Pasolinis skandalträchtige Abrechnung mit den menschenvernichtenden Machtmechanismen des Faschismus in Italien. http://images.kino.de/flbilder/max08/auto08/auto41/08410551/b150x150.jpg Die 120 Tage von Sodom

Filmdetails

Die 120 Tage von Sodom

Pasolinis skandalträchtige Abrechnung mit den menschenvernichtenden Machtmechanismen des Faschismus in Italien.


Die 120 Tage von Sodom
Start: 23.10.2008

Originaltitel: Salò o le 120 giornate di Sodoma

Drama

Italien/Frankreich 1975
Laufzeit: 117 Min.
FSK: ab 18 Jahre

Paolo Bonacelli
Giorgio Cataldi
Uberto P. Quintavalle

Regie: Pier Paolo Pasolini
Verleih: Neue Visionen

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Inhalt

1944 in Norditalien. In der von Nazi-Gnaden autonomen Republik Salo treffen sich vier faschistische Würdenträger auf einem herrschaftlichen Landsitz. Gemeinsam mit Huren, Dienern und bewaffneten Milizionären wollen sie sechzehn frisch aus der Bevölkerung entführte junge Menschen ins Jenseits befördern - und zwar auf möglichst peinvolle Weise nach literarischen Vorbildern von Dante bis De Sade.

Vom Widerspruch zwischen der Theorie des Faschismus (Herrschaft der Elite) und der Realität des Faschismus (Willkür des Brutalsten) sang keiner so schaurig-schöne Lieder wie der italienische Philosoph und Filmemacher Pier Paolo Pasolini, der ein Jahr nach der Erstaufführung dieses Films niedergemetzelt auf der Straße lag.


Kritik

Die 120 Tage von Sodom

In seinem letzten Film übertrug der 1975 verstorbene Schriftsteller und Regisseur Pier Paolo Pasolini den gleichnamigen Roman des Marquis de Sade ins 20. Jahrhundert und schuf eine durchweg pessimistische Abrechnung mit den menschenvernichtenden Machtmechanismen des Faschismus. Der erst Monate nach Pasolinis gewaltsamem Tod gezeigte und zunächst verbotene Skandalfilm hat mit seinen extrem drastischen Bildern, die dem Zuschauer nichts ersparen, bis heute nichts von seiner Wirkung eingebüßt.

Die 120 Tage von Sodom

Darsteller:  Paolo Bonacelli   als Der Herzog
  Giorgio Cataldi   als Der Bischof
  Uberto P. Quintavalle   als Der Magistratschef
  Aldo Valletti   als Der Präsident
  Caterina Boratto   als Signora Castelli
  Elsa de Giorgi   als Signora Maggi
  Hélène Sugère   als Signora Vaccari
  Sonia Saviange   als Klaviervirtuosin
 
Regie:  Pier Paolo Pasolini  
Drehbuch:  Pier Paolo Pasolini  
Produzent:  Alberto Grimaldi  
Buchvorlage:  Donatien Alphonse François Marquis de Sade  
Kamera:  Tonino Delli Colli  
Schnitt:  Nino Baragli  
Musik:  Ennio Morricone  
Produktionsdesign:  Dante Ferretti  
Kostüme:  Danilo Donati  
Ton:  Fausto Ancillai  

"Sodom" zu pornographisch

Obwohl die sexuelle Befreiung in den 70er Jahren im vollen Gange war, war die Menschheit noch nicht bereit für ein filmisches Werk des italienischen Meisters.

Großansicht Nackte Haut und rohe Gewalt brachten "Die 120 Tage von Sodom" in die Kritik (Foto: Alamode Film)

Nackte Haut und rohe Gewalt brachten "Die 120 Tage von Sodom" in die Kritik (Foto: Alamode Film)

In "Die 120 Tage von Sodom" stellte Pier Paolo Pasolini unverblümt Sex, Vergewaltigung, Folter und Mord dar - und erregte damit aufs Heftigste die Gemüter. Am 24. Februar 1976 wurde der Film in Deutschland vom Amtsgericht Saarbrücken beschlagnahmt und durfte nicht gezeigt werden, andere Länder zogen dieselben Konsequenzen.

Dabei wollte Pasolini in seinem letzten Werk die Parallelen des italienischen Faschismus zu den Aufzeichnungen des Marquis de Sade aufzeigen. Die Diskussionen über das Ergebnis bekam der Schöpfer jedoch nicht mehr mit. Er wurde zwei Tage nach der Uraufführung von "Die 120 Tage von Sodom" ermordet.

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