Originaltitel: Salò o le 120 giornate di Sodoma
Italien/Frankreich 1975
Paolo Bonacelli
Giorgio Cataldi
Uberto P. Quintavalle
Regie: Pier Paolo Pasolini
Verleih: Neue Visionen
1944 in Norditalien. In der von Nazi-Gnaden autonomen Republik Salo treffen sich vier faschistische Würdenträger auf einem herrschaftlichen Landsitz. Gemeinsam mit Huren, Dienern und bewaffneten Milizionären wollen sie sechzehn frisch aus der Bevölkerung entführte junge Menschen ins Jenseits befördern - und zwar auf möglichst peinvolle Weise nach literarischen Vorbildern von Dante bis De Sade.
Vom Widerspruch zwischen der Theorie des Faschismus (Herrschaft der Elite) und der Realität des Faschismus (Willkür des Brutalsten) sang keiner so schaurig-schöne Lieder wie der italienische Philosoph und Filmemacher Pier Paolo Pasolini, der ein Jahr nach der Erstaufführung dieses Films niedergemetzelt auf der Straße lag.

In seinem letzten Film übertrug der 1975 verstorbene Schriftsteller und Regisseur Pier Paolo Pasolini den gleichnamigen Roman des Marquis de Sade ins 20. Jahrhundert und schuf eine durchweg pessimistische Abrechnung mit den menschenvernichtenden Machtmechanismen des Faschismus. Der erst Monate nach Pasolinis gewaltsamem Tod gezeigte und zunächst verbotene Skandalfilm hat mit seinen extrem drastischen Bildern, die dem Zuschauer nichts ersparen, bis heute nichts von seiner Wirkung eingebüßt.
| Darsteller: | Paolo Bonacelli | als Der Herzog | |
|---|---|---|---|
| Giorgio Cataldi | als Der Bischof | ||
| Uberto P. Quintavalle | als Der Magistratschef | ||
| Aldo Valletti | als Der Präsident | ||
| Caterina Boratto | als Signora Castelli | ||
| Elsa de Giorgi | als Signora Maggi | ||
| Hélène Sugère | als Signora Vaccari | ||
| Sonia Saviange | als Klaviervirtuosin | ||
| Regie: | Pier Paolo Pasolini | ||
| Drehbuch: | Pier Paolo Pasolini | ||
| Produzent: | Alberto Grimaldi | ||
| Buchvorlage: | Donatien Alphonse François Marquis de Sade | ||
| Kamera: | Tonino Delli Colli | ||
| Schnitt: | Nino Baragli | ||
| Musik: | Ennio Morricone | ||
| Produktionsdesign: | Dante Ferretti | ||
| Kostüme: | Danilo Donati | ||
| Ton: | Fausto Ancillai | ||
Obwohl die sexuelle Befreiung in den 70er Jahren im vollen Gange war, war die Menschheit noch nicht bereit für ein filmisches Werk des italienischen Meisters.
Nackte Haut und rohe Gewalt brachten "Die 120 Tage von Sodom" in die Kritik (Foto: Alamode Film)
In "Die 120 Tage von Sodom" stellte Pier Paolo Pasolini unverblümt Sex, Vergewaltigung, Folter und Mord dar - und erregte damit aufs Heftigste die Gemüter. Am 24. Februar 1976 wurde der Film in Deutschland vom Amtsgericht Saarbrücken beschlagnahmt und durfte nicht gezeigt werden, andere Länder zogen dieselben Konsequenzen.
Dabei wollte Pasolini in seinem letzten Werk die Parallelen des italienischen Faschismus zu den Aufzeichnungen des Marquis de Sade aufzeigen. Die Diskussionen über das Ergebnis bekam der Schöpfer jedoch nicht mehr mit. Er wurde zwei Tage nach der Uraufführung von "Die 120 Tage von Sodom" ermordet.
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.