ken Jubenvill | |||
| Buchvorlage: | Mark Twain | ||
| Kamera: | Cyrus Block | ||
| Musik: | Ted Ottley | ||
Zwei Rotzlöffel, die in der Kirche feixend ihre eigene Beerdigung beobachten - während alle glauben, die beiden seien ertrunken...
Abgeguckt: Clint Eastwoods bärbeißige Filmhelden hätten gut in die Romane von Mark Twain gepasst... (Foto: Kurt Krieger)
Mit Szenen wie dieser ist Mark Twain unsterblich geworden. Seine Geschichten um die Abenteuer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn in einem kleinen Städtchen am Mississippi gelten bis heute als das vielleicht Beste, was die amerikanische Literatur überhaupt zu bieten hat. Das sieht auch Hollywood-Altmeister Clint Eastwood so: Er will dem genialen Romanautor Mark Twain filmisch ein Denkmal setzen.
Das Leben des Kultschriftstellers war höchst bewegt und ist idealer Stoff für großes Kino. Es beginnt schon mit dem Künstlernamen - den klaute der Autor und Steuermann eines Mississippidampfers aus der Seemannssprache: Mark Twain bedeutet "zwei Faden" Wassertiefe (etwa 3, 70 Meter). Bürgerlich hieß der Mann, der zudem einer der ersten Klatschreporter war und sogar als Goldgräber arbeitete, Samuel Langhorne Clemens. Als Schriftsteller ging Twain auf weltweite Lesetourneen, was Ende des 19. Jahrhundert noch völlig unüblich war. Tragischerweise starben seine Frau und alle seine Kinder vor ihm.
"Remembering Mark Twain" wird das Biopic heißen, hinter dem mit Produzent Albert S. Ruddy auch der Strippenzieher von Eastwoods vierfach oscar-prämiertem Drama "Million Dollar Baby" steckt. Ob der Regisseur diesmal auch wieder vor und nicht nur hinter der Kamera aktiv wird, steht noch in den Sternen. Eben erst hat der inzwischen 78-jährige Eastwood sein Action-Drama "Gran Torino" um einen griesgrämigen Vietnam-Veteranen abgedreht und stöhnte anschließend: "Das war wahrscheinlich mein letzter Auftritt, ich denke mir nach jedem Film 'Ach, jetzt langt's aber wirklich!'. Und hinter der Kamera fühle ich mich einfach wohler, das ist nicht so anstrengend."
Aber vielleicht reicht's ja trotzdem noch für einen Kurzauftritt als Mark Twain im Herbst dessen Lebens. Denn optisch besteht zwischen den beiden weißhaarigen Meistern ihres Fachs eine auffallende Ähnlichkeit...
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